Spätestens 2021 wird die Marienkirche geschlossen
Jetzt wird ein Investor gesucht

Greven -

Es ist wie ein Dominospiel. Wenn die neue Josefkirche öffnet, schließt die Marienkirche. Etwas Zeit ist bis dahin noch. Es wird ein Investor gesucht.

Samstag, 02.11.2019, 06:11 Uhr aktualisiert: 02.11.2019, 06:40 Uhr
Die ersten Reihen blieben zwar leer, aber ansonsten waren zahlreiche Gemeindemitglieder zur Versammlung der Pfarrgemeinde St. Martinus in der Marienkirche gekommen.
Die ersten Reihen blieben zwar leer, aber ansonsten waren zahlreiche Gemeindemitglieder zur Versammlung der Pfarrgemeinde St. Martinus in der Marienkirche gekommen. Foto: Günter Benning

Vielleicht hört man hinten besser. Oder man hat mehr Abstand zur Obrigkeit. Jedenfalls ist es nicht nur bei „Kirchens“ so, dass die erste Reihe gern verschmäht wird. Bei der Pfarrgemeindeversammlung von St. Martinus am Mittwoch blieben jedenfalls die ersten fünf bunten Reihen in der Marien-Kirche den Hauptamtlichen vorbehalten. Das Kirchenvolk saß im Parkett. 120 waren gekommen, auch weil es um die Zukunft der St. Mary‘s Jugendkirche ging.

Diese Zukunft, schilderte Pastoralreferent Matthias Brinkschulte, hängt von einer Baustelle ab. Am 15. November ist Richtfest an der neuen Josef-Kirche. Im Herbst 2020 soll die neue Kirche eröffnet werden. „Dann wechseln wir mit unseren Formaten von der Marien- zur Josefkirche“, sagt er.

Formate, so heißt das, wenn man neudeutsch von Kinder- und Jugendgottesdiensten oder Angeboten für junge Familien spricht.

Bilder aus der Marienkirche

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  • Die Jugendkirche St. Mary's in Greven soll Ende des kommenden Jahres geschlossen werden.

    Foto: Günter Benning
  • Die Jugendkirche St. Mary's in Greven soll Ende des kommenden Jahres geschlossen werden.

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Ohne dieses Format jedenfalls hat die Marienkirche keine Funktion mehr. „Die Zeit der Marienkirche“, so Brinkschulte, „endet spätestens 2020/2021.“ Verbunden ist damit auch das Haus Liudger, das in einem baulich unerfreulichen Zustand ist. Zudem verfügt die Gesamtgemeinde laut Berechnungen des bischöflichen Generalvikariats über 400 Quadratmeter Pfarrheimflächen zu viel. Im Moment schon habe man eine deutlich geringere Auslastung als vor fünf Jahren.

Klar, dass aus dem Publikum die Frage nach der Zukunft der Marienbücherei kam. Zumal die Nachfrage aus dem neuen Wohngebiet Wöste erheblich sei.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Dr. Frank Möllmann erklärte, man werde für die Bücherei einen passenden Ort finden. Vorrangig geht es der Gemeinde allerdings erst einmal darum, einen Investor zu finden, der das Kirchengebäude und sein Areal entwickelt. Vorgabe, so Möllmann: „Wir wollen die Kirche nicht abreißen.“

Anders als bei der Josefkirche sind der Gemeinde die Hände gebunden. Der Standort der Marienkirche wird in Zukunft nicht weiterentwickelt. Der Bedarf in der Innenstadt, hieß es, werde durch die Hauptkirche St. Martinus und die neue St. Josef-Kirche gedeckt. Links der Ems hatte man die Chance, Neues zu entwickeln. Möllmann: „Aber hier dürfen wir nichts machen.“

So unsicher noch ist, was aus dem 50er-Jahre-Bau der Marienkirche wird, dessen Innenraum deutlich weniger schmuckvoll ist, als es die alte Josef-Kirche gewesen ist, so sehr hängen doch manche Gemeindemitglieder an dem Gemäuer. „Mich freut“, sagte ein Senior in der Veranstaltung, „dass die Kirche erhalten bleiben soll.“

Vor zwei Jahren wurden erstmals Pfarrversammlungen in St. Martinus eingeführt. Die letzten standen unter dem Vorzeichen des Josef-Kirchen-Abrisses. Diesmal stand die neue Kirche erneut in der Kritik. Während die Gegner des Abrisses stets klagten, sie bekämen nur eine kleine Friedhofskapelle, ärgerte sich jetzt ein Teilnehmer, weil die neue Kirche eine Deckenhöhe von 3,80 Meter habe – aber bis 14,45 Meter Firsthöhe innen hinaufwachse: „Ökologisch ist das nicht – und nicht im Sinne der Bewahrung der Schöpfung.“

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