Sechspuriger Ausbau der A1 zwischen Münster und Lotte
Das kann noch länger dauern

Greven -

Wenn sich dann mal wieder der Verkehr staut, fragt sich so mancher, wann es denn nun endlich los geht. Nun, bis irgendwann die Bauarbeiten an der Autobahn 1 zwischen Münster Nord und dem Lotter Kreuz zur Verbreiterung auf jeweils drei Spuren pro Richtung startet, werden noch diverse Monate, ja Jahre ins Land gehen.

Dienstag, 04.02.2020, 12:31 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 16:52 Uhr
Bis die A 1 rund um Greven sechsspurig ausgebaut ist, werden noch Monate und Jahre ins Land gehen.
Bis die A 1 rund um Greven sechsspurig ausgebaut ist, werden noch Monate und Jahre ins Land gehen. Foto: Peter Beckmann

Wenn sich dann mal wieder der Verkehr staut, fragt sich so mancher, wann es denn nun endlich los geht. Nun, bis irgendwann die Bauarbeiten an der Autobahn 1 zwischen Münster Nord und dem Lotter Kreuz zur Verbreiterung auf jeweils drei Spuren pro Richtung startet, werden noch diverse Monate, ja Jahre ins Land gehen.

Erstaunlich eigentlich. Denn: Für die meisten Abschnitte liegen inzwischen Planfeststellungsbeschlüsse vor, der Bereich von Münster Nord bis Auffahrt Greven wird aber noch beklagt. „Das Verfahren findet am 25. März beim Bundesverwaltungsgericht statt“, erklärt Roland Krumm vom Landebetrieb Straßenbau.

Drei Männer aus Nienberge haben die Klage eingereicht. Sie fordern, dass für den Ausbau zwischen Münster-Nord und so weit wie möglich in Richtung Greven ein so genannter Flüsterasphalt aufgetragen wird. Die mündliche Verhandlung ist dabei auch letztinstanzlich, eine Berufung ist nicht möglich.

Im Falle eines Urteils könnte doch so oder so mit dem Ausbau begonnen werden, oder? „Dafür sind wir dann nicht mehr zuständig“, erklärt Krumm. Verantwortlich für das Projekt ist jetzt die „DEGES GmbH“, übersetzt die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH. „Wir sind vom Land NRW beauftragt worden, dieses Projekt durchzuführen“, erklärt Ricarda Beutler, Projektleiterin von der DEGES in Düsseldorf.

Und das ist nicht so einfach, weil es für das von der Politik angestrebte Verfahren noch keine Vorbilder gibt. Denn: „Das ist das erste Autobahn-ÖPP-Projekt“, erklärt Beutler. Heißt: Ein Konsortium von privaten Anlegern führt den Ausbau durch und unterhält diesen Abschnitt der Autobahn auch 30 Jahre lang, bekommt im Gegenzug ein Entgelt. „Das ÖPP-Projekt im Zuge der Autobahnabschnitte der A1 und A30 zwischen Nördlich AK Münster-Süd – AK Lotte/Osnabrück – AS Rheine-Nord soll als Verfügbarkeitsmodell (siehe Themenkasten) umgesetzt werden“, erklärt dazu Beutler.

Doch bis das soweit ist, gibt es noch einiges zu tun. Im Bereich der A 30 vom Lotter Kreuz 5,6 Kilometer in Richtung Osnabrück bis Hasbergen-Gaste muss das Verfahren noch eingeleitet werden. „Außerdem sind wir momentan dabei, den nötigen Grunderwerb für das Projekt durchzuführen“, so Beutler. Denn Ziel sei es, alles so weit vorzubereiten, dass der private Investor sofort durchstarten könne.

Aber wie gesagt: Bis dahin dauert es noch. „Wir gehen davon aus, dass das Vergabeverfahren Ende diesen Jahres gestartet werden kann.“ Und natürlich müsse dieses Verfahren europaweit ausgeschrieben werden. Das wiederum wird zwei Jahre dauern.

Hört sich alles mächtig kompliziert an, ist es wohl auch. „Ich kann verstehen, dass das für die Bürger vor Ort nicht so ganz einfach nachzuvollziehen ist“, erklärt Beutler.

Und: Damit hat sie sicherlich Recht.

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