Mittelstandsvereinigung am FMO
Experten diskutieren über Verkehrs-Modellregion 4.0

Greven -

Nordrhein-Westfalen ist mit 738 000 Menschen in der Logistikbranche der wichtigste Verkehrsknotenpunkt Deutschlands. Und ein Schwergewicht in Europa. Aber wohl auch das Land mit den dicksten Staus. „Wir wollen NRW zur Modellregion 4.0 machen“, sagte Dr. Hendrik Schulze, Staatssekretär im Landesverkehrsministerium. Und das mit digitaler, moderner Verkehrsinfrastruktur.

Donnerstag, 07.11.2019, 08:53 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 09:00 Uhr
Verkehrsexperten (v.l.): Dr. Ruprecht Brandis (BP), Staatssekretär Dr. Hendrik Schulte, Prof. Dr. Werner Sieg, Peter Abelmann, Prof. Dr. Rainer Schwarz, Dr. Christoph Kösters und Rainer Betz (MIT).
Verkehrsexperten (v.l.): Dr. Ruprecht Brandis (BP), Staatssekretär Dr. Hendrik Schulte, Prof. Dr. Werner Sieg, Peter Abelmann, Prof. Dr. Rainer Schwarz, Dr. Christoph Kösters und Rainer Betz (MIT). Foto: bn

Wenn die Mittelstandsvereinigung Greven einlädt, geht es oft um Verkehr. So auch am Dienstagabend im FMO, wo Schulte den Weg in die Zukunft zeichnete. Seine Vision: Der Personenverkehr werde nur noch leicht zunehmen: „Da gibt es ein natürliches Ende, weil jeder nur ein Auto fahren kann.“ Doch beim Lkw-Verkehr sieht er dieses natürlich Ende nicht. Derzeit würden täglich zehn Millionen Päckchen im Land herumgefahren. Das könne „beliebig gesteigert“ werden.

Das Land fördere daher aktuell den Ausbau von Schiene und Wasserstraßen. In beiden Bereichen drohe der Rückgang vorhandener Kapazitäten. In den vergangenen Jahrzehnten seien 500 Schienenstrecken mit 5000 Kilometern still gelegt worden. Die Reaktivierung sei schwer und teuer. Und auch bei den Wasserstraße gebe es gerade in großen Städten einen Trend dahin, die Wohnbebauung bis in den Hafen zu schieben: „Da wundern die Leute sich, dass da noch Schiffe entladen.“ Als im jüngsten Sommer die ersten Tankstellenzapfhähne trocken lagen, weil der Rhein als Transportstrecke ausfiel, habe sich gezeigt, wie wichtig die Wasserstraßen sind.

Peter Abelmann vom Kompetenznetz Logistik NRW nahm mit auf einen Streifzug durch die alternativen Beförderungstechniken: Alternative Antriebe, mehr Anlieferungen in den Nachtzeiten, City-Hubs und Lastenräder. Da sei vieles in Bewegung. Wobei allerdings das E-Commerce-Geschäft mit immer neuen Forderungen komme, etwa der Lieferung am gleichen Tag: „Die Leute wollen das.“

Dr. Ruprecht Brandis von BP Europa sprach von einem grundlegenden Wandel in der Mobilität. Ob sich etwa die E-Mobilität durchsetzen könne, werde sich seiner Ansicht nach in den nächsten fünf Jahren erweisen müssen.

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