Wirtschaftsforum lädt die Politik zum Gespräch über die Stadtentwicklung ein
Platz für eine Fachhochschule

Greven -

Hat Greven Platz für eine Fachhochschule. In jedem Fall, meint das Wifo. Und zwar zwischen Rathaus und Ems.

Donnerstag, 21.11.2019, 07:50 Uhr
Blick auf den Rathausparkplatz aus dem Obergeschoss des Rathauses heraus.
Blick auf den Rathausparkplatz aus dem Obergeschoss des Rathauses heraus. Foto: Günter Benning

Einfach wird es nicht. Und eine halbe Abfuhr musste er auch schon einfahren. Aber Heinz Gräber, Leiter des Arbeitskreises Innenstadtentwicklung des Grevener Wirtschaftsforums (Wifo), bleibt bei seinen großen Plänen für das Gelände zwischen Rathaus und Emsdeich. „Wohnbebauung, Geschäfte und ein Standort für eine Fachhochschule“, entwirft er eine Perspektive, mit der sich das Wifo seit geraumer Zeit befasst.

Gräber hat Erfahrung mit Großprojekten. Als ehemaliger Vorstand in der Fiege-Holding betreut er für das Logistik-Unternehmen auch heute noch einige Baumaßnahmen.

Der Arbeitskreis Stadtentwicklung des Wifo gliedert sich auf. In einer kleineren Gruppe diskutierten Grevener Architekten über Grevens Entwicklung. Dabei spielt der Rathausparkplatz eine große Rolle. Mitglied Bernard Hillebrand: „Ich könnte mir vorstellen, dass man das in einer Arbeitsgemeinschaft entwickelt.“ Statt in gegenseitiger Konkurrenz.

Seit geraumer Zeit steht der Wunsch nach einem FH-Standort auf der Wifo-Wunschliste. Es sollte irgendetwas mit Logistik sein. „Die Frage der Zukunft“, meint Wifo-Vorsitzender Frederik Venschott, „wird nicht sein, was man produziert, sondern, wie man es möglichst schnell liefern kann.“

Wifo-Mitglieder haben bereits ein Gespräch mit dem Präsidium der Fachhochschule Münster geführt, erklärt Gräber, „aber das war ein wenig enttäuschend“. Immerhin soll der Plan in einer kleinen Arbeitsgruppe weiter erörtert werden. Auch mit der privaten Hochschule FOM in Münster habe man gesprochen. In diesem Institut für berufstätige Studenten sei man auf Gegenliebe gestoßen.

Gräber ist sich auch sicher, dass Grevener Logistikunternehmen großes Interesse hätten, einen Fachhochschulstandort in der Nähe zu wissen. „Dort wird man sicher Sponsoren finden können“, glaubt er. Neben Fiege sind in Greven DHL, Hermes, HSE24 aktiv – um nur einige zu nennen. Alles potenzielle Arbeitgeber für FH-Absolventen.

Tatsächlich engagiert sich etwa die Fiege-Stiftung schon heute in der Wissenschaft. Der Master-Studiengang Logistik an der Fachhochschule Münster wird von vier Unternehmen unterstützt, die Grevener sind dabei. In Münster hat Fiege die Firma Westphalia DataLab gegründet. Auch da stehen Forschung, künstliche Intelligenz und Datenmanagement im Fokus.

Beraten lässt sich das Wifo von der Kanzlei Baumeister in Münster, Experten für Verwaltungsrecht, und vom Stadtplanungsbüro Wolters aus Coesfeld.

In einzelnen Gesprächen hat das Wifo seine Ideen bereits mit den politischen Fraktionen diskutiert, die teilweise ihre eigenen Ideen für das Rathausareal haben. Am 2. Dezember hat der Verein der Grevener Wirtschaft alle Fraktionen zum Gespräch eingeladen. Beteiligt sind auch die sechs Architekten aus dem Wifo-Arbeitskreis Stadtentwicklung.

Die wären übrigens daran interessiert, das Areal nicht in einem europäischen Wettbewerb entwickeln zu lassen – was von der Größe abhängt. Stattdessen, meint man, sollten Grevener sich damit befassen. Möglicherweise auch im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft.

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