Kind durch Flaschenwurf schwer verletzt
Ende der Party auf Gleis 3

Greven/Kamen -

Polizei-Großeinsatz am Grevener Bahnhof. Ein Reisezug von Müller-Touristik steht am Freitag stundenlang auf Gleis 3. Genau 508 Passagiere sitzen fest, erklärt der Einsatzleiter der Polizei vor Ort: „Etwa 100 Polizisten aus verschiedenen Orten sind im Einsatz.“ Vorausgegangen war ein schwerer Unfall im Kamener Bahnhof.

Freitag, 01.11.2019, 19:18 Uhr aktualisiert: 02.11.2019, 11:07 Uhr
Polizisten befragen jeden Passagier im Zug nach Norderney, alle werden erkennungsdienstlich behandelt.
Polizisten befragen jeden Passagier im Zug nach Norderney, alle werden erkennungsdienstlich behandelt. Foto: Günter Benning

Ein zweijähriges Kind war am Freitagmorgen gegen 10.50 Uhr am Bahnhof in Kamen von einer Flasche getroffen und lebensgefährlich verletzt worden. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der Vater das Kleinkind auf dem Arm, als er am dortigen Treppenaufgang zu einem Gleis hinaufging, teilt die Polizei am Abend mit.

Ferienzug wird von der Polizei inspiziert

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  • Nach einem Unfall in Kamen wird ein Ferienzug von Müller Reisen auf dem Bahnhof in Greven von über 100 Polizisten untersucht.

    Foto: Günter Benning
  • Nach einem Unfall in Kamen wird ein Ferienzug von Müller Reisen auf dem Bahnhof in Greven von über 100 Polizisten untersucht.

    Foto: Günter Benning
  • Nach einem Unfall in Kamen wird ein Ferienzug von Müller Reisen auf dem Bahnhof in Greven von über 100 Polizisten untersucht.

    Foto: Günter Benning
  • Nach einem Unfall in Kamen wird ein Ferienzug von Müller Reisen auf dem Bahnhof in Greven von über 100 Polizisten untersucht.

    Foto: Günter Benning
  • Nach einem Unfall in Kamen wird ein Ferienzug von Müller Reisen auf dem Bahnhof in Greven von über 100 Polizisten untersucht.

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  • Nach einem Unfall in Kamen wird ein Ferienzug von Müller Reisen auf dem Bahnhof in Greven von über 100 Polizisten untersucht.

    Foto: Günter Benning
  • Nach einem Unfall in Kamen wird ein Ferienzug von Müller Reisen auf dem Bahnhof in Greven von über 100 Polizisten untersucht.

    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
  • Nach einem Unfall in Kamen wird ein Ferienzug von Müller Reisen auf dem Bahnhof in Greven von über 100 Polizisten untersucht.

    Foto: Günter Benning
  • Nach einem Unfall in Kamen wird ein Ferienzug von Müller Reisen auf dem Bahnhof in Greven von über 100 Polizisten untersucht.

    Foto: Günter Benning
  • Nach einem Unfall in Kamen wird ein Ferienzug von Müller Reisen auf dem Bahnhof in Greven von über 100 Polizisten untersucht.

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  • Nach einem Unfall in Kamen wird ein Ferienzug von Müller Reisen auf dem Bahnhof in Greven von über 100 Polizisten untersucht.

    Foto: Günter Benning

Aus einem durchfahrenden Zug flog plötzlich eine Flasche und traf das zweijährige Mädchen am Kopf. Schwer verletzt kam es zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Es bestehe akute Lebensgefahr, so die Dortmunder Polizei.

Der Zug fuhr zunächst weiter in Richtung Hamm und wurde in Greven angehalten. Eine Ermittlungskommission der Dortmunder Polizei hat die weitere Bearbeitung übernommen.

Dünen, Sand und Meer, aber auch Party und Disco – die Müller-Partytour startet regelmäßig von Köln in Richtung Norderney. Auch am Freitagmorgen bestieg eine feierwütige Mannschaft die roten Waggons mit den altertümlichen Abteilen und den Fenstern zum Hinabschieben. Manche unter den Reisenden trugen Lederhosen und Dirndl. Oktoberfestlaune.

Die war am Nachmittag verflogen. Rund 100 Polizeibeamte inspizierten am Grevener Bahnhof den Zug. Das Gleis 3 wurde für den Durchgangsverkehr nicht gebraucht. Für die Polizei fing dort die handwerkliche Ermittlungsarbeit an. Da sich offenbar niemand als „Werfer“ zu erkennen gab, wurde jeder einzelne Passagier befragt und ermittlungstechnisch behandelt. In den engen Waggon-Gängen standen Fahrgäste, die ihren Pass ins Smartphone der Polizei hielten. Gegen 16.30 Uhr, da stand der Zug bereits rund fünf Stunden hatten die Polizisten vier Wagen am Ende und zwei vorne abgearbeitet. „Langsam bekommen wir Hunger“, rief ein Reisender in Lederhose.

Bei den Reisenden war der Alkoholpegel um diese Zeit allerdings schon so hoch, dass die Lage geradezu skurril anmutete. Offenbar war der Anlass des Polizeieinsatzes bei manchem nicht ganz klar geworden.

Andere allerdings konnten nur mit dem Kopf schütteln. „Ich fahre seit 20 Jahren mit dem Zug nach Norderney“, meint Axel Bitter aus Essen, „so etwas habe ich noch nie erlebt.“

In der Bar des Zuges werden Getränke nur vom Faß oder in leichten Plastikgläsern ausgegeben, erklärte ein Vertreter von Müller-Reisen. Es lässt sich aber wohl nie ganz vermeiden, dass Reisende auch Getränke in Flaschen mitnehmen.

Update: Zweijährige außer Lebensgefahr

Kamen (dpa) - Das zweijährige Mädchen, das am Bahnhof im westfälischen Kamen von einer Flasche am Kopf getroffen wurde, schwebt nach Polizeiangaben nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Der Zustand des Kindes sei nach einer Operation stabil, sagte ein Sprecher der dpa. Der Vater des Kindes war mit dem Mädchen auf dem Arm gestern Morgen die Treppe zu einem Gleis im Bahnhof Kamen hinaufgestiegen. Unvermittelt flog dann nach ersten Erkenntnissen der Polizei aus einem durchfahrenden Zug eine Flasche. Sie traf das Kind am Kopf, es wurde lebensgefährlich verletzt. 

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