Heiner Wening betreibt seit mehr als 30 Jahren ökologische Landwirtschaft
Wo die Ostereier herkommen

Greven -

Eier von freilaufenden Hühnern. Bei Heiner Wening ist das seit Jahren Normalität. Ein Besuch auf dem Öko-Hof.

Samstag, 11.04.2020, 05:04 Uhr aktualisiert: 11.04.2020, 05:40 Uhr
Heiner Wenning inmitten seiner Hühner.
Heiner Wenning inmitten seiner Hühner. Foto: Pia Weinekötter

„Das ist Berta“, erklärt Heiner Wening und zeigt auf eine braungefiederte Henne, die gerade über die Wiese stolziert. Sie ist eine der Legehennen aus Bio-Aufzucht des Landwirts aus Westerode, der auch vielen als „Öko-Heiner“ bekannt ist.

„Wir kaufen die Hühner als legereife Junghennen, die dann 13 bis 15 Monate zum Eierlegen bei uns bleiben, bevor sie geschlachtet und als Bio-Suppenhuhn verkauft werden“, erklärt Wening den Lebenszyklus seiner Tiere. Er hält rund 900 Legehennen zusammen mit einigen Hähnen – „die sorgen für Ordnung in dem Hühnerhaufen“, erklärt er augenzwinkernd.

Das Besondere auf dem Hof Wening für die Hühner ist nicht nur die Bio-Haltung mit Auslauf und entsprechender Fütterung, sondern vor allem die Unterbringung im Hühner-Mobil.

Vor zehn Jahren hat der Landwirt vom Stall an einem Standort auf drei mobile Ställe umgestellt: „Sie kennen das, halten wir die Hühner nur an einem Ort, so ist die Wiese dort schnell abgenutzt und der Boden schwarz und voller Hühnerkot. Das kann zu erhöhtem Parasitenbefall führen und ist auch nicht schön für die Hühner: die wollen ja scharren“, erklärt der 60-Jährige.

Durch die mobilen Ställe hält er sein Federvieh in drei Gruppen, versetzt die Hühner-Mobile jede Woche und kann somit seine Flächen auch optimal ausnutzen. Die Schlachtungszeiten passt er dann auch dem saisonal schwankenden Bedarf an.

„Gerade jetzt zu Ostern wie auch zu Weihnachten backen die Leute vermehrt und essen einfach mehr Eier, so dass der Bedarf höher liegt, während in den Sommerferien die Nachfrage nicht so groß ist“, erläutert der Eier-Fachmann, der selbst am liebsten Rührei isst.

Doch die Hühner sind nicht das einzige Standbein des Hofes. Als der staatlich geprüfte Landwirt aus Gescher 1988 den Bauernhof in Westerode übernahm, kam für ihn nur der Vollerwerbsbetrieb in Frage. Die Entscheidung gegen konventionelle Landwirtschaft fiel alleine aufgrund der kleinen Betriebsgröße sehr schnell: „Ich wollte immer schon biologisch arbeiten und habe mich dann dem Naturland-Verband angeschlossen.“

Dessen hohe Auflagen und strenge jährliche Kontrollen zur Erlangung der Bio-Zertifikate geben seinen Abnehmern die Sicherheit guter Qualität. Und das gilt für den gesamten Hof, den er unterstützt von seiner Frau und seinen beiden Söhnen, die jedoch alle in anderen Berufen arbeiten, als kleinen Familienbetrieb führt.

Der Landwirt baut auch Bio-Getreide wie Roggen, Weizen, Dinkel oder auch alte Sorten wie Einkorn oder Emmer an. Auf seinem Acker sind in den letzten Wochen schon die ersten frisch gekeimten Kartoffeln gepflanzt worden. Im Laufe des Sommers kommen weitere Kartoffelsorten wie Linda, Allianz oder Laura hinzu. Und auf der Streuobstwiese reifen Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Walnüsse – in Bio-Qualität.

Zudem gibt es Limousin-Rinder, die auf dem Hof Wening als Mutterkuh-Herde gehalten werden. „Die Kühe werden von uns nicht gemolken, sondern ziehen ihr eigenes Kalb groß“, erläutert der Bio-Experte. Um das Fleisch nach dem Schlachten als Bio-Fleisch vermarkten zu können, unterliegt die Aufzucht strengen Auflagen. „Wir arbeiten möglichst in einem geschlossenen Kreislauf: die Tiere sind auf unseren eigenen Weiden und zusätzlich verfüttern wir Heuschnitte oder Gras-Silage von unseren eigenen Wiesen, für die natürlich ein Verbot von Pestiziden und Kunstdüngemitteln gilt.“

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