Halloween-Gruselgang bei Familie Holz
Schaurige Schicht im Nordschacht

Greven -

Einfach klasse, was die Familie Holz mit Hilfe auf die Beine gestellt. Am Drosselweg ging es zu Halloween unntertage.

Freitag, 01.11.2019, 17:11 Uhr aktualisiert: 01.11.2019, 17:30 Uhr
Harte Typen, die bei der Familie Holz in den Nordschacht eintauchen.
Harte Typen, die bei der Familie Holz in den Nordschacht eintauchen. Foto: Luca Pals

In allen Straßen streifen sie von Haus zu Haus – in kleineren oder größeren Gruppen, als Sensenmann, Gespenst oder Hexe: Auch Halloween 2019 waren wieder viele Kinder auf der Suche nach Süßem. Sie trafen auch auf Saures: Im Drosselweg. Bei Familie Holz.

Vorbei an dem Kumpel, dessen Gesicht vor Ruß die harte Arbeit unter Tage nicht verbergen kann, geht es in den Nordschacht. Langsam trauen sich Mutter und Tochter voran – ganz vorsichtig, immer darauf bedacht, dass hinter der nächsten Ecke jemand lauern könnte.

Im Nordschacht zu Halloween

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Und so ist es auch: Auf dem Weg zum Eingang des Nordschachtes achten die Grevener Kinder kaum auf den Schutt, der zu ihrer Linken liegt – darunter begraben: Ein Kumpel vergangener Tage. Vergraben lechzt er nach den Seelen der angsterfüllten Fremden.

Es geht weiter zum Beginn der Seilfahrt. Zuvor gibt es noch einige Erklärungen: „Schalten Sie ihr Handy aus. Sie wollen doch nicht, dass etwas explodiert“, ruft der Kumpel vom Eingang. Ein anderer wünscht: „Glück auf.“

Das werden sie brauchen: Mit der Bahn geht es 180 Meter in die Tiefe: Um Sie herum wird es immer dunkler, der Boden bebt und dann: Das Licht geht an, ein kleines Mädchen steht im Aufzug: „Buh!“

Der Schrei ist in der ganzen Nachbarschaft zu hören. Keine Pause, weiter geht es durch einen dunklen Tunnel – von allen Seiten greifen kalte Hände nach Schultern, Waden und Füßen.

Und am Ende jeden Weges steht bekanntlich der Tod: Auch hier. Der Tod holt den alten Old McGrey – ein letzter schauriger Moment, dann geht es durch die Hintertür hinaus: In die Freiheit. Raus aus dem Schacht. Geschafft.

Diese Szene spielte sich gleich mehrere Male ab. Jörg Holz – der Steiger der verrückten Familie erklärt: „Bei dem Andrang der vergangenen Jahre brauchten wir immer wohl zwei Stunden.“

Klar: Sie hat sich herumgesprochen. Die Gruselbahn im Drosselweg.

„Letztes Jahr hatten wir 60 bis 80 Kinder, die wir erschrecken konnten“, erinnert sich Holz und reibt sich schon die Hände beim Anblick der vielen Familien mit Kindern, die bereits gegen 19 Uhr eine lange Schlange vor dem Eingang bildeten.

Kurz danach wagen sich die ersten „Opfer“ durch die Bahn, der erste Schrei erklingt. Jörg Holz bekommt Gänsehaut: „Das ist einfach cool.“

Positiv verrückt eben: Was vor zehn Jahren mit einer Lautsprecherbox vor der Haustür begonnen hatte, wird Jahr für Jahr weiter ausgebaut: „Wir haben mit den Jahren einen gewissen Anspruch an uns selber gelegt“, verrät Holz.

Wir, das ist ein Team von 15 Grusel-Freaks aus Familie, Freunden und Bekannten. Wobei Halloween Jörg Holz selber nicht zusagt: „Ich bin kein Fan dieses amerikanischen Brauches. Ich würde auch auf keine Party an diesem Tag gehen.“

Deswegen habe er vor einigen Jahren angefangen, „den Spieß umzudrehen.“ Und das kam super an: Im vergangenen Jahr eine Piratenbahn, einst ein von Dämonen aufgesuchter Schrottplatz, bei dem von sich automatisch öffnenden Türen über sprechende Mülltonnen bis hin zu umfallenden Kreuzen so einiges geboten wurde.

Holz: „Wir gehen nach dem Motto No Limits. Auch wenn ein Kind Angst bekommt, bleiben wir erst einmal in unserer Rolle und decken alles zum Ende hin auf. Hier soll kein Kind mit Angstzuständen nach Hause gehen.“

Bei den Eltern kommt es super an. Eine Familie von der Schützenstraße ist durch die Bahn gegangen. Auch wenn die Tochter ein wenig Angst verspürt: „Das ist super. So viel Leidenschaft in Halloween zu setzen – einfach klasse.“

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