Sicherheit und Alkohol beim Karnevalsumzug
Keine falschen Anreize für die Jugend

Greven -

Feiern - das geht auch ohne Alkohol. Dann klappt das Tanzen auch viel besser. Anderenfalls kann es rasch ein Torkeln daraus werden. Besonders besorgniserregend ist das, wenn beim Karnevalsumzug Kinder und Jugendliche ihre Grenzen nicht kennen. Ein Bündnis wirbt dafür, den jungen Menschen keine falschen Anreize zu liefern.

Mittwoch, 12.02.2020, 11:40 Uhr aktualisiert: 12.02.2020, 14:54 Uhr
Ein Verbund aus Karnevalisten (mit Prinz Christian „Tanki“ Schürhaus und Pünte Janina Feldmann vorneweg), Stadt, Polizei und Caritas wirbt für den Jugendschutz rund um den Umzug.
Ein Verbund aus Karnevalisten (mit Prinz Christian „Tanki“ Schürhaus und Pünte Janina Feldmann vorneweg), Stadt, Polizei und Caritas wirbt für den Jugendschutz rund um den Umzug. Foto: Oliver Hengst

Feiern an Karneval – da hat niemand etwas dagegen. Aber Feiern bis der Arzt kommt? Das muss nicht sein. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen nicht. Da sind sich alle am Tisch einig. Im Rathaus war am Dienstag eine große Runde zusammengetreten, um über die Sicherheit und vor allem den Jugendschutz im Umfeld des Karnevalsumzuges zu informieren.

Zum Thema Sicherheit: Hier wurde das Konzept „erweitert“, wie Stephanie Paals vom Fachdienst Bürgerdienste (früher sagte man Ordnungsamt) betonte. An vielen Stellen im Zug seien nun Feuerlöscher Pflicht. Dass es Ordner gibt und die Wagen unten abgehängt werden müssen, um das Unfallrisiko zu minimieren, ist inzwischen selbstverständlich. Zugleiter Philipp Wimber von der KG Emspünte hat 34 Wagen, zwölf Fußgruppen und acht Spielmannszüge auf seinem Zettele stehen. „Da ist niemand dabei, der unbekannt ist.“ Sprich: Die Teilnehmer kennen sich aus – auch mit den Gefahren und den nötigen Vorkehrungen.

Zum Thema Jugendschutz: Hier wird es im Vorfeld eine intensive Ansprache der Gaststätten und Tankstellen geben, die nicht nur aufgefordert werden, die Bestimmungen zum Thema Alkohol und Jugendliche genauestens zu beachten, sondern auch vorgewarnt werden: Wer gegen die Regeln verstößt, riskiert ein Bußgeld. Und die Regeln lauten: Kein Alkohol an unter 16-Jährige, an jene zwischen 16 und 18 nur Bier und Wein, keine harten Spirituosen. „Im Zweifel sollte der Personalausweis kontrolliert werden. Wir wollen den Jugendschutz auf jeden Fall beachtet sehen“, sagt Stephanie Paals. Im vergangenen Jahr habe sie mit einer Kollegin die Situation rund um den Zug kontrolliert und erfreulicherweise keine besonderen Vorkommnisse festgestellt, alkoholisierte Jugendliche habe man nicht angetroffen.

Insgesamt gehe der Trend ohnehin zurück. Was Victoria Pieper von der Caritas auch auf zahlreiche Suchtpräventionsmaßnahmen in den Schulen, aber auch im Umfeld des Karnevals zurückführt. So wird auch in diesem Jahr an jedem Wagen ein Plakat hängen, auf dem für „Tanzen statt Torkeln“ geworben wird.

Richard Wiesmann von der Polizei setzt auf die Vorbildfunktion der Erwachsenen. Was nicht heißt, dass sich die Polizei nicht auch aktiv einschaltet – im Gegenteil. Treffe man Jugendliche mit Alkohol an, werde das oft schnell gelöst: „Wenn sie die Wahl haben, ob wir die Eltern informieren sollen, entscheiden sich die meisten dafür, den Alkohol wegzuschütten.“ Auch er hat zuletzt „relativ wenig Beanstandungen“ wahrgenommen.

Auch die KG Emspünte will mit gutem Beispiel vorangehen. Von den Wagen werde kein Alkohol heruntergereicht, erklärte Hubert Wimber. Dass auf den Wagen Bier getrunken werde, sei nicht wegzudiskutieren. Alle seien aber angehalten, dies vom Publikum abgewandt zu tun.

Über die Karnevalsparty im Zelt am Rathaus sollen direkte Anwohner noch informiert werden. Stadt und KG Emspünte hoffen auf Verständnis, falls es zeitweise etwas laut wird. An Altweiber (23 Uhr) und am Freitag und Sonntag (24 Uhr) sei die Party gedeckelt.

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