Weibliche KaKiV-Regentin als Vorbild für Rom?
„Echte Fründe“ gegen Intoleranz

Greven -

Die Karnevalsmesse in St. Martinus - ein Klassiker. Pfarrer Klaus Lunemann gestaltete die Predigt wie eine Büttenrede – humorvoll, aber durchaus auch kritisch.

Montag, 17.02.2020, 11:10 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 16:47 Uhr
Pfarrer Klaus Lunemann gestaltete die Predigt wie eine Büttenrede – humorvoll, aber durchaus auch kritisch.
Pfarrer Klaus Lunemann gestaltete die Predigt wie eine Büttenrede – humorvoll, aber durchaus auch kritisch. Foto: pin

„Mit lachendem Gesicht und singendem Herz“, so saßen die Närrinnen und Narren in der Martinuskirche vor Pfarrer Klaus Lunemann. Beim fulminanten Einzug, angeführt von der Brass-Brand der KG Emspünte, begannen die Menschen bereits zu klatschen – doch eher ungewöhnlich in der Kirche.

Aber in dieser Messe am frühen Samstagabend in St. Martinus passierte das nicht zum letzten Mal. Traditionell holten sich die Karnevalisten aus Greven und Umgebung den Segen für die kommende Karnevals-Zeit. CCffL, KaKiV, die KG Emspünte und natürlich das Prinzenpaar der Stadt versammelten sich in der Kirche.

Die Predigt gestaltete Lunemann wie eine Büttenrede, gereimt und humorvoll. Und wie es sich für eine Bütt gehört auch kritisch: Klimawandel, Brexit – kurzum, die Welt würde „kaputtgeTrumpelt“. Und auch im Hinblick auf die eigene Kirche war Lunemann durchaus kritisch: Weitblick und Mut für „Reformen statt Reförmchen“, wünsche er sich, auch für Papst Franziskus, damit neue Glaubwürdigkeit entstehen könne.

Doch bei allem Ernst stand natürlich der Karneval selbst im Vordergrund: gemeinsam eine gute Zeit zu haben, mit Freunden zu feiern. Damit war er bei seinem Hauptanliegen angekommen: der Gemeinschaft. „Sich Hass, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus entgegenstellen“, verlangte Lunemann. Ganz besonders lobte er diejenigen, die sich selbstlos und ohne zu fragen für andere und die Gemeinschaft einsetzen.

Die KaKiV haben in diesem Jahr ganz revolutionär eine Prinzessin und es funktioniert gut mit ihrem Prinzen. Das sollten wir mal an Rom weitergeben.

Klaus Lunemann

Und weil genau das in den richtigen Karnevals-Klassikern am besten zum Ausdruck kommt, stimmte Lunemann gleich mehrere davon an: „Echte Fründe ston zesamme, ston zesamme su wie eine Jott un Pott.“ Und meistens stimmte er die Lider nur allein an und schon stiegen die närrischen, kostümierten Besucher mit ein, aber auch alle anderen Kirchgänger. Es wurde geschunkelt und geklatscht. Applaus gab es für die deutlichen Worte in der Predigt und beim Segen: „Die KaKiV haben in diesem Jahr ganz revolutionär eine Prinzessin und es funktioniert gut mit ihrem Prinzen. Das sollten wir mal an Rom weitergeben.“

Zum Abschluss der Messe wurde ein Grevener Karnevalslied gesungen und geschunkelt. Und dann entließ Lunemann die Närrinnen und Narren in einen „feuchtfröhlichen Abend“.

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