Architekt Buhl stellt den geänderten Entwurf für die Reckenfelder Ortsmitte vor
Eine Häuserreihe weniger

Greven -

Überraschung im Ausschuss. Die Reckenfelder Dorfmitte soll schmaler und höher werden. Da regt sich Widerstand.

Samstag, 07.12.2019, 06:42 Uhr aktualisiert: 07.12.2019, 07:00 Uhr
Fünf Reihen Bebauung und dafür im Bereich der mehrgeschossigen Gebäude drei Geschosse – das ist der aktuelle Plan für Reckenfelds Ortsmitte.
Fünf Reihen Bebauung und dafür im Bereich der mehrgeschossigen Gebäude drei Geschosse – das ist der aktuelle Plan für Reckenfelds Ortsmitte. Foto: Stadt Greven

Eine Häuserreihe weniger als im ursprünglichen Gewinner-Entwurf vorgesehen – und dafür ein Geschoss obendrauf: Bei der Vorstellung des Bebauungsplanentwurfs für die Reckenfelder Ortsmitte zeigten sich nicht nur Vertreter des Reckenfelder Bürgervereins überrascht, die Schrumpfen und Aufstocken der Bebauung in der Fragestunde thematisierten.

Architekt Hans-Christian Buhl war zur Präsentation seines Bebauungsplanentwurfs in der gemeinsamen Sitzung des Bezirksausschuss für Reckenfeld und des Stadtplanungs- und Umweltausschusses eigens aus Berlin angefahren.

Auf der rund 4,6 Hektar großen Fläche in Reckenfelds Mitte sollen nach den Planvorgaben zwischen 150 bis 180 Wohneinheiten realisiert werden. Und das, so die Absicht, in einer ausgeglichen Mischung von Einfamilien-, Doppelhäusern und Geschosswohnungsbau.

Nachdem eine Jury vor geraumer Zeit den Berliner Entwurf von Buhl ausgewählt hatte, war er in Gesprächen in der Verwaltung noch einmal angepasst worden. Dabei ging es auch um Änderungen, die von der Jury empfohlen worden waren. Auch Verkehrsflächen wurden dabei teilweise den Gegebenheiten vor Ort angepasst – die übliche Planungsarbeit im Kleinen.

Stadtplaner Marco Scheil auf Anfrage dieser Zeitung: „Es war klar, dass die letzte Häuserreihe zu nah an der Baumreihe lag.“

Die Bäume, die heute den Sportplatz umrahmen, sollten weder im Kronen- noch im Wurzelbereich beschädigt werden.

„Dafür“, so Architekt Buhl, „mussten wir eine von sechs Häuserreihen entfernen.“ Um dann dennoch auf die gewünschte Zahl von Wohneinheiten zu kommen, habe man bei den Mehrfamilienhäusern statt zweigeschossiger Bebauung mit ausgebautem Dach auf drei Geschosse gesetzt.

„Wir begrüßen mehr Wohnraum, aber das entspricht nicht mehr dem Siegerentwurf“, meinte da in der Bürgerfragestunde Ludger Mussenbrock vom Reckenfelder Bürgerverein.

Auch Annika Stöcker von der Reckenfelder CDU befürchtete, wenn man etwa die Zahl der Doppelhäuser von 16 auf acht reduziere, werde das „eine andere Mischung geben“.

Für Peter Borgreve wäre es noch wichtig gewesen, Fragen des Klimaschutzes und der Energieeinsparung im Bebauungsplan deutlich zum Ausdruck zu bringen: „Das muss man auch ausdrücklich darin vorschreiben.“

Mehr Klarheit – und das in schriftlicher Form – mahnte SPD-Fraktionschef Dr. Christian Kriegeskotte an. Für die nächste gemeinsame Sitzung des Bezirksausschusses für Reckenfeld und des ASU-Ausschusses forderte er einen Bericht der Verwaltung, in dem alle Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Wettbewerbsentwurf enthalten seien. Dem schloss sich auch Ernst Reiling von Reckenfeld direkt an.

Der ursprünglich geplante Startschuss für die konkrete Bebauungsplanung in Reckenfeld verschob sich damit. Erst im kommenden Januar kann nun endgültig im Rat darüber entschieden werden.

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