Geersbüschke: Junge Mütter empört
Warnschilder abmontiert

Greven -

Über Nacht waren sie einfach weg. Die Warnschilder, von drei besorgten Familien in der Straße Geersbüschke aufgehängt: spurlos verschwunden. Mitsamt dem Bobbycar, das die Familien zusätzlich an einem Laternenpfahl befestigt hatten.

Donnerstag, 31.10.2019, 08:11 Uhr aktualisiert: 31.10.2019, 08:20 Uhr
Geersbüschke: eine kleine Anwohnerstraße, in der mitunter zu schnell gefahren wird.
Geersbüschke: eine kleine Anwohnerstraße, in der mitunter zu schnell gefahren wird. Foto: Oliver Hengst

„Wir haben bei der Stadt nachgefragt“, sagt Tatjana Kliepan. Denn die erste Vermutung war: Vielleicht passte es der Verwaltung nicht, dass da jemand nicht-offizielle Warnschilder mit der Aufschrift „Achtung Spielende Kinder“ installiert hatte.

Doch mitnichten. Die Stadt hat die Schilder nicht demontiert, hieß es auf Nachfrage. Man erläuterte der jungen Mutter aber, dass es einen anonymen Hinweis gegeben und man sich die Situation in der Straße daraufhin angesehen habe.

Doch die Stadt wurde darüber hinaus nicht tätig – was wohl dem anonymen Hinweisgeber nicht passte. Ergo – so vermuten die jungen Frauen – schritt er selbst zur Tat. Zwischen 23 Uhr abends und sieben Uhr morgens ist es geschehen, niemand hat etwas gesehen. Als morgens die ersten zur Arbeit fuhren, fiel der Verlust auf.

Seit einigen Jahren leben wieder viele junge Familien mit Kindern in der Straße. Ihre Beobachtung: Nicht immer halten sich die Autofahrer an die Regeln, bisweilen wird richtig gerast. „Da dachten wir uns: Wir lassen uns was einfallen, damit kein Kind auf der Motorhaube landet“, sagt Kliepan.

Also wurden im Internet zwei Schilder geordert, für zusammen 70 Euro. Sie hingen nur rund eineinhalb Wochen. „Das ist echt schade, vor allem wegen der Kinder“, sagt Anna Drobny. „30 ist hier schon zu schnell.“ Für den Schilderdieb hat sie kein Verständnis, war zunächst sogar so aufgebracht, dass sie zur Polizei wollte.

Es habe in der reinen Anwohnerstraße schon manche brenzlige Situation gegeben. Erst recht, nachdem ein Spielplatz saniert worden und so wieder zum Anlaufpunkt für Kinder aus dem Umfeld geworden sei. Verantwortlich für das rücksichtlose Fahren seien vor allem Besucher der Anwohner, sagt Drobny. „Aber auch Leute, die hier wohnen“, ergänzt Kliepan.

Und nun? Hängen die Anwohner neue Schilder auf? Das haben sie noch nicht abschließend geklärt. Auf ein Hase-und-Igel-Spiel mit dem Schilder-Dieb haben sie keine Lust. Vielleicht versuchen sie es mal mit selbstgemalten (und somit günstigeren) Schildern. Sie haben aber auch die Hoffnung, dass die Stadt selbst offizielle Warnschilder montiert und die Polizei hin und wieder Tempokontrollen veranlasst.

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