Generalversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Greven
Für ein besseres Image der Bauern

Greven -

Die Bauern müssen für ihr Bild in der Öffentlichkeit kämpfen. Matthias Langkamp, Vorsitzender des Grevener Landwirtschaftlichen Ortsvereins, stellt die Herausfordungen klar heraus.

Dienstag, 18.02.2020, 10:42 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 10:50 Uhr
Matthias Langkamp erklärte, die Landwirtschaft setze sich weiter für Biodiversität ein.
Matthias Langkamp erklärte, die Landwirtschaft setze sich weiter für Biodiversität ein. Foto: LOV

Dass die Situation der Landwirte in letzter Zeit stark in die Öffentlichkeit gerückt ist, zeigte sich auch bei der Generalversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins am Vosskotten. So waren über 90 Landwirte versammelt, um auf das letzte Jahr zurückzuschauen und über wichtige Zukunftsthemen zu sprechen.

Matthias Langkamp, Vorsitzender des Ortsvereins, ließ das Jahr 2019 Revue passieren. Der Ortsverein habe das städtische Leben aktiv mitgestaltet und zum Beispiel auf dem Martinusmarkt für ein positives Bild der Landwirtschaft gesorgt, sagte er laut Mitteilung.

Auch wurde das Anlegen von Blühstreifen am Ackerrand als wichtige Maßnahme hervorgehoben. Die Landwirte seien weiterhin bereit, sich für Biodiversität einzusetzen. Ebenso entstand 2019 die Bewegung „Land schafft Verbindung“, die innerhalb kürzester Zeit für hohe Aufmerksamkeit in Politik und Medien gesorgt hat.

„Es ist beachtlich, welche Aktionen die Landwirte mit guter Vernetzung und geballtem Einsatz auf die Beine gestellt haben. Das darf nicht überstrapaziert werden, muss aber beibehalten werden, um langfristig etwas zu erreichen“, so Langkamp. 2020 solle es weitere Aktionen geben. Auch ist ein „Tag des offenen Hofes“ in Greven geplant.

Bürgermeister Peter Vennemeyer betonte, wie wichtig die Arbeit der Landwirte sei: „Ich danke den Landwirten für ihr verantwortungsvolles Handeln und hoffe, dass sie in diesem Jahr durchschnaufen können und ihnen kein so wasserarmes Jahr wie 2018 und 2019 bevorsteht.“

Er rief aber auch dazu auf, nach vorne zu schauen und sich den wichtigen Fragen zu widmen – Stichwort Preisgestaltung für Lebensmittel oder Nitrat-Messstellen. „In Frankreich zum Beispiel werden deutlich höhere Preise für Lebensmittel verlangt und auch bezahlt“, so Vennemeyer. Es wurde zudem über weitere konkrete Themen wie der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie oder der Instandhaltung von Wirtschaftswegen gesprochen.

Auf aktuelle Probleme der Branche kam Franz-Georg Koers, Kreisgeschäftsführer des Westfälisch-Lippischen-Landwirtschaftsverbands (WLV), zu sprechen: „Es brennt auf den Höfen.“ Klimawandel, Afrikanische Schweinepest, faire Rahmenbedingungen – um nur einige Stichworte zu nennen, die zurzeit bewegen. Landwirte seien darauf angewiesen, ihre Akzeptanz zu behalten. Zugleich müssten aber Lösungen gefunden werden, um ökonomischen und auch ökologischen Zielen gerecht zu werden.

Dass man auf einfache Weise erfolgreich Öffentlichkeitsarbeit betreiben kann, zeigte der Referent Dirk Nienhaus, Landwirt und Agrarblogger aus Bocholt.

„Wir müssen ganz realistisch zeigen, wie es in der Landwirtschaft aussieht, sonst überlassen wir anderen das Feld“, betonte Nienhaus.

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