Jugendliche nähen Gesichtsmasken
„Der Krisenstab hat uns gefragt“

Greven -

Die Nähgruppen in der Karderie können sich nicht treffen. Aber nähen können sie schon: Bunte Gesichtsmasken.

Freitag, 10.04.2020, 19:56 Uhr aktualisiert: 10.04.2020, 20:00 Uhr
Ivonne Heemann mit einer hübschen Mundmaske
Ivonne Heemann mit einer hübschen Mundmaske Foto: Karderie

„Der Krisenstab hat uns gefragt, ob wir helfen können.“ Georg Dodt, städtische Teamleiter Jugendarbeit der Stadt. dürfte lange nachdenken müssen, um einen Fall zu finden, wo ein Krisenstab eine Jugendgruppe um Hilfe gebeten hat.

Aber  Corona ist ein Ausnahmefall und dass es in der Karderie Nähgruppen gibt, ist ja in der Jugendarbeit auch nicht ganz gewöhnlich.

„Aber ich hatte die Idee schon vorher“, sagt Ivonne Heemann. Auch sie gehört zum Freiwilligenteam der Karderie und leitet das Nähprojekt mit aktuell zwei Nähgruppen. Sie hatte schnell die Näherinnen alarmiert und Schnittmuster aus dem Internet gesaugt.

„Stoff hatten wir noch genug“, sagt Heemann, „und Gummiband haben wir gerade noch bestellt.“ 200 Meter aus dem Internet. 20 Meter, weiß sie, reichen für 50 Masken. Nach dem ersten Nähwochenende sind schon 160 Masken fertiggeschneidert.

Normalerweise trifft sich die Nähgruppe ja in der Karderie, um dort gemeinsam zu nähen. Aber wegen der Ansteckungsgefahr werkelt jetzt jede Näherin zu Haus. Auch FSJlerin Rukiyat Aileru (19) hat mitgemacht, „obwohl ich vorher noch gar nicht nähen konnte.“

Mit ihm Boot sind nicht nur die Näh-, sondern auch die Kreativgruppen der Karderie, die ansonsten durch die Pandemie außer Gefecht gesetzt sind. „Ich möchte dazu beitragen, dass die Menschen keine Angst haben, sich zu begegnen“, sagt deren Leiterin Ines Dettloff, „da helfen solche Masken.“

Auch Esra Semirgin ist FSJlerin in der Karderie, und da hat sie derzeit viel Zeit: „Da kann ich doch nähen.“

Verteilt werden die Masken zum Beispiel in Seniorenheimen der Stadt. „Ich finde es wichtig“, sagt sie, „dass Risikopatienten an die Masken kommen.“

Für die Verteilung – mit dem gehörigen Sicherheitsabstand – sorgen wieder vier Jugendliche aus der Karderie, die auch beim Projekt Backstage aktiv sind.

Übrigens: Auch eine Mutter hat sich vom Elan der Jugendgruppe anstecken lassen und näht fleißig Masken mit. Ivonne Heemann legt Wert darauf, dass ihr Gesichtsschmuck bunt und hübsch ist. „Man soll“, sagt sie, „ja daran auch Spaß haben.“ Anfragen unter: Georg.dodt@stadt-greven.de

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