Cinthya Delagado De Viera backt Arepas
Die passen einfach zu allem

Greven -

Cinthya Delagado De Viera stammt aus Venezuela und backt heute Arepas

Samstag, 14.12.2019, 14:13 Uhr aktualisiert: 15.12.2019, 14:22 Uhr
Maismehl, Wasser, Öl und Salz – die Zutaten für die Arepas sind sehr übersichtlich und sie sind schnell gemacht.
Maismehl, Wasser, Öl und Salz – die Zutaten für die Arepas sind sehr übersichtlich und sie sind schnell gemacht. Foto: Sina-Marie Hofmann

Während Cinthya Delagado De Viera einige Gläser mit Wasser füllt, um sie dann in eine Schüssel zu geben, lacht sie und erklärt: „Normalerweise messen und wiegen wir die Zutaten nicht ab.“ Aber damit jeder das typische venezuelanische Gericht – Arepas – nachkochen kann, gibt sie sich viel Mühe, um genaue Angaben machen zu können.

In der kleinen Küche des WeBikul steht vor ihr ein Gerät, das einem Waffeleisen gleicht. Daneben eine Kochplatte aus Metall. Dazu Delagado De Viera: „Hier haben wir die moderne und die alte Methode. Die Leute aus Venezuela stehen dem Gerät etwas skeptisch gegenüber.“ Sie jedoch sei Fan des Gerätes, denn sie bereitet fast täglich Arepas zu.

Statt Brot und Brötchen serviert sie die heimische Speise. „Arepas sind glutenfrei und gesünder als Weizenbrötchen“, erklärt Delagado De Viera. Denn neben Wasser ist die Hauptzutat Maismehl, welches sie im afrikanischen oder thailändischen Markt in Münster kauft. „Hier in Greven habe ich es gesucht“, erzählt Delagado De Viera, „aber bisher leider noch nicht gefunden.“

Während sie den Teig gut durchknetet erklärt Delagado De Viera: „Arepas kann man nur salzig zubereiten. Aber in jedem Land gibt es verschiedene Formen von Arepas. Beispielsweise mit Käse oder frittiert.“ Dazu könne man fast alles servieren – von schwarzen Bohnen, über Fleisch und Fisch oder einfach Butter, alles passe dazu.

Nachdem Delagado De Viera den Teig fertig geknetet hat, formt sie ihn in handflächengroße Kugeln und drückt diese etwas platt, um sie dann auf die Kochplatte zu geben. „Man kann auch eine normale Pfanne benutzen“, erläutert Delagado De Viera, „aber dann sollte es keine Gute sein. Das Maismehl macht sie sonst kaputt.“

Während die Arepas in dem Gerät und auf der Platte brutzeln, erzählt die 46 jährige Delagado De Viera: „In Venezuela sind wir eine Mischung aus verschiedenen Kulturen.“ Seit 2003 lebt sie mit ihrem Mann Julio Viera Ibarra in Deutschland. Denn ihr Mann bekam ein Stipendium in Dresden, Delagado De Viera und deren erstgeborene Tochter kamen sechs Monate später nach. Danach lebten sie noch im Saarland, in Hamm und Dortmund, bis ihr Mann eine Stelle als leitender Arzt der Neuroradiologie im Herz-Jesu-Krankenhaus in Münster-Hiltrup bekam. Die gelernte Fotografin arbeitet seit vier Jahren im Bistum Münster als Pfarrsekretärin. Seit 2013 hat sie die deutsche Staatsangehörigkeit und wohnt seit 2017 mit ihrem Mann und zwei von drei Töchtern in Greven.

Nach circa 20 Minuten sind die Arepas fertig. Am weihnachtlich geschmückten Tisch des Seminarraums schneidet Delagado De Viera ihr Arepa auf und belegt es mit Feta und Kochschinken, dabei erklärt sie: „Uns ist es sehr wichtig, Weihnachten als Familie zusammen zu feiern.“ Leider können sie seit einigen Jahren das Weihnachtsfest nicht mit allen Familienmitgliedern verbringen – fast alle leben noch in Venezuela. „Wegen der politischen Lage“, erklärt sie und fügt hinzu: „Seitdem habe ich weder meinen Vater, noch meine Geschwister gesehen. Ich würde gerne nach Hause fliegen, sehr gerne.“ Doch die Situation in Venezuela verschlimmere sich immer weiter. Wenigstens durch Apps wie Whatsapp können Delagado De Viera und ihre Familie Kontakt halten.

Doch mit einem Lächeln auf den Lippen meint sie dann: „ Deutschland ist meine zweite Heimat. Das muss ich sagen, wir sind so dankbar hier leben zu dürfen.“

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