Workshop zum Grünkonzept der Stadt in Reckenfeld
Endlich eine richtige Ortsmitte

Reckenfeld -

Nicht (nur) über einzelne Plätze und Flächen diskutieren, sondern das große Ganze in den Blick nehmen, damit eine richtige Ortsmitte entsteht: Das war eine zentrale Forderung beim Workshop zum Grünkonzept in Reckenfeld. Marktplatz und Mehrgenerationspark waren Themen – aber eben nicht nur.

Donnerstag, 06.02.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 11:18 Uhr
Starke Beteiligung: Rund 70 Interessierte nahmen am Workshop teil
Starke Beteiligung: Rund 70 Interessierte nahmen am Workshop teil Foto: Oliver Hengst

„Wir wollen das nicht so wie in Greven haben“, sagte eine Reckenfelderin. Sie meinte die Rathausstraße, die dort die Fußgängerzone zerschneidet. In Reckenfeld solle man so planen, dass der dortigen Bahnhofstraße die trennende Wirkung genommen oder sie zumindest abgemildert wird.

Die Reckenfelderin, eine von rund 70 Besuchern, fasste damit eines der zentralen Ergebnisse zusammen, das nach zwei Stunden Workshop zum Grünkonzept der Stadt feststand. Ja, man redete intensiv über die Gestaltung des künftigen Mehrgenerationsparks sowie die Fläche am Mahnmal und noch intensiver über den Marktplatz. Aber deutlich wurde: Man darf die Plätze und ihre Gestaltung nicht getrennt voneinander betrachten. Sie sollten im Idealfall ein harmonisches Gesamtgefüge ergeben, so dass etwas wie eine richtige Ortsmitte überhaupt erst entsteht. Andreas Hajek zum Beispiel verwies darauf, dass nun die große, vielleicht einmalige, Chance genutzt werden müsse, die sich momentan biete. Und Wolfgang Klaus erinnerte daran, dass Ideen dazu schon im Rahmen von Reckenfeld 2020 von Bürgern erarbeitet worden seien.

Treffpunkt der Generationen

Das Thema Mehrgenerationenpark, der etwa zwischen jetziger Hauptschule und der Sporthalle entstehen soll, regte die Fantasie an. Er solle ein generationsübergreifender Treffpunkt werden, forderten mehrere Reckenfelder. Aber: Man dürfe ihn nicht überladen. Ruhe statt Rummel – das stand für viele (eher Ältere) fest. Ein Stimmungsbild, das sich auch deshalb so ergeben hat, weil einige Jugendliche, die zu Beginn des Workshops noch dabei waren, sich zurückzogen, ehe es richtig spannend wurde. Ihre Chance, auch Angebote für jüngere Menschen einzufordern, nutzten sie nicht.

Parken auf dem Marktplatz einschränken

Noch konkreter wurde über den Marktplatz debattiert. Hier hatten die beauftragten Planer (Büro Reicher Haase sowie Greenbox) interessante Vorschläge vorbereitet. Vor allem diesen: Die große Freifläche im Westen nicht mehr als Parkplatz zu nutzen. Dies könne man auf das andere Ende des Platzes (Grüner Grund/Kirchweg) konzentrieren. An Stellplätzen fehlt es offenbar nicht. So gibt es unter anderem einen weitgehend unbekannten Parkplatz hinter der Sparkasse.

Die Freifläche könnte mit einem Wasserspiel aufgewertet werden, das überfahrbar sei (ähnlich dem Niederort), damit die Fläche für Märkte und Feste weiter uneingeschränkt zur Verfügung stehe. Und nicht zuletzt schlugen die Planer für den südwestlichen Zipfel (Höhe Hubertusapotheke) eine Art Vorplatz vor – mit wassergebundener Decke und Bäumen, unter deren Blätterdach Kaffee serviert werden könnte (Außengastronomie). So werde der Platz in mehrere funktionelle Zonen aufgeteilt.

Diese spannenden Vorlagen nahmen die Reckenfelder dankbar auf und diskutierten intensiv darüber, wie man der Fläche zu mehr Aufenthaltsqualität verhelfen kann. Vielleicht mit mehr Sitzgelegenheiten am Rand des Platzes (damit die Mitte nicht blockiert wird), auf jeden Fall aber mit mehr Bepflanzung.

Apropos: Diese wünschen sich Reckenfelder nicht nur auf den am Dienstag diskutierten Flächen. Nicht immer müssen es schmucke Beete sein. Immer wieder genannt: Blühstreifen oder -wiesen. Für die gefällten Buchen an der Bahnhofstraße und die überplante Emsdettener Landstraße ohne Platz für Bäume und Beete musste die Stadt Kritik einstecken.

Begrünte Dächer

Sehr viele positive Rückmeldungen bekam Planerin Anne Heidorn, als sie die Möglichkeit von begrünten Dächern ins Spiel brachte. „Tolle Idee“, urteilte eine Zuhörerin. Ein Vorschlag: im Baugebiet Ortsmitte grüne Dächer für die niedrigen Häuser vorschreiben, damit man diese aus den höheren Häusern im Blick habe.

Auch die Wirtschaft macht sich Gedanken über begrünte Dächer auf den (meistens sehr großen) Hallen- und Betriebsgebäuden. „Wir arbeiten daran“, bekundete Laurenz Pieper als Vertreter des Wirtschaftsforums.

Das Grünkonzept soll im Frühjahr fertig sein und dann der Politik zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

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