Einmal langjährig ins Gefängnis und zwei Freisprüche
Bierdusche löst Schlägerei aus

Greven/Altenberge -

Bereits am 13. Januar hatte das Jugendschöffengericht in Rheine eine Verhandlung anberaumt, zu der die Zeugen aus Münster nicht erschienen waren. (wir berichtete) Deswegen, und weil gegen den 18-jährigen Angeklagten aus Altenberge eine weitere schwere Gewalttat bei der Staatsanwaltschaft vorlag, wurde der Prozess vertagt.

Freitag, 21.02.2020, 08:38 Uhr aktualisiert: 21.02.2020, 09:02 Uhr
Einmal langjährig ins Gefängnis und zwei Freisprüche: Bierdusche löst Schlägerei aus
(Symbolbild) Foto: dpa

Der 18-Jährige wurde bereits aus der Jugendhaftanstalt Herford vorgeführt. Zwei Urteile mit insgesamt zwei Jahren und vier Monaten brachte er mit in die Verhandlung, die in das neue Urteil einflossen.

Ihm wurden neben der gefährlichen Körperverletzung am Rosenmontag 2019 in Münster zwei weitere Gewalttaten in Münster und in Neuenkirchen zur Last gelegt.

Obwohl er bezüglich der Tat am Rosenmontag freigesprochen wurde, verurteilte das Jugendschöffengericht in Rheine ihn auf Antrag des Staatsanwaltes wegen einer das Leben gefährdenden Tat am Hafen in Münster am 7. September 2019 und der gefährlichen Körperverletzung am Offlumer See in Neuenkirchen am 1. Mai 2019 zu einer neuen Einheitsjugendstrafe von drei Jahren.

Die beiden Mitangeklagten aus Greven im Alter von 18 und 21 Jahren, die „nur“ an der gefährlichen Körperverletzung am Rosenmontag 2019 in Münster beteiligt gewesen sein sollen, wurden frei gesprochen, obwohl der Staatsanwalt von der Schuld des Jüngeren überzeugt war und gegen ihn ein Jahr mit Bewährung beantragt hatte.

Am Rosenmontag hatte eine „Bierdusche“ von den Angeklagten an der Promenade in Münster eine Schlägerei ausgelöst.

„Eine konkrete Zuordnung der angeklagten Taten ist uns aber nicht möglich“, begründete der Richter den Freispruch.

Deutlich kritisierten er und der Staatsanwalt das unangemessene Verhalten des Angeklagten aus Altenberge und des 18-Jährigen aus Greven: „Ich habe selten Jungs hier gehabt, die so wenig Respekt gegenüber dem Gericht gezeigt haben“, konstatierte der Richter.

Sie brachen in Gelächter aus, als er das letzte Urteil des Häftlings aus Altenberge mit schwerwiegenden Straftaten verlas und störten die Gerichtsverhandlung durch alberne Kontaktaufnahme mit Besuchern, so dass zwei Zuhörer den Saal verlassen mussten. Bei Zeugenaussagen amüsierten sie sich über die Schilderung der Gewalttaten.

Nur zwei Tage nach dem Urteil am Landgericht griff der 18-Jährige aus Altenberge am Hafen in Münster aus Eifersucht, wie Zeugenaussagen ergaben, einen jungen Mann an und schlug ihm eine Flasche auf den Kopf. Als der bewusstlos zu Boden ging, „trat er ihm gegen den Kopf wie gegen einen Fußball“, beschrieb ein Zeuge die ungeheuerliche Vorgehensweise des Täters. Auch das fand der Angeklagte lustig. Zu den Taten schwieg er.

In Neuenkirchen soll er am 1. Mai 2019 einen 15-Jährigen nach einer Zigarette gefragt haben.

Als der verneinte, griff er ihn von hinten an und fügte ihm „mit einem messerähnlichen Gegenstand eine erhebliche Verletzung am Hals zu“, so stand es in der Anklage und so bestätigte es der Zeuge, der den Täter vor Gericht eindeutig identifizierte.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7278093?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker