Ostern im Internet – wie Grevens Gemeinden Gottesdienst feiern
Orgelbrausen und Glockenläuten aus dem Netz

Greven -

Ostern – das fand für die Grevener Kirchengemeinden im Netz statt. Wir haben nachgesehen.

Dienstag, 14.04.2020, 10:19 Uhr
St. Martinus-Gemeinde: Die Pfarrer Clemens Döpker, Anthony Adani, Klaus Lunemann und Werner Gerling im Altarraum.
St. Martinus-Gemeinde: Die Pfarrer Clemens Döpker, Anthony Adani, Klaus Lunemann und Werner Gerling im Altarraum.

Im Matthäus-Evangelium gibt es ja den schönen Satz: „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Also: Kirchengemeinde muss keine Massenveranstaltung sein. Es geht auch ganz klein. Aber so klein wie diesmal zu Ostern, das war doch eine Herausforderung für die Kirchengemeinden Grevens. Wie anderswo wichen sie ins Internet aus, um den Corona-Bann halbwegs zu umschiffen.

 

Alles schrumpft. Der imposante Kirchenraum. Das Glockenläuten und auch das Orgelbrausen, das auf der Homepage der katholischen St. Martinus-Pfarrgemeinde vor der Predigt versprochen wird.

Video, das ist eben ein Medium, dessen Einheiten 0:45 oder 1:30 heißen. Vorne, die Minuten, hinten die Sekunden. Eine Karfreitagsliturgie, die zu den längsten des Kirchenjahres gehört, will da nicht so recht passen. Pfarrer Uwe Völkel hat 23:55 für seinen Gottesdienst aus der Christuskirche. Drei Minuten davon sieht man zu Beginn nur den schwarz verhüllten Altar zum Psalm 22 „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen.“ In der dunklen Kirche würde das unter die Haut gehen. Am iPad neigt man schon dazu, andere Dinge zu tun.

Ein paar Minuten länger hat am Ostersonntag Pfarrer Jörn Witthinrich. Hier darf die Stimmung auch heiterer sein. Die Orgel spielt Olga Dick, Eugen Post auf der Orgelempore singt am Ende des kurzen Ostergottesdienstes sogar ein fröhliches Frühlingslied.

Die Videos der evangelischen Kirchengemeinde hat übrigens Stefan Krey (Technik und Schnitt) bei Youtube eingestellt. So dass wir auch wissen, wie sie geklickt werden. Ostern: 129 Aufrufe (bis Montag, 16 Uhr), Karfreitag 63 Aufrufe. Das ist mehr als nichts – und viel weniger als sonst in die Kirche passen würden.

Sind die evangelischen Christen traditionell mehr Predigt-orientiert und weniger auf die Bilder ausgerichtet, so wird in der katholischen St. Martinus-Gemeinde das schöne Ritual ins Zentrum gerückt.

Pfarrer Klaus Lunemann betritt die von Zuschauern geleerte Kirche in Begleitung seiner Mitpfarrer Clemens Döpker, Anthony Adani und Werner Gerling. Die Messdiener und einige Schwestern halten gebührenden Abstand. Das alles dauert für die traditionell lange Osternacht 11 Minuten und 16 Sekunden, inklusive der Predigt des Gemeindepfarrers, die man per Link auch abrufen kann. Lunemann: „Viele haben ihre Angehörigen lange nicht direkt sehen, sprechen, berühren können. Manche auch mussten sich von sterbenden Angehörigen trennen, ohne sich wie gewünscht verabschieden zu können.“ Fragen zu Leid und Sterben, die gehören zwischen Karfreitag und Ostern zum Kanon der Liturgie.

Nachsehen und -hören kann man die Gottesdienste online unter https://martinus-greven.de/ und für die Evangelische Gemeinde unter http://m-einegemeinde.de

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