„Blues Company“ in der Kulturschmiede
Authentisch und mit großer Gefühlstiefe

GReven -

Seit fast 44 Jahren im Dienste des Blues unterwegs – die Blues Company verwöhnte am Samstagabend in der restlos ausverkauften Kulturschmiede die Liebhaber guter von Hand gemachter Musik.

Montag, 20.01.2020, 07:41 Uhr aktualisiert: 23.01.2020, 09:26 Uhr
Die Musiker hatten für ihr Konzert in der Kulturschmiede aus ihrem großen Repertoire ein überaus abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.
Die Musiker hatten für ihr Konzert in der Kulturschmiede aus ihrem großen Repertoire ein überaus abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Foto: Axel Engels

Man braucht eben nicht über den großen Teich in die US-amerikanischen Zentren von New Orleans bis Chicago zu reisen, um authentischen und unter die Haut gehenden Blues zu erleben.

Die wohl „dienstälteste“ Bluesband Deutschlands mit Todor „Tosho“ Todorovic, Mike Titré, Arnold Ogrodnik und Florian Schaube haben international Bluesgeschichte geschrieben, sind schon als Botschafter des Blues bezeichnet worden. An diesem Abend machten sie ihrem Ruf als versierte Musiker alle Ehre, übertrafen wohl noch die Erwartungen des Publikums. Für ihre Kreativität und Spielfreude schien es nicht nur stilistisch keine Grenzen zu geben.

Schon bei den ersten Songs wie „Middlename“, „The River“ und „Blues Been Good“ zeigte sich die frische Art, mit der die sympathischen Musiker den Blues zelebrieren. Mit Esprit und Leidenschaft machten die vier Musiker das, was sie seit Jahrzehnten immer weiter entwickelt haben: gute Musik mit großer Gefühlstiefe.

Dabei spannten sie den Bogen von langsamen Balladen bis zu spritzigen R&B- Nummern.

Mit warm timbrierter Stimme und überaus kultiviertem Saitenspiel wusste der bestens aufgelegte „Tosho“ Todorovic das Publikum einzufangen, konnte sich dabei auf die Qualitäten seines langjährigen Weggefährten Mike Titré an der Gitarre und Bluesharp verlassen. Der Dialog dieser beiden Musiker stimmte bis ins kleinste Detail, sie verstanden sich einfach bestens. Arnold Ogrodnik an Bass und Keyboard und der punktgenau spielende Schlagzeuger Florian Schaube sorgten für den groovenden instrumentalen Grund, konnte der Blues seine ganze Strahlkraft entfalten. Bei aller Routine waren immer genügend Freiräume für ausgedehnte Improvisationen, die begeistert vom Publikum aufgenommen wurden.

Die Blues Company hat sich über viele Jahre einen ganz eigenen Stil erarbeitet, sich von großen Vorbildern inspirieren lassen, diese aber nie imitiert. Ihren Sound erkennt man sofort und das macht die Musik so authentisch. Wenn in kleinen Moderationen der trockene britische Humor von Mike Titré aufblitzte und „Tosho“ Todorovic seinen Charme spielen ließ, schuf dies ein tiefes Band zum Publikum. Der Blues Company nahm man ab, wovon Songs wie „Alkin’ Blues“ „Brother“ oder „Work together“ handelten. Der Blues hat sich in über 100 Jahren stets weiterentwickelt, ist durch solche Formationen wie die Blues Company immer lebendig geblieben. Da, erklangen selbst alte Standards wie vom Staub der Zeit befreit.

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