Rufin und Michael Grabacz sind Zulieferer für den Sondermaschinenbau
80 Prozent Neuanfertigungen

Greven -

Sondermaschinen aus Greven. Bei Grabacz an der Mergenthaler Straße geht es um sehr spezielle Techniken. Nichts läuft ohne Computer

Dienstag, 04.02.2020, 16:52 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 16:12 Uhr
Rufin Grabacz an der CNC-Drehbank
Rufin Grabacz an der CNC-Drehbank Foto: Pia Weinekötter

Drehen, Erodieren, Fräsen, Schleifen und Bohren steht auf dem Firmenschild an dem weißen Gebäude am Ende der Mergenthaler Straße. Hört sich nach Technik und Metall an. Und genau um Metallbearbeitung oder besser gesagt CNC-Fertigungstechnik dreht sich auch alles bei Grabacz GmbH & Co KG.

„Wir sind Zulieferer für den Sondermaschinenbau“, bringt es Michael Grabacz auf den Punkt, „wir fertigen Prototypen oder Kleinserien mit Stückzahlen unter 100 nach individuellen Kundenvorgaben.“ Und diese präzisen Wellen, Buchsen oder Flansche werden beim Kunden wiederum als Teil einer Verpackungsmaschine, Recycling-Anlage oder Schiffsmotor für dessen Kunde eingebaut.

 

Keine Standardlösungen

Standardlösungen gibt es im Hause Grabacz nicht. „80 Prozent unserer Aufträge sind komplette Neuanfertigungen“, berichtet der 37-jährige Unternehmer stolz und fügt schmunzelnd hinzu, „das hält uns alle fit.“

Gegründet hat den Metallbearbeitungs-Betrieb sein Vater Rufin Grabacz 2003 in einer gemieteten Halle in Laer. Die Geschäfte liefen gut an, die Halle wurde schnell zu klein für den Feinwerkmechanikermeister und sein Team.

Der Münsteraner mit den polnischen Wurzeln suchte einen neuen Standort – bezahlbar, mit guter logistischer Anbindung und in Wohnort-Nähe. Ein Grundstück im Gewerbegebiet an der Mergenthaler Straße bot die idealen Voraussetzungen. 2006 wurde gekauft, gebaut und umgezogen.

„Doch selbst wenn man anfangs meint, die neue Halle wäre so groß, dass man darin Fangen spielen könne, reicht der Platz kurze Zeit später nicht mehr“, erläutert Michael Grabacz das Dilemma. Bereits zwei Mal wurde angebaut, jetzt plant man mit einem Lagerturm, die Höhe auszunutzen.

Die Auftragslage ist gut, nicht zuletzt, weil man bei der Kunden-Akquise bewusst auf die Konzentration für eine Branche verzichtet hat. So lassen sich Abhängigkeiten am besten vermeiden. „Wir haben ein breitgefächertes Kunden-Portfolio mit Kunden vom Anlagenbau über Recycling bis Schiffsbau geschaffen“, erklärt Michael Grabacz und verrät mit dieser Wortwahl schon etwas über seine berufliche Ausrichtung.

Die begann nämlich nicht mit Metall, sondern mit einem BWL-Studium an der Uni in Münster. Doch schon während seines Studiums war die Aufgabenteilung beim Vater-Sohn-Gespann ganz klar: Der Vater zeichnet für die Technik verantwortlich, während der Sohn die kaufmännische Seite übernahm.

Aufgabenteilung

Nach seinem Abschluss 2009 zog es den Diplom-Kaufmann auch sofort ins väterliche Unternehmen. Was anfangs als Zwischenlösung gedacht war, entwickelte sich schnell zur guten Dauerlösung mit Blick auf eine mögliche Nachfolge als zweite Generation in diesem Familienunternehmen.

Die Leidenschaft für Technik und Metall ergriff auch ihn und aus dem Kaufmann wurde auch ein Ingenieur „Von 2010 bis 2012 absolvierte ich mein Studium berufsbegleitend“, erinnert sich der Vater eines vierjährigen Sohnes und fügt hinzu, „das war ziemlich intensiv und ich hatte kaum Zeit für Freunde und Familie.“

Zeit ist Mangelware

Zeit ist mittlerweile Mangelware für den aktiven Unternehmer. Michael Grabacz hat nämlich seit 2017 den Vorsitz der Handwerkjunioren im Kammerbezirk Münster übernommen und mit seinem jungen Vorstands-Team bereits eine beeindruckende Agenda aus Networking, Betriebsbesichtigungen, Erfahrungsaustausch mit anderen Vereinen wie dem Marketing Club ausgearbeitet und umgesetzt. So wurden aus anfänglichen 20 Junioren mittlerweile fast 90. „Die 100 sind anvisiert“, bekennt der Unternehmer mit einem Augenzwinkern. Große Ziele, nicht nur im eigenen Unternehmen.

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