Personalhaushalt im Hauptausschuss diskutiert
Bessere Bindung durch Beförderung

Greven -

A 14 oder A 15, das hält der Nicht-Beamte möglicherweise für Autobahnen. Der Beamte weiß, dass zwischen diesen beiden Stufen in der Besoldung des öffentlichen Dienstes jährlich zwischen 8150 und 7600 Euro Brutto-Unterschied klaffen. Jetzt will die Stadt vier A14-Stellen in A15-Stellen umwandeln.

Freitag, 13.12.2019, 09:15 Uhr aktualisiert: 13.12.2019, 09:20 Uhr

„Die Arbeitsleistung und Belastung der Kollegen rechtfertigt das“, meinte Erster Beigeordneter Cosimo Palomba am Donnerstag im Hauptausschuss. Insgesamt liegt der Mehraufwand bei jährlich 40 000 Euro.

„Wir haben große Probleme, unsere Stellen nachzubesetzen“, begründete Palomba die Erhöhung. Bei einer Besetzung von 229 vollen Stellen im Rathaus (ohne TBG) habe es 2019 genau 71 Bewerbungsverfahren gegeben. Elf Mitarbeiter gingen in Rente oder Pension, 19 verließen die Verwaltung, sieben Azubis kamen – der Rest wechselte den Job im Amt. Bei acht Neubesetzungen für leitende Posten – etwa Feuerwache, Stadtplanung, TBG – wurden Kandidaten im Assessment-Verfahren ausgewählt. Jedes Mal entstanden Kosten von rund 40 000 Euro. „Wenn wir darauf verzichten“, meinte Bürgermeister Peter Vennemeyer, „kann ein Fehlgriff für uns viel teurer werden.“

In der Diskussion gab es gegen die Verschiebungen keinen Widerspruch. Die CDU kündigte noch Beratungsbedarf an, deshalb wird erst im Rat abgestimmt. Dr. Christian Kriegeskotte (SPD) verwies auf die Sogwirkung von Münster, wo 160 Stellen zu besetzen seien: „Es ist einfach notwendig, Fachkräfte zu halten.“ Drohende Abwerbung fürchtete auch Ernst Reiling (Reckenfeld direkt). Thomas Hudalla (Linke) lobte den Eifer der Verwaltung: „Wenn man hier herläuft, sieht man nur rauchende Köpfe.“ Auch Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) hielt die Erhöhung für richtig: „Ein bisschen leid tut es uns für Herrn Wilpsbäumer, der mit A14 auskommen musste.“ Musste der TBG-Chef nicht, korrigierte Bürgermeister Vennemeyer: „Betriebsleiter haben bei uns A15.“

Beim Besoldungsvergleich mit anderen Städten, den Beigeordneter Cosimo Palomba vortrug, wurden große Differenzen deutlich. Emsdetten etwa habe drei Wahlbeamte (Greven: 2) sowie zwei A16- und A15-Stellen. Ibbenbüren habe fünf A15-Stellen. Aber weil die Stadt über 40000 Einwohner hat, liegt der Bürgermeister bei B6 (Greven B5).

Insider kritisieren allerdings im Anschluss an die Sitzung, dass ein derartigen Schluck aus der Pulle für eine Stadt nicht angemessen sei, die bei der Grundsteuer A auf Rang 11 in NRW und auch bei Grundsteuer B und Gewerbesteuer über der Nachbarstadt Emsdetten liege. Die Entscheidung fällt im Rat.

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