Beim integrativen Fußballturnier kam es nicht auf das Ergebnis an
„Es war ungefähr unentschieden“

Grevenx -

Wer im Rollstuhl sitzt, kann kein Fußball spielen? Und ob! Das bewies am Samstag das erste Fußballspiel der integrativen Fußballmannschaft von SC Greven 09. Die Spieler mit und ohne Handicap traten gegen die ebenfalls integrative Mannschaft von Blau Weiß Aasee aus Münster an.

Sonntag, 26.01.2020, 16:32 Uhr
Jubel nach dem Spiel: Die Teilnehmer des integrativen Fußballturniers hatten gemeinsam mit den Organisatoren viel Spaß. Auch mit Rollstuhl kann man Fußball spielen.
Jubel nach dem Spiel: Die Teilnehmer des integrativen Fußballturniers hatten gemeinsam mit den Organisatoren viel Spaß. Auch mit Rollstuhl kann man Fußball spielen. Foto: Lebenshilfe

Der Club aus Münster ist für seine vier integrativen Teams, in denen 80 Spieler mit Handicap vertreten sind, bekannt. Auch der Grevener Fußballverein konnte ein integratives Team auf die Beine stellen. Bei diesem Konzept spielen Fußballer mit und ohne Handicap zusammen, was ein ganz besonderes Spielerlebnis ermöglicht.

Seit einiger Zeit treffen sich Spieler, Trainer und Betreuer alle zwei Wochen samstags zum Kicken. Das Motto : „Einfach Fußball spielen“.

Einfach – zum einen nicht kompliziert und leicht verständlich, zum anderen so, dass Spielen und Spaß im Mittelpunkt steht. „Es kommt nicht so darauf an, wer gewinnt, es geht um Freude und Kooperation“, berichten die Organisatoren.

Philipp Wimber, Vorsitzender von SC Greven 09, Klaus Gellenbeck als ein Organisator, die Lebenshilfe mit Jana Oetker als Ansprechpartnerin für den Freizeitbereich und das Gymnasium Augustinianum planten das erste Freundschaftsspiel der Inklusionsmannschaft. Unterstützt wurden sie dabei von Dietmar Sonius, Vereinsvorsitzender von Blau Weiß Aasee und Inklusionsbeauftragter des Fußballkreises Münster Warendorf.

Die Lebenshilfe und das Gymnasium Augustinianum verfügen seit ungefähr einem Jahr über eine Kooperation, bei der Schüler sich als „Lebenshelfer“ für zwei Jahre sozial engagieren können und dafür einen entsprechenden Vermerk auf dem Abiturzeugnis erhalten. Vier von insgesamt 32 Lebenshelfern betreuen die Spieler beziehungsweise das Inklusionsteam. „Eine Win-Win-Situation“ beschreiben die Veranstalter. Denn nicht nur für die Fußballer mit Handicap sei es wichtig, dazuzugehören, auch die Betreuer und Spieler ohne Handicap lernen viel durch den gemeinsamen Umgang.

„Hier wird keiner ausgeschlossen“, ergänzt Klaus Gellenbeck, „einige sagen vielleicht im Rollstuhl Fußball spielen, das geht nicht. Wir zeigen wie das geht!“

16 Spieler mit Handicap freuten sich, am Samstag das erste Mal selbst ein richtiges Fußballspiel bestreiten zu können. „Einige waren so aufgeregt, die haben kaum geschlafen“, weiß Jana Oetker. Spielers Ole drückt es aus: Ein breites Grinsen und der Daumen nach oben. „Mit dieser integrativen Mannschaft sind sie einfach mitten drin“, erzählen die Organisatoren. Das Endergebnis des Fußballspiels war den Spielern dabei gar nicht wichtig. „Es war ungefähr unentschieden“, berichten sie. Viel wichtiger waren die Jubelrufe und der Applaus bei den Schüssen aufs Tor und den professionellen Pässen der Fußballer.

Die integrative Mannschaft trifft sich zwei Mal wöchentlich samstags von 11 bis 13 Uhr in der Soccerhalle an der Gutenbergstraße. Bei wärmeren Temperaturen spielt die Mannschaft auf dem kleinen Kunstrasenplatz des SC Greven 09 an der Schützenstraße.

Spieler und Unterstützer sind willkommen. Das nächste Training findet am Samstag, 1. Februar, um 11 Uhr in der Soccerhalle an der Gutenbergstraße statt.

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