Gerichte aus aller Welt: Aiat Elschal kocht ägyptisch
„Der Kümmel ist sehr wichtig“

Greven -

Mit vollen Einkaufstaschen betritt Aiat Elschal das Webikul. Darin: etliche Dosen, gefüllt mit vorgekochtem Essen. Es würde in der kleinen Küche zu lange dauern, das komplette Gericht zuzubereiten. „Ich mache das nur einmal im Jahr“, erzählt Elschal, „weil es so aufwendig ist.“

Montag, 02.12.2019, 18:28 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 18:30 Uhr
Aiat Elschal kocht ein typisches ägyptisches Gericht.
Aiat Elschal kocht ein typisches ägyptisches Gericht. Foto: Sina Hoffmann

Die aus Kairo stammende Elschal bereitet ein typisches ägyptisches Gericht vor – Kuschari. Nach und nach packt sie alle Dosen aus. Auf einmal hält sie eine Auflaufform mit Milchreis in der Hand: „In jedem Laden in Ägypten gibt es zu Kuschari Milchreis als Nachspeise.“

Elschal nimmt sich einen großen Topf aus dem Schrank und füllt Mengen an

vorgekochten Linsen hinein, dazu gibt sie Milchreis und füllt alles mit Wasser auf. Das Gemisch wird mit Salz, Maggi, Koriander und Kümmel gewürzt. „Kümmel ist sehr wichtig, denn Kuschari bläht“, meint Elschal.

Nachdem sie Knoblauch angebraten hat und dazu passierte Tomaten gegeben hat, fällt schnell ein Platzproblem auf: Elschal muss noch Nudeln kochen, und auf der Kochfläche ist kaum Platz.

„Die Nudeln habe ich im türkischen Markt gekauft. Es ist wichtig, dass sie sehr klein sind“, erzählt Elschal. „Alle alltäglichen Zutaten kaufe ich in den üblichen Supermärkten. Fleisch kaufen wir nur im türkischen Markt.“

Zu Kuschari wird kein Fleisch serviert. „Wenn man Kuschari zu Hause macht, muss man kein Fleisch zubereiten. Alle wichtigen Vitamine und Proteine sind enthalten“, meint Elschal, „und wenn ich es mache, isst es trotzdem keiner.“

Während Nudeln und Linsen-Reis-Mischung kochen, packt Elschal ihre letzten beiden Dosen aus: Sie füllt gebratene Zwiebeln in eine Schüssel und eine Art Tomaten-Gemisch, für die sie selbst kein genaues Wort hat, in eine weitere Schüssel. Die Schüsseln bringt sie in den Seminarraum des Webikul und platziert sie auf dem Tisch.

Am liebevoll geschmückten Tisch erzählt Elschal, dass sie normalerweise immer vor dem Essen ein Gebet spricht. Die 38-jährige Muslima hat diesmal eine Ausnahme gemacht und fängt an über sich zu erzählen.

„Ich lebe seit 14 Jahren in Deutschland. Ich habe zehn Jahre mit meinem Exmann und meinen Kindern in Hamburg gelebt und wohne seit vier Jahren in Nordwalde.“

In Greven besucht sie einen Sprachkurs im Webikul. Die Alleinerziehende kümmert sich um ihre vier Kinder im Alter von vier bis 12 Jahren.

Scherzend sagt sie: „Ich habe drei Jungen und ein Mädchen. Aber mir kommt es so vor, als hätte ich vier Jungen geboren.“

Neben der Erziehung der Kinder, dem Haushalt und dem Sprachkurs kommen die Hobbys von Aiat Elschal etwas zu kurz: „Früher habe ich gerne gelesen, jetzt mit den Kindern muss ich viel kochen.“

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