Schornsteinfegermeister Achim Inkmann
Über den Dächern von Greven

Greven -

Er wird in einem Atemzug mit dem vierblättrigen Kleeblatt, dem Hufeisen und dem Glücksschwein genannt: der Schornsteinfeger. Ein Porträt des Schornsteinfegermeisters Achim Inkmann.

Mittwoch, 01.01.2020, 18:52 Uhr aktualisiert: 01.01.2020, 19:20 Uhr
Schornsteinfegermeister Achim Inkmann: Über den Dächern von Greven
Foto: Pia Weinekötter

Er wird in einem Atemzug mit dem vierblättrigen Kleeblatt, dem Hufeisen und dem Glücksschwein genannt: der Schornsteinfeger. Und viele Leute wollen ihrem Glück nicht nur zum Jahreswechsel von diesem Glücksbringer auf die Sprünge helfen lassen. „Es gibt Leute, die einen am Arm oder an der Schulter berühren oder auch gerne die goldenen Knöpfe am Koller anfassen“, erläutert Schornsteinfegermeister Achim Inkmann und ergänzt schmunzelnd, „meistens sind sie dann ganz enttäuscht, wenn ihre Finger nicht dreckig und schwarz werden.“

Dass der Schornsteinfeger aber tatsächlich zu Recht als Glücksbringer angesehen wird, ist historisch sogar nachvollziehbar. „Bedingt durch die Einführung der Kehrpflicht im Mittelalter kam es zu deutlich weniger Bränden in den Häusern und somit brachte der Schornsteinfeger Sicherheit und damit Glück ins Haus“, erklärt Inkmann.

Die heutigen Aufgaben gehen jedoch weit über das damalige Schornsteinfegen hinaus. „Von einem Schornstein spricht man heute auch nur, wenn es sich um eine komplette Rauchgasleitung vom Keller bis übers Dach für feste Brennstoffe wie beispielsweise Kohle oder Holz handelt,“ erläutert der Unternehmer die unterschiedlichen Definitionen. Handle es sich jedoch um flüssige oder gasförmige Brennstoffe wie zum Beispiel Öl oder Gas, so redet man von Abgasleitungen. Die Schornsteine werden von seinem Betrieb gefegt und die Heizungsanlagen je nach Typ alle ein bis drei Jahre unter anderem mittels Abgasmessung überprüft.

Doch das Leistungsspektrum reicht noch weiter: Nach Wegfall des Kehrmonopols 2013 bleiben für die sogenannten bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger in den vier Grevener Kehrbezirken die hoheitlichen – also an den Bezirk gebundenen – Aufgaben bestehen. Dazu gehört auch die Abnahme von Schornsteinen und Feuerstätten bei Neu- und Umbauten sowie die Durchführung der Feuerstättenschau.

„Diese dient der Betriebs- und Brandsicherheit, der Energieeinsparung und dem Umweltschutz und ist laut gesetzlichen Vorgaben zwei Mal in sieben Jahren durchzuführen“, betont der 54-Jährige. Zu den weiteren Aufgaben seines Schornsteinfeger-Betriebes gehören die Beratung hinsichtlich Neuinstallation oder Austausch von Kaminöfen, Heizungsanlagen und Schornsteinen, die Installation und Wartung von Rauchwarnmeldern, die Gashausschau und das Ausstellen eines Gebäudeenergieausweises. „Bei Veräußerung einer Immobilie sind diese mittlerweile vorgeschrieben: für Gebäude nach 1978 reicht der einfachere Verbrauchsausweis, für die älteren ist der aufwendigere Bedarfsausweis notwendig“, weiß Inkmann als Experte.

Das Berufsbild des „schwarzen Mannes“ hat sich immer weiter gewandelt: „Heute nimmt insbesondere der Umweltschutz und auch die Büroarbeit in Form von ausführlichen Dokumentationen einen immer größeren Stellenwert ein.“

Auf seine Aufgaben wurde der gebürtige Grevener gut vorbereitet. Der Ruß liegt ihm quasi im Blut, denn schon sein Vater, Willy Inkmann, war Schornsteinfegermeister, bei dem Achim Inkmann auch seine Ausbildung absolvierte. Etliche Gesellenjahre in Münster sowie die Meisterprüfung 1989 folgten und Achim Inkmann bewarb sich um einen eigenen Kehrbezirk. Der wurde ihm 2002 zugeteilt, so dass er dann den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Seit 2005 ist er für seinen jetzigen Bezirk im Herzen von Greven zuständig.

Zusammen mit seinem Meistergesellen Lars Jahnel – „die meisten Betriebe arbeiten nach wie vor mit zwei Schornsteinfegern“ – bietet Inkmann alle Schornsteinfegertätigkeiten an. Das sind für Inkmann kurze Wege zum Kunden und der Kunde hat einen direkten Ansprechpartner vor Ort – und trifft seinen persönlichen Glücksbringer auch mal beim Brötchenholen.

Ob der Schornsteinfeger tatsächlich Glück bringt? „Einen Sechser im Lotto hatte ich noch nicht“, schmunzelt der zweifache Familienvater. „Aber ich bin glücklich verheiratet und habe einen tollen Beruf: immer an der frischen Luft, über den Dächern von Greven, im Kontakt mit vielen Menschen und mit immer neuen Herausforderungen.“

Nicht umsonst heißt das Motto der Schornsteinfeger „Zum Glück gibt’s den Schornsteinfeger!“

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