Rathaussanierung: Erste Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen
Infos nicht für die Öffentlichkeit

Greven -

Der Rat der Stadt Greven trifft sich am Veilchen-Dienstag zu einer nichtöffentlichen Sitzung. Gegenstand der Sitzung: „Rathaussanierung – Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen“.

Mittwoch, 29.01.2020, 11:31 Uhr aktualisiert: 29.01.2020, 14:10 Uhr
Das Grevener Rathaus ist mit Formaldehyd, Asbest und PCB verseucht. Wie stark die Belastung ist, wird derzeit ermittelt. Nach Karneval werden die Politiker in einer nichtöffentlichen Ausgabe informiert.
Das Grevener Rathaus ist mit Formaldehyd, Asbest und PCB verseucht. Wie stark die Belastung ist, wird derzeit ermittelt. Nach Karneval werden die Politiker in einer nichtöffentlichen Ausgabe informiert. Foto: Günter Benning

Es ist der Tag vor Aschermittwoch. Ob das eine symbolische Bedeutung hat? Das steht noch nicht fest. Aber: Für den 25. Februar ist eine nicht öffentliche Sondersitzung des Rates zum Thema „Rathaussanierung – Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen“ angesetzt. Warum? Gibt es da neue Erkenntnisse?

„Nein“, erklärte Dr. Andrea Rauße-Rüther, Pressesprecherin der Stadtverwaltung. „Es ist schon so, wie berichtet, dass valide Aussagen zur Schadstoffbelastung frühestens in einem halben Jahr gemacht werden können.“

Im Rahmen der anberaumten Sondersitzung solle den Ratsmitgliedern der aktuelle Stand der Untersuchungen mitgeteilt werden. „Außerdem sind die Experten dabei, die diese Untersuchungen durchführen. Sie stehen den Ratsmitgliedern Rede und Antwort“, so Rauße-Rüther.

Im Rathaus war bei Untersuchungen eine Belastung mit mehreren Schadstoffen festgestellt worden. Neben Formaldehyd und Asbest macht den Experten vor allem der Fund von PCB Probleme. Polychlorierte Biphenyle sind giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen, die in den 70er-Jahren unter anderem als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunststoffen verwendet wurden. Aufgrund der Anreicherung im Fettgewebe sind selbst kleinste laufend aufgenommene Mengen schädlich. Das Gift reichert sich in Organismen am Ende der Nahrungskette an.

Dass es PCB im Rathaus gibt, ist sicher. Fraglich ist, in welcher Konzentration das Gift vorkommt und, das ist die schwierigere Frage, wie weit das Gift bereits in den Beton eingedrungen ist. Um dies zu ermitteln, werden Kernbohrungen durchgeführt. Exakte Werte können zusätzlich erst durch Langzeitmessungen unter verschiedenen Bedingungen – zum Beispiel unterschiedlichen Temperaturen – ermittelt werden.

Von diesen Ergebnissen hängt ab, wie in Sachen Rathaus weiter vorgegangen werden kann. Ist eine Sanierung möglich, und wenn ja, bezahlbar? Wenn nicht, was passiert mit dem Gebäude, das ja eigentlich unter Denkmalschutz gestellt werden soll?

Mit diesen und weiteren Fragen werden sich die Politiker dieses und vermutlich auch des kommenden Rates beschäftigen müssen.

Bleibt eine wichtige Frage: Warum ist die Sondersitzung des Rates am 25. Februar denn nichtöffentlich? „Es ist eine reine Info-Veranstaltung ohne Beratung und Entscheidung“, sagte Rauße-Rüther. Wenn valide Werte vorliegen würden, würde natürlich auch die Öffentlichkeit informiert.

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