Kriminalitätsstatistik
Weniger Diebstähle – höhere Aufklärungsquote

Greven -

In Greven ist die Zahl der Diebstähle, Einbrüche und KFZ-Delikte rückläufig. Leicht zugenommen hat im vergangenen Jahr im Vergleich zum Jahr 2010 die Gewaltkriminalität.

Freitag, 06.03.2020, 10:07 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 16:18 Uhr
Sieht gefährlich aus, ist es auch. Aber: In der Gesamtzahl der Raubdelikte im Kreis Steinfurt wurde
Sieht gefährlich aus, ist es auch. Aber: In der Gesamtzahl der Raubdelikte im Kreis Steinfurt wurde

„Früher gab es so etwas nicht“ und „Es wird immer schlimmer“. Das sind Beiträge in den so genannten sozialen Medien, die mit schöner Regelmäßigkeit auftauchen, wenn dort über ein „Verbrechen“ in Greven berichtet wird. Nur: Das stimmt so nicht.

Klar ist: Die Gesamtzahl an Strafanzeigen im Jahr 2019 (2198) hat im Vergleich zum Jahr 2010 (2030) und dem Jahr 2018 (2098) zugenommen. Eine Entwicklung, die konträr zu den Gesamtzahlen der Kreispolizeibehörde Steinfurt steht. Abgenommen hat dabei die Zahl der Diebstähle, Einbrüche und KFZ-Delikte. Leicht zugenommen hat im vergangenen Jahr im Vergleich zum Jahr 2010 die Gewaltkriminalität.

Bei den konkreten Zahlen zuerst einmal die guten Nachrichten. Lange hat es in Greven nicht so wenige Fahrraddiebstähle gegeben wie im vergangenen Jahr. Da „wechselten“ nur 211 Räder ihren Besitzer. 2010 waren es noch 100 mehr.

Auch die Zahl der Einbruch-Diebstähle aus Wohnungen war lange nicht mehr so gering. Nur 22 Wohnungseinbrüche wurden im vergangen Jahr vermeldet, 2010 waren es 50 und somit mehr als doppelt so viele.

Die halb guten Nachrichten: Die Zahl der Gewaltdelikte im vergangen Jahr liegt mit 39 deutlich unter denen des Vorjahres (51) und etwas höher als im Jahr 2010 (33). Raubdelikte gab es im vergangenen Jahr acht, Sexualdelikte 23 und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz 57. Wobei letztere Zahl deutlich über der Zahl des Vorjahrs und des Jahres 2010 liegt.

Die Aufklärungsquote – hier liegen nur Zahlen für das Kriminalkommissariat Emsdetten / Greven vor, zu dem diese beiden Städte und Saerbeck, Altenberge und Nordwalde gehören – liegt bei 52,65 Prozent, gleichbedeutend mit 2560 Fällen. Diese Quote liegt deutlich über denen der Vorjahre (2018: 46,40 Prozent; 2017: 45,42 Prozent).

Bei den Tatverdächtigen sind besonders Kinder und Jugendlich überproportional vertreten. Während der Anteil der Acht- bis unter 21-Jährigen an der Bevölkerung im Kreis Steinfurt bei 13,96 Prozent liegt, liegt der Anteil dieser Altersgruppe an Tatverdächtigen bei 24,05 Prozent – Tendenz steigend.

Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen an den erfassten Straftaten im Kreis liegt bei 29,82 Prozent. Der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe an der Gesamtheit der Bewohner des Kreises liegt aber nur bei 9,22 Prozent. Ein Vergleich habe nur einen sehr begrenzten Aussagewert, weil sich die Bevölkerungsstruktur der Nichtdeutschen anders zusammensetze, schreibt die Kreispolizeibehörde und ergänzt: „Ein Zahlenvergleich Deutsche / Nichtdeutsche würde auch nicht die sehr gravierenden strukturellen Unterschiede der Alterszusammensetzung, der Lebensumstände und der sozialen Lage berücksichtigen.“

Entgegen des oft geäußerten Gefühls, dass das Leben in der Öffentlichkeit immer gefährlicher wird, haben die Delikte, die unter den Begriff „Straßenkriminalität“ fallen (Raub-, Sexual-, Körperverletzungs- und Diebstahldelikte auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen) in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen.

„Es wird immer schlimmer?“ Das stimmt so nicht.

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