Auswirkung der Corona-Krise auf den FMO
Frankfurt für vier Wochen komplett annulliert

Greven -

Corona stoppt auch den Flugverkehr. Nach einem guten Start am FMO gibt es eine Vollbremsung – Richtung Frankfurt.

Samstag, 14.03.2020, 14:54 Uhr aktualisiert: 14.03.2020, 17:01 Uhr
Allein für den April hat die Lufthansa 23 000 Flüge storniert. Auch die Flüge vom FMO nach Frankfurt finden im April nicht statt.
Allein für den April hat die Lufthansa 23 000 Flüge storniert. Auch die Flüge vom FMO nach Frankfurt finden im April nicht statt. Foto: dpa

Zunächst die gute Meldung: Der Flughafen Münster/Osnabrück ist mit einem Wachstum von 25 Prozent in den ersten drei Monaten in das Jahr gestartet. Neben einem deutlichen Anstieg im touristischen Geschäft im Winterflugplan durch mehr Verbindungen der Fluggesellschaft Corendon Airlines sowie einer Aufstockung der Flüge nach Mallorca durch Eurowings und Lauda hat auch die neue Strecke nach Wien mit Lauda ebenfalls zu dem erfreulichen Wachstum beigetragen, heißt es in einer Pressemitteilung des Flughafens Münster-Osnabrück.

Aber: Jetzt kommt das „Aber“: Die Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung des Corona-Virus haben überall in Deutschland und Europa in den vergangenen Tagen an Dynamik zugenommen. Der Luftverkehr ist von dem drastischen Einbruch der Reisetätigkeit unmittelbar und von großer Heftigkeit betroffen. Auch am FMO hat dies bereits zu zahlreichen Flugstreichungen geführt. Trotzdem konnte der bisherige Wachstumspfad gehalten werden.

Lufthansa hat jetzt eine konzernweite Kapazitätsreduzierung um 50 Prozent angekündigt. So sollen alleine im Monat April über 23 000 Flüge gestrichen werden. Für den FMO hat dies zur Folge, dass mit Beginn des Sommerflugplans am 29. März die Frankfurt-Strecke zunächst für vier Wochen komplett annulliert wird. Über eine mögliche Ausweitung wird rechtzeitig entschieden. Im Gegenzug soll die Verbindung nach München planmäßig durchgeflogen werden.

Maßnahmen der NRW-Landesregierung

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  • Die Bundesregierung und die Länder haben sich am Sonntag (22. März) auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geeinigt. Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 20. April.

    Foto: dpa
  • Schulen und Kitas geschlossen

    Bereits seit Montag (16.3.) sind die Schulen in NRW geschlossen. Die Lehrer blieben im Dienst, zur Vorbereitung von Abschlussarbeiten etwa oder um digitale Unterrichtsformen durchzuführen.

    Ebenso dürfen Kinder bis zum schulpflichtigen Alter seit Montag nicht mehr in Kitas gebracht werden. Kinder sollten nicht bei Großeltern untergebracht werden.

    Für die Kinder des Personals, das zur Bewältigung der Krise notwendig sei, gibt es besondere Betreuungsangebote.

    Foto: Caroline Seidel
  • Geschäfte und Läden werden geschlossen.

    In Nordrhein-Westfalen sind seit Mittwoch (18.3.) alle Geschäfte und Läden geschlossen, die nicht der täglichen Grundversorgung dienen. Supermärkte, Wochenmärkte, Apotheken, Drogerien, Baumärkte, Großmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Zeitschriftenhandel und Friseure zum Beispiel bleiben auf. Lebensmittel dürfen sonntags verkauft werden. Aber alle großen Supermarktketten wollen vorerst bei ihren Öffnungszeiten bleiben und nicht sonntags öffnen.

    Foto: dpa
  • Spielplätze

    Alle Spiel- und Bolzplätze sind gesperrt. "Bitte jetzt nicht auf irgendwelche Wiesen ausweichen", mahnte NRW-Familienminister Stamp.

