Stadt fällt Ulmen an der Bahnhofstraße
Bevor der nächste Sturm kommt

Reckenfeld -

Die Ulmen an der Bahnhofstraße in Reckenfeld sind durch Sturm und Trockenheit stark geschädigt und nicht mehr standsicher. Um zu vermeiden, dass der nächste Starkwind sie umstürzt, fällt die Stadt die Bäume in dieser Woche.

Mittwoch, 08.01.2020, 09:28 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 09:30 Uhr
Stadt fällt Ulmen an der Bahnhofstraße: Bevor der nächste Sturm kommt
Foto: Oliver Hengst

Die ersten liegen schon zerteilt darnieder, weitere werden im Laufe der Woche folgen. An der Bahnhofstraße lichten sich die Reihen, die Stadt fällt dort Ulmen. Die Straße ist dafür laut Aushang die ganze Woche voll gesperrt. Für Anlieger ist das Einfahren in den abgesperrten Bereich jedoch möglich, zumindest zeitweise.

Die Bäume müssen nach Angaben der Stadtverwaltung „aus Verkehrssicherheitsgründen zwingend gefällt werden“. Die Stadt schafft also keine Fakten im Zusammenhang mit einer eventuell anstehenden Umgestaltung der Bahnhofstraße. Diese Frage hat – wenn überhaupt – nur mittelbar mit der Fällung der Ulmen zu tun.

Die Bäume seien „schlicht und einfach nicht mehr standsicher“, heißt es auf Anfrage aus der städtischen Pressestelle. Man wolle „keinen möglichen Frühjahrssturm abwarten, bevor man sie fällt“.

Auch aus einem anderem Grund ist der Zeitpunkt günstig: Am 1. März beginnt die Vogel-Brutsaison. Während dieser Schutzzeit ist das Fällen und selbst das starke Zurückschneiden bestimmter Gehölzarten verboten. Ausnahmen sind dann nur möglich, wenn von einem Baum eine akute Gefahr ausgeht.

Die nun betroffenen Bäume sind nicht die ersten, die an der Bahnhofstraße gefällt werden. Während des Sturmtiefs Friederike war bereits ein Baum umgestürzt, nach dem Sturm mussten sechs weitere gefällt werden, weil sich ihre Wurzelteller zum Teil stark angehoben hatten. Vier weitere Bäume waren bereits zwischen 2013 und 216 Starkwinden zum Opfer gefallen.

Auch wenn die nun laufenden Fällarbeiten für sich stehen, sind sie letztlich der Auslöser einer Debatte. Die Verwaltung hat vorgeschlagen, die Situation zu nutzen, um die Bahnhofstraße ganz neu zu gestalten – etwa die Parkplätze anders zu positionieren und die Fahrbahn zu verschwenken. Bevor die Lokalpolitik diese Debatte führt, will sie, dass auf jeden Fall eine vorherige, umfassende Bürgerbeteiligung stattfinden soll. Hier herrscht große Einigkeit.

Vor der Kommunalwahl werde es jedoch keine Bürgerinformationsveranstaltung und somit „auch keine Entscheidung über irgendeine denkbare Variante der weiteren Planung“ geben, betont die Pressestelle. Die Umsetzung einer – wie auch immer gearteten – Umgestaltung der Bahnhofstraße werde voraussichtlich in den Haushalt 2022 eingestellt, es bestehe also kein Zeitdruck.

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