Ensemble der „Hamburger Ratsmusik“ begeistert
Genuss für die Liebhaber feinster Kammermusik

Greven -

Von dem Ensemble der „Hamburger Ratsmusik“ wurde das Publikum am Sonntag im gut besuchten vierten Greven Klassik-Konzert in die musikalische Welt von Joseph Haydn und seinen Zeitgenossen entführt.

Montag, 20.01.2020, 20:10 Uhr aktualisiert: 23.01.2020, 09:26 Uhr
Ganz seltene zu hörenden Musik präsentierten die vier Musiker der „Hamburger Ratsmusik“ beim Klassik Konzert im Ballenlager.
Ganz seltene zu hörenden Musik präsentierten die vier Musiker der „Hamburger Ratsmusik“ beim Klassik Konzert im Ballenlager. Foto: Axel Engels

Wer gedacht hatte, dies sei nur etwas für Liebhaber alter Musik auf historischen Instrumenten, wurde schon beim ersten Stück eines Besseren belehrt.

Zwar ist das Ensemble der „Hamburger Ratsmusik“ spezialisiert auf die Musik aus dem Ouvres für Viola da gamba, aber es steht gleichsam in einem Dialog zwischen alter Musik und lebendiger Musizierkunst, überwindet bei stilistischer Reinheit die Jahrhunderte und belebt eine Musiktradition, die man eben nur in Hamburg finden kann.

Die Hamburger Ratsmusik hat eine 500-jährige Tradition, war bestimmt durch so große Komponisten wie Carl Philipp Emanuel Bach und Georg Philipp Telemann. In wechselnder Besetzung spielt das Ensemble der „Hamburger Ratsmusik“ auf höchstem künstlerischen Niveau Kostbarkeiten, die im allgemeinen Konzertbetrieb oftmals keine Beachtung finden.

Mit überaus kultivierter Spielweise ließen Simone Eckert, Christoph Heidemann, Bettina Ihrig und Dorothee Palm eine Musik erklingen, die ihren ganz eigenen Reiz hat. Beim „Quartetto A-Dur“ von Carl Friedrich Abel konnten die vier Musiker ihre ganzen Qualitäten einbringen. Da erklangen die Ecksätze mit jederzeit spürbarer Spielfreude und Lebendigkeit, erhob sich die Melodie im langsamen Mittelsatz in warm timbrierter Weise über den filigranen Verzierungen und Manierismen der Begleitung.

Auch das „Trio Nr. 87 a-Moll für Baryton, Viola und Violoncello“ sowie das „Trio Nr. 63 D-Dur“ von Joseph Haydn für die gleiche Besetzung lud zum Träumen ein, war in seiner facettenreichen Ausführung ein Genuss für die Liebhaber feinster Kammermusik.

Ob in der Besetzung als Quartett, Trio oder Duo, das Ensemble der „Hamburger Ratsmusik“ wusste seine Spielweise den unterschiedlichen Stimmungen der Werke bestens anzupassen. Virtuosität und spieltechnische Brillanz stand immer im Dienste des Ausdrucks, man genoss den bis ins kleinste Detail stimmigen Dialog der Künstler. Mit Sensibilität und Feingefühl erklang das „Duett C-Dur“ des deutschen Komponisten und Kapellmeisters Antonio Rosetti, des zu seiner Zeit wohl beliebtesten, heute fast vergessenen Komponisten. Mit Esprit und Leidenschaft widmete sich das Ensemble der „Hamburger Ratsmusik“ dem Quartett von Joseph Fiala, einem Zeitgenossen Mozarts. Da genoss man bei so eleganter Spielweise diese in der damaligen Zeit eher für die reine Unterhaltung komponierte Musik.

Für das große Finale hatten die Musiker aus ihrem umfangreichen Repertoire zum Vergnügen des Publikums das „Quartetto D-Dur“ von Carl Stamitz ausgesucht. Virtuosität und Spielfreude prägten die schnellen Sätze und der langsame Mittelsatz war wie eine Lehrstunde lyrischen Melodiespiels. Mit Eleganz schloss sich das Rondeau an, bei dem jedes Wiederauftauchen des Themas mit eigener Klangfarbe behandelt wurde.

Für dieses außergewöhnliche Erlebnis muss man sich aber auch bei Stefan Erdmann bedanken, der mit diesem Ensemble ganz selten zu hörende Musik zum Vergnügen des Publikums nach Greven geholt hat.

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