    Foto: dpa
  • Gastronomie

    Restaurants,Bars, Cafés, Kneipen und Amüsier-Etablissements müssen ganz schließen. Nur Lieferung oder Abholung sind noch möglich.

    Foto: dpa
  • Tourismus

    Hotels dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Reisebusreisen sind verboten.

    Foto: dpa
  • ÖPNV wird eingeschränkt:

    Der öffentliche Personennahverkehr in NRW wird wegen der Corona-Krise eingeschränkt. Bahn und Busse fahren vielerorts nur noch nach dem Ferien-Fahrplan. Es wird empfohlen, nur noch in dringenden Fällen den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Fahrkarten-Kontrollen werden nicht mehr durchgeführt.

    Die Stadtwerke Münster bitten  alle Fahrgäste, in den Stadtbussen bis auf Weiteres nur die hinteren Türen für den Ein- und Ausstieg zu nutzen. Die erste Tür direkt bei der Fahrerin oder beim Fahrer bleibt vorsorglich geschlossen, im Bus werden keine Tickets mehr verkauft.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Freizeit

    Per Erlass der Landesregierung sind Veranstaltungen grundsätzlich untersagt, dazu gehören auch alle Konzerte oder Aufführungen.

    Kultureinrichtungen wie Ausstellungen und Kinos sind geschlossen. Auch Tier- und Freizeitparks müssen den Betrieb einstellen, gleiches gilt für Sportanlagen.

    Foto: Matthias Ahlke2
  • Sportbetrieb eingestellt

    Keine Spiele, kein Training. Auch Fitnessstudios und Schwimmbäder dürfen nicht mehr öffnen. Der Sport in NRW steht komplett still.

    Foto: imago-images
  • Gottesdienste abgesagt:

    Es dürfen ab sofort keine Gottesdienste mehr abgehalten werden. Alle religiösen Veranstaltungen müssen bis auf Weiteres abgesagt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Sommersemester-Start an NRW-Hochschulen verschoben:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird auch der Start des Sommersemesters an den nordrhein-westfälischen Hochschulen vorerst bis zum 20. April, dem Ende der Osterferien, verschoben.

    Ursprünglich sollte das Sommersemester an den Fachhochschulen am 23. März und an den Universitäten am 6. April beginnen.

    Foto: Sebastian Gollnow
  • Operationen verschieben:

    Alle nicht zwingend nötigen Operationen in NRW sollen wegen der Coronakrise auf absehbare Zeit verschoben werden. Das sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). 

    Foto: Georg Wendt
  • Keine Besuche mehr in Pflege- und Altenheimen in NRW:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Alten- und Pflegeheime in NRW grundsätzlich nicht mehr besucht werden. Besuche seien nur in dringenden Ausnahmefällen möglich, sagte Ministerpräsident Armin Laschet bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

    Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Lauda wird zunächst für den April auf der Wien-Verbindung 50 Prozent aller Flüge streichen und fliegt nur noch zweimal pro Woche.

Ab dem 23. März fliegt AIS Airlines bis auf weiteres nur noch montags und freitags zur Bedienung der Pendlerströme nach Berlin.

Schwer abzuschätzen ist aktuell die Auswirkung auf den touristischen Verkehr am FMO. Derzeit sind die Ferienflieger mit Zielen wie Mallorca, Antalya, Hurghada oder die Kanarischen Inseln noch sehr gut gefüllt. Auch für die Osterferien ist die Buchungslage sehr erfreulich. Allerdings berichten Reisebüros und Veranstalter von einem Einbruch der Neubuchungen insbesondere für die Zeit nach den Osterferien.

Eine genaue Prognose über die weitere Verkehrsentwicklung ist aufgrund des zurzeit nicht vorhersehbaren weiteren Verlaufs und der Dauer von Reisebeschränkungen nicht möglich, heißt es abschließend in der Pressemitteilung des Flughafens Münster-Osnabrück.

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