Unterschiedliche Ticketpreise für eine einfache Busfahrt zum FMO
Auf dem Fahrkarten-Basar

Greven -

Ist das so schwer? Wenn man in drei Ticket-Apps guckt, bekommt man drei Preise. Und zwar für eine Acht-Minuten-Fahrt in Greven.

Dienstag, 03.12.2019, 17:54 Uhr aktualisiert: 03.12.2019, 18:10 Uhr
Satte 10,30 Euro wären in der neuen Bahn-App mobil.nrw zu zahlen.
Satte 10,30 Euro wären in der neuen Bahn-App mobil.nrw zu zahlen. Foto: App

Hoppla, hier geht es zu wie auf dem Basar. Stellen Sie sich mal vor, sie wollten vom Grevener Hansaviertel zum FMO per Bus fahren. Acht Minuten sind das, fünf Stationen liegen auf der Strecke. Der Fahrer sagt: „10,30 Euro“. Sie sagen: „Nö, zu teuer, 3,30 Euro.“ Und dann einigen sie sich auf 4,10 Euro. Verrückter Quatsch, würde jeder sagen. Aber genau das ist es, was in der Welt der Fahrkarten-Apps derzeit passiert. Die Apps spielen freie Marktwirtschaft.

Die gleiche Fahrt – drei unterschiedliche Preise sind im Angebot. „Da stehen mir“, schreibt unser Leser Markus Bökhaus, der beim Ausprobieren auf das seltsame Ergebnis stieß, „drei Fragezeichen ins Gesicht geschrieben.“

Für alle, die nicht so online-nah dran sind wie Bökhaus: Zug- und Bustickets kann man schon seit längerem online buchen.

Zunehmend sieht man vor allem auf Fernreisen Passagiere, die nur noch einen QR-Code auf ihrem Handy vorweisen, den die Zugbegleiter elektronisch ablesen.

Auch im Nahverkehr sind Einzel, Mehrfach- und Monatstickets online zu buchen. Diese Möglichkeiten sind in den vergangenen Wochen noch einmal erweitert worden. Seit vorgestern auch durch die neue App mobil.nrw, hinter der die Bahn steht.

Markus Bökhaus hat für eine einfache Strecke die Probe aufs Exempel gemacht. Die Kurzstrecke vom Hansaviertel zum FMO hat er auf verschiedenen Apps aufgerufen: mobil.nrw. Westfalentarif und beim RVM – Ergebnis, siehe vorne.

„Warum“, sinnt der Fahrgast, „schlägt mir eine App eine korrekte Direktverbindung von acht Minuten vor und wählt dazu ein Ticket der Preisstufe 5 über Münster?“

Gestern Abend bat Bahnsprecher Dirk Pohlmann die Fahrgäste um Pardon: „Hier handelt es sich tatsächlich um einen Tariffehler, der durch die Kommunikation zwischen den Systemen entsteht. Wir werden den Fehler analysieren und so schnell wie möglich beheben.“

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