Weg zwischen den Blöcken A und B
Pättken bekommt keine Beleuchtung

Reckenfeld -

Eine Beleuchtung für das Pättken zwischen den Blöcken A und B hat die SPD vorgeschlagen. Doch daraus wird nichts.

Montag, 09.03.2020, 19:54 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 16:38 Uhr
Praktisch: der Weg zwischen Wibbeltweg und Wiesenstraße. Eine Beleuchtung wird es dort allerdings nicht geben.
Praktisch: der Weg zwischen Wibbeltweg und Wiesenstraße. Eine Beleuchtung wird es dort allerdings nicht geben. Foto: Oliver Hengst

Große Debatte um einen kleinen Weg: Als in der vergangenen Woche das Pättchen zwischen den Blöcken A und B auf der Tagesordnung des Bezirksausschusses stand, führte das zu einer intensiven Diskussion. Nicht, weil der Weg als solcher in Frage gestellt worden wäre, sondern weil die SPD beantragt hatte, den Weg mit Beleuchtung auszustatten – jenen Weg, den die Christdemokraten auch gerne CDU-Pättken nennen, weil er einst im Rahmen einer Bauaktion der Partei entstanden war.

Die SPD hatte die Beleuchtung beantragt, weil der Verbindungsweg zwischen den Blöcken A und B von Fußgängern und Radfahrern rege genutzt werde – auch und gerade von Berufspendlern, die in den frühen Morgen- und den späten Abendstunden unterwegs seien. Eine Beleuchtung erhöhe die „allgemeine Sicherheit sowie auch die gefühlte Sicherheit der Nutzer“, argumentierte die SPD.

Das fruchtete jedoch nicht. In der Ausschusssitzung äußerten Vertreter anderer Fraktionen Unverständnis für den Vorschlag. „Irritiert“ reagierte zum Beispiel Janina Rebholz (Grüne). So ein Vorschlag von der SPD, die sich doch dem Klimaschutz verpflichtet fühle – für sie nicht nachvollziehbar. Zumal die Sache noch einen anderen Aspekt habe: „Lichtverschmutzung trägt zum Insektensterben bei“, erläuterte die Grüne.

Laut Franz-Josef Holthaus (CDU) wird der Weg vor allem tagsüber genutzt, weil er so schmal sei, dass Begegnungsverkehr im Dunkeln kaum möglich sei. Anwohner suchten sich deshalb abends lieber andere, beleuchtete Wege. Mit Beleuchtung des Pättchens locke man noch mehr Nutzer an. „Also: Licht aus, fertig.“

Auch Vanessa Rudolph (Reckenfeld direkt) kennt den Weg aus eigener Anschauung. Der „Hunde-Highway“ werde unter anderem sehr stark von Hundehaltern frequentiert. Abends nutzen ihn nach ihrer Beobachtung Mofafahrer, deren Lärm ein Ärgernis sei. Den Weg mit einer Beleuchtung noch attraktiver machen – für sie nicht erstrebenswert. „Dann haben wir dort noch mehr Traffic.“

Auch aus Sicht der Stadtverwaltung spricht alles gegen eine Beleuchtung. Man verfahre üblicherweise nach der Regel: Keine Beleuchtung im Außenbereich. Und dafür gibt es laut André Kintrup gute Gründe, wirtschaftliche und ökologische (Schutz von Insekten, Vögeln, Fledermäusen).

Wolfgang Voß (SPD) präzisierte, „dass es überhaupt nicht nötig ist, dass der Weg nachts ständig beleuchtet ist. Das ist in der heutigen Zweit überhaupt nicht nötig.“ Es gebe adaptives Licht, das sich nur bei Bewegung einschalte. Zudem könne man Photovoltaik-Strom nutzen. „Insofern muss das ökologisch nicht kritisch sein.“ Der Weg werde sehr stark genutzt – und zwar auch im Dunklen. Dem müsse man Rechnung trage.

Was sich in der Diskussion andeutete, schlug sich schließlich auch in der Abstimmung nieder: Die SPD bekam für ihren Vorschlag keine Mehrheit. Aus einer Beleuchtung des Weges wird somit nichts.

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