CDU und SPD stellen Kandidaten vor
Bürgermeisterwahl ohne Palomba

Greven -

Na endlich, es ist so weit. Der Wahlkampf zur Kommunal- und Bürgermeisterwahl wird eröffnet. Heute stellt die Grevener CDU ihren Bürgermeister-Kandidaten vor, exakt zwei Wochen später ist es bei den Sozialdemokraten soweit. Wer es denn jeweils sein wird? Das verrät noch niemand.

Donnerstag, 09.01.2020, 10:21 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 10:30 Uhr
Am 13. September haben die Grevener die Qual der Wahl. Zum einen wird der Rat gewählt, zum anderen der hauptamtliche Bürgermeister. Der Kandidat der CDU wird heute vorgestellt, der der SPD in zwei Wochen. Cosimo Palomba (Foto) hat zurück gezogen.
Am 13. September haben die Grevener die Qual der Wahl. Zum einen wird der Rat gewählt, zum anderen der hauptamtliche Bürgermeister. Der Kandidat der CDU wird heute vorgestellt, der der SPD in zwei Wochen. Cosimo Palomba (Foto) hat zurück gezogen. Foto: Peter Beckmann

Die Findungskommission der SPD hat jedenfalls jemanden gefunden. Laut Flurfunk ist das der Fraktionsvorsitzende der SPD im Grevener Rat, Dr. Christian Kriegeskotte. Bestätigen will diese Information aber niemand. Und sowieso: Die Mitglieder der Ortsvereine Greven, Reckenfeld und Gimbte haben am 23. Januar das Recht, über den Vorschlag der Kommission abzustimmen.

Die Gerüchte-Küche in Sachen CDU-Kandidat hat ja schon mehrere angeblich sichere Kandidaten geliefert. Neuestes Gerücht: Es soll angeblich eine Frau aus Greven sein, deren Ehemann in höhere Position in der Grevener Stadtverwaltung gearbeitet hat. Na ja, morgen wissen alle mehr.

Die Grünen haben sich am Dienstagabend im Rahmen einer Vorstandssitzung für einen Mitgliederentscheid ausgesprochen. „Wir wollen die Mitglieder ganz basisdemokratisch darüber abstimmen lassen, ob ein Grüner Kandidat aufgestellt wird und wenn ja, welcher“, sagte Janina Rebholz, eine der Sprecherinnen des Grevener Ortsvereins der Grünen. Diese Mitgliederversammlung finde am 18. Februar statt.

Die „Kleinen“ sind da ebenfalls noch unentschlossen. „Das Gerichtsurteil, das wieder eine Stichwahl vorschreibt, hat die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass auch wir einen Kandidaten ins Rennen schicken“, sagte Thomas Hudalla, Fraktionsvorsitzender der Linken. „Im Wahlkampf wird in der Öffentlichkeit häufig der Fokus auf die Bürgermeisterwahl gelegt. Ist man nicht dabei, findet man nicht statt.“ Entschieden sei aber noch nichts.

Ernst Reiling von Reckenfeld direkt möchte derweil abwarten, wer überhaupt kandidiert. „Wenn wir die Namen kennen, entscheiden wir, ob ein Kandidat von uns ins Rennen geschickt wird, oder ob wir einen anderen Kandidaten unterstützen“, sagte Reiling.

Die FDP hält sich personell aus dem Bürgermeister-Wahlkampf heraus. „Wir werden keinen Kandidaten stellen“, sagte Wilfried Roth. Die Unterstützung eines Kandidaten hänge von eben diesen ab. „Da müssen wir erst einmal schauen, wer kandidiert.“

Und was ist mit Cosimo Palomba, Erster Beigeordneter der Stadt? Der hatte vor Wochen seinen Hut in den Ring geworfen und mit der Unterstützung der bunten Koalition jenseits der CDU spekuliert. „Die CDU, die SPD und vermutlich auch die Grünen werden Kandidaten ins Rennen schicken, was bleibt da noch an Wählerpotenzial für mich übrig?“, erklärte Palomba auf Anfrage und schloss eine Kandidatur aus.

Er zeigte sich aber auch besorgt. In der Stichwahl laufe es auf ein Szenario „CDU-Kandidaten gegen den Rest“ hinaus. „Wer dann auch immer gewählt wird, hat ein Problem, die Mehrheit im Rat hinter sich zu wissen“, sagte er. Seine Idee einer parteiunabhängigen Kandidatur habe leider nicht funktioniert. „Aber ich bin mir sicher, dass nur ein Rat mit einem parteiübergreifend unterstützten Bürgermeister funktionieren kann.“

Wie dem auch sei: Natürlich kann sich auch noch jemand anderes berufen fühlen, Bürgermeister in der Emsstadt zu werden. Derjenige muss das 23. Lebensjahr am Wahltag vollendet haben und darf vom Wahlrecht und von der Wählbarkeit nicht ausgeschlossen sein.

Und dann kommt der Haken: Der Wahlvorschlag muss in einer Stadt oder Gemeinde in der Größe Grevens von mindestens fünfmal so vielen Wahlberechtigten, wie die Vertretung Mitglieder hat, persönlich und handschriftlich unterzeichnet sein. Gemeint ist der Rat, der hat in Greven derzeit 38 Sitze. Schnell gerechnet und schon ist man bei 190 Unterstützer-Unterschriften. Durchaus machbar.

Letztendlich müssen alle, die zum Bürgermeister oder zum Ratsmitglied gewählt werden wollen, bis zum 59. Tag vor der Wahl 18 Uhr beim örtlichen Wahlleiter den Wahlvorschlag eingereicht haben. Der 59. Tag vor der Kommunalwahl, die bekanntlich am 13. September stattfinden wird, ist der 16. Juli.

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