Dr. Susanne Sünderkamp ist neue stellvertretende Geschäftsführerin
„Mein Herz schlägt für die Pflege“

Greven -

Dr. Susanne Sünderkamp ist als stellvertretende Geschäftsführerin der katholischen Seniorenheime in Nordwalde, Reckenfeld und Greven berufen worden. Ihr Arbeitsplatz ist im St. Gertrudenstift.

Mittwoch, 13.11.2019, 11:46 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 11:50 Uhr
Dr. Susanne Sünderkamp ist neue stellvertretende Geschäftsführerin: „Mein Herz schlägt für die Pflege“
Foto: Günter Benning

Eine Woche. Das reicht noch nicht, um sich an einem neuen Arbeitsplatz auszukennen. Dr. Susanne Sünderkamp weiß das: „Ich habe schon mit vielen Menschen gesprochen.“ Aber bei 100 Mitarbeitern im Gertrudenstift braucht man schon etwas länger. Die 40-Jährige wurde vom Träger der drei Seniorenheime in Nordwalde, Reckenfeld und Greven als stellvertretende Geschäftsführerin berufen. Während Geschäftsführer Frank Lünchens Büro in Nordwalde ist, residiert Sünderkamp künftig an der Grevener Fredenstiege.

„Mein Herz schlägt für die Pflege“, sagt die gebürtige Nordwalderin, die auf dem Augustinianum ihr Abitur gemacht hat. Sie lebt mit Mann und drei Kindern in Greven: „Jetzt kann ich mit dem Rad zur Arbeit fahren.“

Die Grevener Mitarbeiter kennen Sünderkamp. In den letzten drei Jahren war sie als Qualitätsmanagementsbeauftragte bei der Diakonie in Münster tätig, Daneben organisierte sie Fortbildungen, etwa über die „Entbürokratisierung der Pflegedienste“. Ein Thema, das wie die Qualitätskontrolle, vielen Einrichtungen auf den Nägeln brennt.

Susanne Sünderkamp hat den Beruf von der Pike auf gelernt. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung als Krankenpflegerin am St. Franziskus-Hospital in Münster. Danach ging sie nach Luzern in der Schweiz. „Da ist man eine diplomierte Pflegefachfrau“, sagte sie. Die Wertschätzung des Berufs sei höher als in Deutschland, auch die Bandbreite der Arbeiten, die von Pflegekräften übernommen werden, unterscheide sich. Die deutsche Ausbildung, meint Sünderkamp, sei in der Theorie, die schweizerische in der Praxis besser.

Ihr Heimatgefühl führte sie dann wieder zurück. In Bremen nahm sie einen internationalen Diplom-Studiengang für Pflegeleitung auf. „Mein Ziel war es“, sagt sie, „gut für die Pflege argumentieren zu können.“ Ein Auslandssemester verbrachte sie in Durban in Südafrika, wo sie die Bandbreite der Medizin in Afrika kennenlernte: Von der Hightech-Medizin bis zu den traditionellen Heilern im Township.

Nach dem Diplom kam eine konzentrierte Familien- und Promotionsphase: „Zum Ende des Studiums kam das erste Kinder, zum Beginn der Promotion das zweite und zum Ende das dritte.“ Gut, dass ihr Mann als Softwareentwickler auch mal Home-Office machen kann: „Er hat die ganze Elternzeit genommen.“

Jetzt freut sich Susanne Sünderkamp auf ihre neuen Aufgaben. Auch wenn sie weiß, dass besonders im St. Gertrudenstift eine große Baustelle wartet: „Hier ist seit den 80er Jahren nicht viel investiert worden.“ Bäder müssen saniert, Leitungen erneuert, Meldeanlagen modernisiert werden. Und noch viel mehr.

80 Bewohner, 60 Apartments mit betreutem Wohnen, 15 Tagespflegebesucher und die gerade suspendierte Kurzzeitpflege mit 15 Plätzen – für die 100 Mitarbeiter gibt es da viel zu tun. Jetzt müssen die Wohnstandards im Haus an die Moderne angepasst werden.

„Alte Menschen“, sagt Sünderkamp, „haben ein Recht darauf, angemessen zu wohnen.“

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