Ursula Kortmann sagt dem Seniorenstammtisch Adé
„Ich brauche ein bisschen Ruhe“

Greven -

Ursula Kortmann gibt die Leitung des Seniorenstammtisches ab. Und so kann es sein, dass die Weihnachtsfeier inklusive Nikolaus das letzte Stammtischtreffen gewesen ist.

Freitag, 13.12.2019, 06:15 Uhr aktualisiert: 13.12.2019, 06:20 Uhr
Für Ursula Kortmann war der Auftritt mit Nikolaus Werner Teupe wohl der letzte beim Seniorenstammtisch. Sie hofft, dass sich doch noch ein Nachfolger findet.
Für Ursula Kortmann war der Auftritt mit Nikolaus Werner Teupe wohl der letzte beim Seniorenstammtisch. Sie hofft, dass sich doch noch ein Nachfolger findet. Foto: Peter Beckmann

Der zweite Mittwoch im Monat? Da hat es keinen Zweck. Da braucht es gar nicht versuchen, die Oma als Babysitter zu engagieren. Am zweite Mittwoch im Monat haben ganz viele Senioren in Greven keine Zeit – oder besser gesagt hatten. Denn an diesem Tag ist immer Seniorenstammtisch bei Öppe. Vorgestern war das auch so – aber vermutlich zum letzten Mal.

Doch von vorn. 14 Jahre ist es her, da initiierten Ursula und Herbert Kortmann den Seniorentreff. Zuerst fanden sie bei der Awo Unterschlupf. „Da waren wir gerade mal 30 Leutchen“, erinnert sich Ursula Kortmann.

Doch schnell kamen immer mehr Senioren und man wechselte in den Goldenen Stern. Dort kommen jeden zweiten Mittwoch im Monat immer so rund 100 Senioren zusammen. Zum Kaffee trinken, zum Klönen oder sich informieren oder unterhalten zu lassen. „Insgesamt haben wir rund 450 Senioren auf unserer Liste, die natürlich nicht immer bei jeder Veranstaltung dabei sind“, erklärt Ursula Kortmann.

Aber der Seniorenstammtisch ist nicht nur Stammtisch. „Ich habe inzwischen einen dicken Ordner mit Bildern unserer verschiedenen Fahrten und Ausflüge“, erzählt die Frau, die im kommenden Frühjahr nullt, also 80 Jahre alt wird.

Und auch das ist ein Grund. Ein Grund dafür, dass sie jetzt die Leitung des Stammtisches beendet. „Wir sind vor zwei Jahren umgezogen, das waren zwei anstrengende Jahre für uns“, erzählt sie und redet auch über ihren Mann Herbert, der zur Zeit im Krankenhaus weilt, den kaputten Knochen „reparieren“ lässt.

Denn auch die Organisation des Stammtisches und der vielen Ausflüge falle zunehmend schwer. „Ich brauche einfach ein bisschen Ruhe“, verdrückt aber eine Träne, als das Thema Nachfolger auf den Tisch kommt.

„Ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand finden würde“, sagt sie. Allein: Es hat sich bislang niemand bereit gefunden, das alles auf sich zu nehmen.

Und so kann es sein, dass die Weihnachtsfeier inklusive Nikolaus Werner Teupe das letzte Stammtischtreffen gewesen ist. „Mir fällt es einfach nicht mehr so leicht“, begründet sie noch einmal. Und man merkt ihr an, dass ihr der Ausstieg richtig schwer fällt.

Aber: Ein ganz kleines bisschen Hoffnung hat sie noch. „Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der das machen möchte.“

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Interessenten melden sich einfach telefonisch bei Ursula Kortmann unter ' 67 73.

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