Andere Klänge an der Musikschule
Mehr Rock-Pop und ein neuer Bass

Greven -

Sonja von Gostomski kann sehr nette Bratschen-Witze erzählen. Zum Beispiel: Gibt ein Bratschist sein neues Instrument wieder zurück. Warum? „Weil jeder Saite einen anderen Ton hat.“

Mittwoch, 15.01.2020, 06:44 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 15:43 Uhr
Gut gelaunt: Eigentlich ist ja Musikschulleiterin Sonja von Gostomski von Haus aus Bratschistin. Aber hier streicht sie den neuen Bass, den die Schule für den Unterricht angeschafft hat.
Gut gelaunt: Eigentlich ist ja Musikschulleiterin Sonja von Gostomski von Haus aus Bratschistin. Aber hier streicht sie den neuen Bass, den die Schule für den Unterricht angeschafft hat. Foto: Günter Benning

Von Gostomski leitet seit etwas über 100 Tagen die Musikschule Greven/Emsdetten/Saerbeck. Und sie spielt Bratsche. Heute hat sie allerdings ein noch größeres Instrument in ihr Büro geschleppt, über das es auch nette Witze gibt: Der neue Bass der Schule.

Denn im frisch herausgekommenen Programm gibt es endlich wieder auch Bass-Unterricht. Mögen so große Instrumente immer ihre Spötter finden – gebraucht werden sie doch. Und der Bass ist Mangelware.

„Sehr gut angelaufen“ sei ihre Amtszeit in der GBS, wo die Musikschule ihren Hauptsitz hat. Sonja von Gostomski schwärmt von ihrem „tollen Kollegium“. In den letzten Wochen war sie viel unterwegs, denn die Musikschule hat viele Standorte.

So gehören zu den Kooperationspartnern in Greven die Martini-Grundschule, Erich-Kästner-Gemeinschaftsgrundschule, Nelson-Mandela-Gesamtschule und die Schule an der Ems (Förderschule), in Emsdetten Emanuel-von-Ketteler-Grundschule, Johannesschule, Josefschule, Wilhelmschule und das Gymnasium Martinum. Sowie in ­Saerbeck­ die St. Georg Grundschule.

In sechs Grundschulen bietet die Musikschule Jekits an – ein vom Land gefördertes Programm, um Kindern Gesang, Tanz, Instrumente nahe zu bringen. „Die Nachfrage ist groß“, sagt von Gostomski, „und wir müssen uns da öffnen.“

Zumal wegen der Ganztagsschulen für die klassischen Musikschulangebote nur noch Randzeiten in Frage kommen. Dann, wenn die Klassenräume nicht mehr gebraucht werden.

„Es gibt die Hoffnung“, sagt die Musikschulleiterin, „dass sich das mit G9 an den Gymnasien wieder etwas entspannt.“ Aber sicher ist sie da nicht. Für die Musiklehrer bedeutet die Arbeit einigen Aufwand: „Sie müssen mehrmals am Tag die Räume wechseln.“

Aber die Möglichkeiten sind noch nicht erschöpft. Um Kinder möglichst frühzeitig für die Musik zu begeistern, geht die Musikschule bald auch in Kitas. Musikalische Früherziehung ist dort angesagt.

Ansonsten will Sonja von Gostomski weiter den Zeitgeschmack treffen: „Wir machen mehr Rock-Pop-Angebote.“ Unlängst gab es bereits einen Bandworkshop, bei dem die Themen vom musikalischen bis zur Bühnentechnik reichten.

„Den werden wir wiederholen“, sagt die Schulleiterin. Im Gemeinschaftsprojekt „Backstage“ will die Musikschule sich auch an einer regelmäßigen Kleinkunstbühne im Jugendcafé des Kesselhauses beteiligen.

Am liebsten hätte die neue Schulleiterin einen eigenen Fachbereich für Rock-Pop. Aber das ist Zukunftsmusik.

Gut laufen auch die Angebote für Erwachsene. Zum Beispiel etliche Ukulele-Kurse. „Da sind viele Erzieherinnen dabei“, sagt sie. Das viersaitige Instrument ist einfach – aber wirkungsvoll als Liedbegleitung.

Einen Wunsch hat Sonja von Gostomski in Emsdetten: Dort sei die Musikschule wenig sichtbar. Am liebsten hätte sie dort eine feste Anlaufstelle für Musikschüler.

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