Floristengeschäfte in der Corona-Krise
Unter strengen Auflagen Türen geöffnet

Greven -

Als Einzelhändler muss man in diesen Tagen kreativ sein. Einige Grevener Läden sind das – wie diese Beispiele zeigen.

Donnerstag, 26.03.2020, 06:48 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 06:50 Uhr
Ebenfalls das Geschäft von Lisa Borkert.
Ebenfalls das Geschäft von Lisa Borkert.

Bei einem Spaziergang durch die Markstraße kann man sich zurzeit sehr einsam fühlen. Menschenmengen sind Fehlanzeige, die Geschäfte haben geschlossen. In ganz Greven? Nein! Ein Stamm von unbeugsamen Geschäftsleuten hört nicht auf, dem Corona-Virus Widerstand zu leisten. Das berühmte Asterix-Zitat dient an dieser Stelle nur bedingt. Denn: Mit revolutionären Gedanken hat die Öffnung der Blumengeschäfte Hensmann und von Lisa Borkert nichts zu tun. „Wir halten uns an die Regeln“, versichert Gabi Hensmann in ihrem Geschäft auf der Marktstraße.

Die Regeln sind in diesem Fall die Verordnung seitens des Landes NRW. In dieser ist beschlossen worden, dass Floristen mit dem gestrigen Tage wieder öffnen dürfen. Dort heißt es: „Der Betrieb von Bau- und Gartenbaumärkten bleibt zur Versorgung von Gewerbetreibenden und Handwerkern zulässig.“

Zuvor hatten beide Geschäfte auf der Marktstraße ebenfalls geschlossen. Hensmann: „Wir haben die Werkstatt-Arbeit über die Schließung weiter am Laufen gehalten.“ Bestellungen – zum abholen oder ausliefern – wurden weiter angenommen, vor dem geschlossenen Geschäft wurde Selbstbedienung eines reichhaltigen Sortiments angeboten: „Das Geld konnten die Kunden in den Briefkasten schmeißen. Da haben wir vollstes Vertrauen“, berichtet Hensmann. Auch Lisa Borkert hat eine Kasse vor der Tür aufgestellt. Kunden, die sich nicht in den Laden trauen, können das Angebot vor der Tür weiter wahrnehmen. In beiden Geschäften gelten strenge Auflagen: Abstandsregelungen, nicht mehr als zwei Personen im Geschäft und Scheiben vor den Verkaufstheken sorgen für die nötige gesundheitliche Sicherheit. Dennoch würden sich täglich die Verordnungen verändern, die Kaufleute stehen im engen Kontakt mit den Behörden. Borkert: „Die Kunden halten sich an die Regeln, viele fragen interessiert nach, warum wir wieder geöffnet haben.“ Hensmann weiß auch: „Tulpen gehen zurzeit sehr gut weg. Die Menschen sehnen sich nach dem Frühling und weil die meisten zuhause sind, haben sie jetzt Zeit, sich alles schön herzurichten.“ Auch im Geschäft von Lisa Borkert gehen die Schnittblumen sehr gut weg. Am Mittwoch war Markttag, daher: „Heute haben wir einige Kunden“, berichtet Borkert. Dennoch sagen beide: „Das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Finanziell hilft es nur bedingt weiter.“

Ähnlich sieht es bei der Eisdiele Fontanella aus. Dario Bernardo und Elena Tcherpark sagen: „Uns brechen 80 Prozent der Kunden weg.“ Auch die Eisdiele hält sich an die notwendigen Abstände, das Eis darf zudem nicht vor dem Geschäft gegessen werden: „Es sollen sich keine Gruppen bilden.“ Matthias Prinz vom Ordnungsamt ist zurzeit täglich unterwegs, schaute auch am Mittwoch bei den Geschäften vorbei und sagt: „Es ist alles ruhig in Greven. Die Geschäftsinhaber und Menschen halten sich an die Regeln.“

 

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