Ideen für Schlick-Areal vorgestellt
Mehrfamilienhäuser statt Gewerbe

Reckenfeld -

Seit dem Umzug von SLF steht die Frage der künftigen Nutzung des Schlick-Geländes an der Grevener Landstraße im Raum. Nun wurden Pläne für Mehrfamilienhäuser vorgestellt.

Freitag, 06.03.2020, 06:07 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 06:20 Uhr
Der dreistöckige Flachdachbau rechts und die Hallen sollen für die neuen Häuser weichen, der linke Gebäudeteil bleibt erhalten.
Der dreistöckige Flachdachbau rechts und die Hallen sollen für die neuen Häuser weichen, der linke Gebäudeteil bleibt erhalten. Foto: Oliver Hengst

Neue Optionen für Wohnungssuchende tun sich nahe der Reckenfelder Ortsmitte auf. Auf dem Schlick-Gelände sollen Mehrfamilienhäuser entstehen. Der Gestaltungsbeirat hat sich bereits zweimal mit dem Vorhaben beschäftigt und grundsätzlich grünes Licht gegeben. In der Sitzung des Reckenfelder Bezirksausschusses erfuhren Politiker und Besucher nun etwas mehr über das Projekt. Marc Diericks, Fachdienstleiter Bauordnung im Rathaus, erläuterte Details und zeigte einige Ansichten.

Demnach ist geplant, einen Teil des früheren Verwaltungsgebäudes der Schlick-Nachfolgefirma SLF stehen zu lassen. Der Rest soll abgerissen werden, so soll Platz für insgesamt fünf Mehrfamilienhäuser entstehen. Zwei sollen vorn an der Grevener Landstraße entstehen, drei im hinteren Bereich des Grundstücks. Vorgesehen ist eine dreigeschossige Bebauung – respektive zwei Geschosse plus ausgebautes Dachgeschoss, so dass sich die Neubauten mit ihrer Höhe in die Bebauung im Umfeld einfügen würden.

Wie viele Wohneinheiten an der Stelle geplant sind, ist laut Diericks noch offen. „Es gibt noch keinen Bauantrag.“ Das bisherige Verfahren habe, so Diericks, zunächst mal dem Ziel gedient, die grundsätzliche Machbarkeit zu prüfen und Impulse des Gestaltungsbeirates aufzunehmen. Nun will die Stadt mit dem Eigentümer und einem Investor über Details sprechen. Ein Zeithorizont wurde im Ausschuss nicht genannt.

Auch eine andere Stelle, an der potenziell Wohnbau entstehen kann, war im Ausschuss Thema. Auf Antrag von „Reckenfeld direkt“ wurde erneut über eine Fläche südlich des Jägerweges (gegenüber dem Friedhof) gesprochen. Das Areal ist im Flächennutzungsplan bereits als Wohnbaufläche ausgewiesen, wie Stadtplaner Marco Scheil deutlich machte – unter dem Strich rund 32 000 Quadratmeter. Man betrachte diese Fläche als Reserve. Reserve – das reicht Antragsteller Ernst Reiling nicht. „Wir verlieren Familien, die hier ehrenamtlich tätig sind, und sich woanders einen Bauplatz suchen müssen. Wir brauchen nicht nur geförderten Wohnraum, sondern auch Platz für Einfamilienhäuser.“ Er spielte damit auf die Ortsmitte an, wo – wie von einer politischen Mehrheit gewünscht – viel Geschosswohnungsbau entsteht, nach einer Planänderung aber nur begrenzt Platz für Reihen- oder Einfamilienhäuser zur Verfügung steht. Ein Mangel, der nach Reilings Dafürhalten an anderer Stelle ausgeglichen werden muss.

Zwei Familien, die in der Feuerwehr engagiert seien, seien schon weggezogen oder zumindest auf dem Sprung, hat Reiling erfahren. „Mit den Familien sind wir im Gespräch“, versicherte Bürgermeister Peter Vennemeyer. Es sei natürlich auch im Interesse der Stadt, diese Familien im Ort zu halten. Das von Reiling gewünschte Wohngebiet sei an dieser Stelle gleichwohl nicht so einfach umzusetzen. „Das Grundstück hat vor allem einen großen Mangel: Es gehört uns nicht“, sagte der Verwaltungschef.

Für Reiling kein Hindernis, schließlich besitze die Stadt andere Flächen, die sie im Tausch anbieten könne. „Was glauben Sie, was wir nicht alles versuchen? So einfach, wie Sie das immer schildern, ist das nicht“, machte Vennemeyer deutlich.

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