Bezirksausschuss Gimbte diskutiert über Kindergarten und Feuerwehr
„Wir wollen kein Containerdorf“

Gimbte -

Der St. Marien-Kindergarten in Gimbte hat einen Container-Trakt. Die Feuerwehr nebenan schult Mitglieder in einem roten, lüftungslosen Baucontainer. Als am Montag der Bezirksausschuss Gimbte die Lage vor Ort inspizierte, wurde die Enge deutlich. „Wir wollen kein Containerdorf werden“, meinte zwar Theo Große Wöstmann. Aber jede Lösung, die von der Verwaltung vorgeschlagen wurde, ist kompliziert. Erster Beigeordneter Cosimo Palomba war gleich mit einer ganzen Task Force für Gimbte angefahren. Vom Kämmerer Matthias Bücker bis zur Kita-Planerin Cordula Beinker.

Mittwoch, 06.11.2019, 06:28 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 15:56 Uhr
Enge im Eingangsbereich, wo 38 Kinder ankommen und ihre Garderobe aufgeben.
Enge im Eingangsbereich, wo 38 Kinder ankommen und ihre Garderobe aufgeben. Foto: Günter Benning

Die Probleme stellten zunächst die Betroffenen selbst dar. Kita-Leiterin Anja Riches machte klar, dass für ihre 38 Kinder der Raum in der Alten Schule zu knapp ist. Außerdem schlecht geschnitten. Die Toiletten reichen nicht. „Und weil Kinder oft gemeinsam müssen“, sagt sie drastisch, „geht schon mal was in die Hose.“

Löschzugführer Sebastian Siemon ließ einen Blick in den Schulungscontainer zu. Das Gerätehaus daneben ist eng, es gibt keine Duschen, schon gar keine getrennten Umkleiden und Toiletten. Auch die Anfahrt entspricht nicht den Sicherheitsanforderungen.

Bei der Frage nach Lösungen war zunächst die Analyse von Kita-Planerin Cordula Beinker wichtig: „Langfristig“, sagte sie, „sehen wir einen Bedarf von drei Kita-Gruppen in Gimbte.“ Dann habe man eventuell auch Luft, Kinder aus den Bauerschaften aufnehmen. Eine Gruppe mehr, das bedeutet entweder An- oder Neubau.

Den zweiten Eckstein der Diskussion setzte Guido Roters vom Grundstücksmanagement. Er stellte einen Forderungskatalog für einen neuen Feuerwehrstandort vor. Sein Fazit: „Unser Vorschlag wäre der Ascheplatz.“ Der befindet sich neben ihm Dorfzentrum, aber auch im Herzen der Gimbter. Theo Große Wöstmann jedenfalls meinte, aus vielen Gesprächen mit Dorfbewohnern schließe er: „Das geht nicht.“ Wogegen Ausschuss-Vorsitzender Johannes Hennigfeld (CDU) meinte: „Das Dorfzentrum ist uns wichtig. Aber wir werden Kompromisse machen müssen.“

Andreas Wenzel, zuständig für das Gebäudemanagement der Stadt, präsentierte dann die Alternativen für die Doppel-Baumaßnahme. Zunächst gehe man davon aus, dass der alte Teil der heutigen Kita, die Alte Schule, erhalten bleibe und angebaut werde. In jedem Fall muss es dann Provisorien geben.

Zum Beispiel, so Wenzel, „die Kita auf dem Bolzplatz, die Feuerwehr in einer Scheune.“ Alle drei Alternativen, die der Gebäudemanager vorstellte, hatten einen Nachteil: Der Neubau würde sich zwischen zweieinhalb und viereinhalb Jahre hinziehen. „Die Kinder“, wandte da Kita-Leiterin Riches ein, „sind schon geboren.“ Die Kosten sind auch erheblich, für Feuerwehr und Kita rechnet die Stadt mit je 1,25 Millionen Euro.

Adolf Liesenkötter (CDU) brachte eine Variante ohne Provisorium ins Spiel: „Einfach die neue Kita auf dem Bolzplatz bauen.“ Es muss jetzt weiter diskutiert werden, in Kürze will die Stadt mit einer ausgearbeiteten Vorlage kommen.

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