Bundesweite Aktion auch in Greven
Mahnwache gegen Altersarmut

Greven -

Am 24. Januar finden im ganzen Land rund 200 Mahnwachen gegen Altersarmut statt. Auf Initiative von Monika May auch in Greven – als einzige Stadt im Kreis und dem Umland.

Donnerstag, 09.01.2020, 06:20 Uhr

Warum sie sich der Bewegung angeschlossen hat? „Aus Frust“, sagt Monika May. Frust darüber, „dass es mir ähnlich ergehen wird.“ Monika May fürchtet, von Altersarmut betroffen zu sein, wenn sie in Rente geht. Und dass, obwohl sie dann viele Jahre Beiträge eingezahlt haben wird. Das bringt sie auf die Palme. Also schloss sie sich der bundesweiten Aktion „Fridays gegen Altersarmut“ an.

Am Aktionstag (24. Januar) finden im ganzen Land rund 200 Mahnwachen statt. Auf Initiative von Monika May auch in Greven – als einzige Stadt im Kreis und dem Umland.

Um 15.30 Uhr will sie sich mit Mitstreitern am Café Liesenkötter treffen, von 16 bis 18 Uhr soll dann die Mahnwache auf dem Marktplatz stattfinden. 20 Rückmeldungen hat sie von Menschen bekommen, die sich beteiligen wollen. Natürlich hofft Monika May, dass es am Ende deutlich mehr werden. Um ein Zeichen zu setzten. Um die politisch Verantwortlichen zu mahnen, selbstredend. Aber auch, um Betroffene auf das Thema aufmerksam zu machen. „Viele wissen gar nicht, dass sie das Thema auch betreffen kann“, sagt Monika May.

Sie selbst hat sich, nachdem sie auf „Fridays gegen Altersarmut“ aufmerksam wurde, mal mit ihrer eigenen Rente, die sie zu erwarten hat, auseinandergesetzt – und war erschüttert. Die Reckenfelderin ist im öffentlichen Dienst beschäftigt. 45 Jahre Berufstätigkeit und Durchschnittslohn liefen auf gerade mal 1300 Euro Rente hinaus. „Und die werden noch besteuert. Und dann geht noch Krankenversicherung runter.“ Mache unter dem Strich gerade mal 1000 Euro. Und gleichzeitig stiegen die Preise in zentralen Lebensbereichen: Wohnen, Mobilität, Heizen.

Für Monika May allemal gute Gründe, auf das Problem der Altersarmut aufmerksam zu machen. Dass die Bewegung in Anlehnung an „Fridays for future“ einen ähnlichen Namen wählte, heiße im Übrigen nicht, dass es sich um eine Gegenbewegung zur Klimabewegung handele. Man wolle, räumt sie ein, nur die Bekanntheit dieser Bewegung nutzen, um mit einem ähnlichen Namen auf die eigenen Anliegen aufmerksam zu machen. Bei denen es schließlich auch um die Zukunft geht. Den Vorwurf (unter anderem von volksverpetzer.de), bei „Fridays gegen Altersarmut“ handele es sich um eine rechte Bewegung, hält sie für falsch. Das treffe auf keinen Fall zu, betont May. Die Aktion sei ausdrücklich parteiunabhängig.

Wer sich an der Grevener Mahnwache beteiligen möchte, erreicht die Initiatorin per Mail: monimay30@gmail.com.

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