Neuanschaffung für die Partnerschule in Tansania mit Spenden aus Greven finanziert
Maismühle spart viel Zeit und Geld

Greven -

Mit Spenden aus Greven konnte nun in Tansania eine Maismühle angeschafft werden, die an der dortigen Partnerschule den Alltag erleichtert. Herausforderungen gibt es noch genug. Zuletzt hat ein schwerer Regen dem Schulhof zugesetzt. Aktuell gibt es eine Heuschreckenplage.

Montag, 23.03.2020, 09:10 Uhr aktualisiert: 23.03.2020, 09:20 Uhr
Die aus Greven finanzierte Maismühle wurde inzwischen in Betrieb genommen.
Die aus Greven finanzierte Maismühle wurde inzwischen in Betrieb genommen. Foto: Paul Pier

„Wir stehen in tiefer Schuld bei Ihnen und sind unendlich dankbar. Leider haben wir nichts, was wir als Gegenleistung geben könnten außer unsere täglichen Gebete für Euch und unseren 100-prozentigen Einsatz für die Ausbildung unserer Schüler“. So heißt es in einer Nachricht von Schwester Litty, der Leiterin der St. Charles Primary School in Iringa im Landesinnern von Tansania anlässlich des eigentlich für diesen Sonntag geplanten Fastenessens im St. Josefgemeindehaus.

Die Afrikagruppe der früheren Josefs-, Lukas- und heutigen Martinusgemeinde kümmert sich seit vielen Jahren um die Grundschule im fernen Ostafrika. Bei dem geplanten und jetzt natürlich abgesagten Fastenessen wollte die Afrikagruppe eigentlich die Gemeinde über Neuigkeiten an der Partnerschule informieren. Seit vielen Jahren gibt es einen engen Kontakt zu der Grundschule in Tansania, schriftlich und sogar durch privat finanzierte Besuche vor Ort.

Viele Spenden aus der Gemeinde haben es in den letzten Jahren möglich gemacht, dass die Schule Unterrichtsmaterialen anschaffen konnte, dass für die sehr Armen die vorgeschriebene Schuluniform und das Schulgeld zur Verfügung gestellt werden konnte und im letzten Jahr ein dringend notwendiger Erweiterungsbau mitfinanziert werden konnte. Die Klassengröße lag bei 100 Kindern, ein Anbau wurde erforderlich.

Vor einigen Wochen konnte die Afrikagruppe eine weitere Spende in Höhe von 7000 Euro – wie alle Spenden direkt ohne Abzüge – an die Schule überweisen. Dieses Geld kam aus regelmäßigen Monatssummen, von Einzelspendern zu Weihnachten und aus einer Familienfeier. Die Ordensschwestern, die die Schule aufgebaut haben und heute noch leiten, haben jetzt davon eine Maismühle angeschafft.

Für die 701 Kinder, die zurzeit die Schule und die Vorschule besuchen, wird täglich ein Mittagessen gekocht. Es gibt Maisbrei mit Bohnen, in Kisuaheli „Ugali“ genannt, an hohen Feiertagen mit ein wenig Ziegenfleisch garniert, dann heißt es „Ugali na nyama“.

Mit der Maismühle kann nun die Schule selbst den Mais mahlen und damit viel Zeit und Geld einsparen. Außerdem wurde noch ein Container gekauft, in dem Mais gelagert wird für die Zeit, wenn mal die Ernte schlecht ausfällt.

Die Schule hat auch ein paar Kühe und Ziegen angeschafft. In einem eigenen Garten lernen die Kinder die Verarbeitung von Gemüse und anderen Pflanzen.

Der Unterrichtstag beginnt morgens mit sportlichen Übungen von 7.15 bis 7.45 Uhr. Danach beginnt der Unterricht, in dem nicht nur der normale Lehrstoff von den 25 ausgebildeten Lehrern und weiteren 14 Hilfskräften sowie drei Ordensschwestern vermittelt wird, sondern großer Wert wird auch auf hygienische Kenntnisse und soziales Verhalten gelegt.

Es besteht weiter großer Bedarf an Unterstützung aus Greven. Jetzt in der Regenzeit hat es durch sintflutartigen Regen große Schäden am Schulhof gegeben. Der sandige Platz ist stark ausgespült worden, Dächer sind beschädigt, der Zaun und das Randgemäuer drohen einzustürzen. Bei dem neu erstellten Anbau konnten noch nicht alle Klassenräume in Betrieb genommen werden, da das Geld für die Schulmöbel fehlt, der Bauunternehmer wartet auch noch geduldig auf die Restzahlung. Das Gebäude für die über 200 Kinder im Vorschulalter muss dringend renoviert werden.

Das Land Tansania ist seit vielen Wochen von einer außergewöhnlich starken Regenzeit betroffen. Hunderte von Wohnhütten sind zerstört, Straßen, Wege und Brücken zerstört, einige hundert Menschen sind ertrunken. Die Regenschauer halten noch weiter an und man rechnet damit, dass die Regenzeit noch bis Mai weitergeht.

Hinzu kommt eine extrem heftige Heuschreckenplage in Ostafrika, bei der besonders in den Nachbarländern Uganda und Kenia ganze Felder in kürzester Zeit restlos von den Heuschrecken geplündert wurden und somit fast die ganze, lebensnotwendige Ernte vernichtet wurde. Tansania ist noch einigermaßen glimpflich davongekommen.

Schwester Litty hat in der Nachricht an die Afrikagruppe in dieser Woche dankbar aufgeführt, was mit der Hilfe aus Greven an der Schule bisher schon alles möglich geworden ist. Wörtlich schreibt sie: „Natürlich, all das wäre nicht ohne Ihre Hilfe möglich gewesen. Die Ordensschwestern, Lehrer, Schüler und deren Eltern sind dankbar für Ihre Liebe, Ihr Interesse und Ihre Opfer, mit denen Sie täglich unser Leid und unsere Bemühungen erleichtern. Nochmals herzlichen Dank für all Ihre Unterstützung und ich möchte Ihnen versichern, dass jeder Cent Ihrer Spenden für das Wohlergehen der Kinder und die Entwicklung der Schule und die Ausbildung der Kinder verwandt wird.“

  • Spendenkonto: St. Martinus Greven, Kreissparkasse Steinfurt, IBAN: DE 68 4035 1060 0063 0003 27, Stichwort: Schulprojekt Tansania.
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