Haushalt der Stadt: Einnahmen im Sinkflug
Finanzen hängen am seidenen Faden

Greven -

Die Auswirkung der Corona-Pandemie auf die Finanzen der Stadt sind derzeit noch nicht zu erahnen. Abhängig sind die Finanzen von dem Wohlergehen der Grevener Unternehmen und der Arbeitnehmer. Matthias Bücker, Kämmerer der Stadt, ist sich aber sicher: „Das wird sicherlich heftig werden.“

Mittwoch, 25.03.2020, 06:56 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 19:56 Uhr

Am Telefon wirkt er eher entspannt. Vielleicht liegt es ja daran, dass er zur Zeit, wie 100 andere städtische Mitarbeiter auch, im Homeoffice arbeitet. Einen Grund für Entspannung hat er indes nicht. „Das wird sicherlich heftig werden“, ahnt Matthias Bücker, Kämmerer der Stadt. Worum es geht? Natürlich um die Auswirkung der Corona-Pandemie auf die Finanzen der Stadt.

Wie in allen Bereichen in diesen Zeiten ist die künftige Finanzlage der Stadt nicht ansatzweise zu erahnen. Denn die Stadt ist natürlich auf die Einnahmen aus der Gewerbesteuer und den kommunalen Anteil an der Einkommenssteuer angewiesen. „Und deren Höhe hängt sicher stark mit der Höhe der Fördergelder zusammen, die Bund und Land an die Unternehmen ausschütten werden“, erklärt der Kämmerer. „Je höher diese Fördergelder ausfallen, um so besser werden die Jahresergebnisse.“ Klare Rechnung.

Das gilt aber auch umgekehrt. „Werden zu wenig oder gar keine Fördergelder gezahlt, erwirtschaften die Unternehmen schlechtere Ergebnisse, müssen entlassen oder gehen gar insolvent.“ Und an eben diesen seidenen Fäden hängt der Haushalt der Stadt.

Etat-Kürzungen oder gar Haushaltssperre – darüber sei bislang nicht geredet worden. „Es geht erst mal darum, dass Bürger, Wirtschaft und Kommune vernünftig durch die Krise kommen“, so Bücker. Erst dann könne man abschätzen, wie viel Einnahmen die Stadt weniger zu verzeichnen habe. „Und ich bin mir sicher, dass es deutlich weniger werden.“ Da müsse man dann vermutlich auch über Unterstützung der Kommunen durch Bund und Land nachdenken. „Aber das ist zur Zeit nicht der Fokus bei Bund und Land, eine Kommune kann schließlich nicht pleite gehen.“

Aber: Zunächst muss die Verwaltung mal weiter vernünftig funktionieren. „Deswegen haben wir so viel Mitarbeiter wie möglich ins Homeoffice geschickt“, erklärt Klaus Hoffstadt, Leiter Zentraler Steuerungsdienst bei der Stadtverwaltung.

Bestimmte Teams in kritischen Bereichen habe man auseinander gezogen, um einen möglichen Komplettausfall von Abteilungen bei einer Infizierung zu verhindern. Hoffstadt nennt die Abteilung Jugendschutz als Beispiel. „Einige arbeiten im Rathaus, die anderen im Jugendamt auf der anderen Straßenseite und die dritten in der Karderie“,

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