Irma Igoschin kocht russische Teigtaschen
Köstlich und kommunikativ

Reckenfeld -

Die Pelmeni, die heute von Irma Igoschin vorbereitet werden, bleiben direkt bei mir. „Das wird dann Dein Weihnachtsgeschenk“, sagt sie lachend und kommt mit den vorbereiteten Zutaten in meine Küche. Ja, es gibt nichts schöneres als selbst gemachte Dinge. Vor allem, wenn sie so lecker sind.

Freitag, 20.12.2019, 09:01 Uhr aktualisiert: 20.12.2019, 09:10 Uhr
Die Pelmeni werden mit einer Hackmasse gefüllt und dann in ihre typische Form gebracht. Übung macht den Meister.
Die Pelmeni werden mit einer Hackmasse gefüllt und dann in ihre typische Form gebracht. Übung macht den Meister. Foto: Rosemarie Bechtel

Pelmeni zählen laut Wikipedia zu den russischen Nationalgerichten und sind in allen Teilen des Landes bekannt. Es wird angenommen, dass der Ursprung in der Region des Urals, der Wolga und Sibiriens liegt.

Nun, genau aus dieser Region, 600 Kilometer von Nowosibirsk entfernt, aus dem kleinen Dorf Grischkowka, stammt die 59-Jährige.

„Mein Vater hatte deutsche Wurzeln. Bei uns zuhause wurde immer deutsch gesprochen“, erzählt sie. Wenn sie Deutsch im Dialekt spricht, ist herauszuhören, dass die Vorfahren wohl zu den Donauschwaben gehören. „Aber irgendwo gibt es da bei uns auch friesische Wurzeln“, wird er-klärend hinzugefügt.

Beim Füllen der kleinen Teigstücke kann man sich gut unterhalten. Vorausgesetzt man hat den Dreh raus und füllt nicht zu viel des lecker gewürzten Hackfleischs in den Nudelteig. „Nur wenig Hack nehmen, in die Mitte legen und Platz am Rand lassen. Dann an den Rändern gut zusammendrücken und die verbliebene Ecke leicht übereinanderlegen“, gibt die Köchin Anweisungen. Pelmeni haben von der Optik her Ähnlichkeit mit Tortellini und doch – sie haben wieder ihren ganz eigenen Geschmack.

Vor 20 Jahren kam Irma Igoschin mit ihrer Familie nach Deutschland. Erste Station war Laer, als nächste Station folgte Reckenfeld, wo sie Arbeit fand. Ihr inzwischen verstorbener Mann fand Arbeit in Mesum. „Acht Jahre haben wir in Reckenfeld gewohnt, dann sind wir nach Emsdetten gezogen“, erzählt sie. Dort hat sie inzwischen einen Schrebergarten, in dem alles, was man so an frischem Gemüse anbauen kann, angebaut wird. So wie sie aus ihrer ehemaligen Heimat kennt. „Da hatten wir alles, was wir brauchten im Garten, einschließlich Tiere. Nur Süßigkeiten wurden ab und zu mal gekauft“, erinnert sie sich.

Vieles aus dem eigenen Schrebergarten wird nach traditionellen russischen Rezepten verarbeitet. „Man kocht so, wie man es gelernt hat“, sagt Irma Igoschin.

Offenbar gefiel es ihr in Reckenfeld, denn seit Juni 2017 wohnt sie mit ihrem Lebensgefährten wieder hier im Ort. Ein Glück für mich, so eine Mieterin zu haben, denn sonst würde ich nicht hin und wieder und gerade jetzt zu Weihnachten, mit einer Riesenportion selbst gemachter Pelmeni versorgt.

Die Menge die an diesem Morgen gefüllt wird, reicht für vier Mahlzeiten für jeweils zwei Personen. Die erste haben wir uns gleich schmecken lassen.

Serviert werden sie je nach Geschmack mit Schmand, der auch mit etwas Ketchup verrührt werden kann, oder – noch leckerer – mit Creme fraiche. „Man kann sie auch als Suppeneinlage verwenden, oder wenn welche vom Vortag übrig bleiben, kurz in der Pfanne anbraten“, gibt die Köchin noch einen Hinweis, wie man die leckeren Teigtaschen anders servieren kann.

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