Höchster Pegel seit über einem Jahr
Die Ems tritt übers Ufer – 6,90 Meter Wasserstand

Greven -

Die Ems hat nach den starken Regenfällen den Pegelstand von 6,90 Metern überschritten. An der Schöneflieth ist der Freibadparkplatz überschwemmt, vom Beach ist aktuell nicht viel zu sehen. Und an der Renaturierungs-Baustelle an der Gimbter Straße ruhen die Arbeiten.

Mittwoch, 26.02.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 09:37 Uhr
Die Ems ist so voll wie seit über einem Jahr nicht mehr. Gestern erreichte der Pegel an der Nordwalder Straße die 6,90-Meter-Marke.
Die Ems ist so voll wie seit über einem Jahr nicht mehr. Gestern erreichte der Pegel an der Nordwalder Straße die 6,90-Meter-Marke. Foto: Günter Benning

So hoch war der Emspegel seit über einem Jahr nicht mehr. Am Dienstag um 14.30 Uhr meldete das Landesamt für Natur, Umwelt und Naturschutz am Messpunkt (LANUV) Greven (Brücke Nordwalder Straße) 6,92 Meter, seit Mitternacht war das Wasser noch mal um 20 Zentimeter gestiegen.

Am Grevener Beach reicht die Wasserkante fast bis an die dortige Holzhütte heran. An der Schöneflieth stand der Parkplatz des Freibads unter Wasser. Und an der Baustelle für die Renaturierung der Ems an der Gimbter Straße legten die Arbeiter der Strabag erst mal eine Pause ein. Die auf Sand gebaute Baubrücke, die dort durch die Feuchtwiesen führte, stand unter Wasser. Gegenüber dem Freibad rutschte ein Bagger nahe an die Fluten.

Für Hermann Berling, bei der Bezirksregierung für die Renaturierung der Ems zuständig, waren die Bauarbeiten bisher sehr gut verlaufen. „Normalerweise hat man im Winter Probleme“, sagt er, „diesmal sind wir bis jetzt vom Wetter verwöhnt worden.“ Wichtig aus Sicht der Wasserwirtschaft sei es, dass der üppige Regen den Grundwasserstand wieder anhebt. Durch die trockenen Sommer ist der Pegel deutlich gesunken.

Entlang des Emsufers haben die Bauarbeiter in den vergangenen Wochen große Bestände an Pappeln gefällt. Sie standen dem veränderten Flussverlauf im Wege.

„Die Bauarbeiten müssen bis Ende Februar durchgeführt werden“, erläuterte Berling. Die gefällten Bäume werden als „Strukturverbesserung“ in die Baustelle eingepflegt. Totholz im Wasser dient für viele Tiere als Rückzugsraum und Lebensgrundlage.

Der Wasserstand der Ems war im vergangenen Jahr insgesamt niedriger als in den Vorjahren. Den höchsten Pegel vermerkte das LANUV Mitte März mit Pegeln um die 6,20 Meter, den niedrigsten im August mit deutlich unter einem Meter.

Aus Sicht der Grevener Landwirte hat der Regen und der hohe Wasserstand eine gute und schlechte Seite. Matthias Langkamp, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Greven: „Der Regen ist auf jeden Fall wichtig für das Grundwasser.“

Andererseits würden viele Kollegen jetzt schon gerne Gülle fahren – ab dem 1. Februar ist das möglich. „Im Moment kommt bei dem Regen keiner auf den Acker“, sagt er. Für Langkamp wäre es wichtig, dass es auch im Mai noch regnet. „Besonders für den Mais ist das sehr wichtig.“

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