Bänke sollen für Notfälle nummeriert werden
SPD moniert Ideenklau

Reckenfeld -

Der Wahlkampf naht. Oder ist er etwa schon in vollem Gang? Im Bezirksausschuss Reckenfeld jedenfalls hat das Beharken der Parteien schon deutlich an Fahrt aufgenommen. Man beäugt sich und teilt bei passender Gelegenheit aus.

Freitag, 06.12.2019, 10:03 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 11:00 Uhr
Die CDU Reckenfeld will Sitzbänke nummerieren lassen, um Rettungskräften das Auffinden von Menschen in Not zu erleichtern. Das wollte die SPD schon 2018, weshalb es nun im Bezirksausschuss zu einem kleinen Wortgefecht kam.
Die CDU Reckenfeld will Sitzbänke nummerieren lassen, um Rettungskräften das Auffinden von Menschen in Not zu erleichtern. Das wollte die SPD schon 2018, weshalb es nun im Bezirksausschuss zu einem kleinen Wortgefecht kam. Foto: Oliver Hengst

Etwa in der letzten Sitzung des Gremiums, als es um das Thema Sitzbänke ging. Diese sollen, so hatte es die CDU beantragt, nummeriert werden, damit Bürger im Notfall angeben können, wo sie sich befinden. Mit dieser Angabe ausgestattet soll es für die Rettungsdienste leichter sein, die Einsatzstelle zu finden. „Ortsunkundige oder orientierungslose Personen müssten in Notsituationen nicht erst nach Straßennamen oder ähnlichem suchen. Diese Nummern bräuchten lediglich einmalig bei den Leitstellen hinterlegt werden“, argumentierte die CDU.

So weit, so gut. Doch der SPD kam der Inhalt des Antrages irgendwie bekannt vor. Er finde ihn zwar „ganz toll“, sei aber etwas „irritiert, dass er überhaupt gestellt wird“, gab Wolfgang Voß (SPD) zu. „Was soll das hier noch?“ Die Sozialdemokraten hätten doch 2018 einen nahezu gleich lautenden Antrag gestellt. Warum die CDU nun auf den Zug aufspringen wolle, sei für ihn nicht nachvollziehbar. „Wir danken der CDU für diesen schönen Antrag“, meinte auch Ausschussvorsitzender Klaus-Dieter Niepel (SPD) nicht ohne Ironie.

Seit 2018 sei halt leider nichts passiert, begründete Anika Stöcker für die CDU. Insofern wolle man „etwas unterstützend hinzufügen“. „Die Idee dazu kam auf, weil der ReBüVe sich so hervorgetan hat mit den ganzen Bänken, die überall installiert wurden.“ Und im Übrigen seien zum Bahnhof auch von allen Parteien Anträge gestellt worden – warum also nicht zu diesem Thema? „Es sollte endlich etwas passieren.“

Wolfgang Voß wollte das Vorhaben im Übrigen nicht auf Reckenfeld beschränkt sehen. „Das ist ein sinnvolles System, das wir für die ganze Stadt brauchen.“

Bürgermeister Peter Vennemeyer gab den aktuellen Stand wieder: In der Rettungsleitstelle werde derzeit ein Programm dazu erarbeitet. Die Bänke müssten dafür sinnvoll durchnummeriert werden. „Wir haben die Nummern auch in Teilen schon erhalten. Und wenn die fertig sind, werden wir die Nummern auf die Bänke kleben.“

Auf Nachfrage von Anika Stöcker, ob denn neu hinzukommende Bänke (nach 2018) auch aufgenommen würden, sagte Vennemeyer: „Ja, klar.“

Und spontan waren alle, ob rot oder schwarz, zufrieden, zumindest mit der Info über die laufende Umsetzung des Projektes. Wer, sobald das System an den Start geht, die Idee für sich reklamieren wird, bleibt abzuwarten.

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