Grundschulen unterrichten ab heute wieder / Klassen werden geteilt
Neustart für die Viertklässler

Greven -

Die Viertklässler kehren heute unter besonderen Vorzeichen in die Schulen zurück. Damit der Start gelingt, ist in den vergangenen Tagen und Wochen viel gesprochen, konferiert und geregelt worden. Eine der größten Herausforderungen: die Distanzregel.

Donnerstag, 07.05.2020, 06:04 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 17:44 Uhr
Auf dem Schulhof der Josef-Grundschule sind mit Farbe Bereiche markiert, in denen sich die Kinder aufhalten dürfen.
Auf dem Schulhof der Josef-Grundschule sind mit Farbe Bereiche markiert, in denen sich die Kinder aufhalten dürfen. Foto: Oliver Hengst

Allem organisatorischem Aufwand zum Trotz: In den Grundschulen fiebert man der Rückkehr der Viertklässler am heutigen Donnerstag entgegen. „Wir freuen uns, dass nun wieder ein Stück weit Normalität einkehrt. Wir freuen uns auch für die Kinder“, sagt Anne Sprakel, Leiterin der Josefgrundschule. Natürlich habe man Kontakt gehalten, etwa mit Videokonferenzen. „Aber das ist einfach nicht das selbe.“ Marita Lödde-Wilken von der Mariengrundschule ergänzt: „Die Kollegen können es nicht abwarten. Wir wollen die Kinder wieder in der Schule sehen. Die Kinder vermissen die Schule – und die Lehrer vermissen die Kinder.“

Damit der Start gelingt, ist in den vergangenen Tagen und Wochen viel gesprochen, konferiert und geregelt worden. Eine der größten Herausforderungen: die Distanzregel. „Jede Klasse hat einen eigenen Eingang und eine eigene Toilette zugewiesen bekommen“, sagt Löddede-Wilken. An der Josefschule verfährt man ähnlich. Zudem werden dort – wie auch an den anderen Schulen – die Klassen in jeweils zwei Lerngruppen aufgeteilt, damit sich die Kinder in den Klassenräumen nicht zu nahe kommen. „Wir haben Abstandsmarker besorgt“, sagt Anne Sprakel. „Das sind auf dem Boden klebende Giraffen, die genau 1,50 Meter lang sind.“ Auf dem Schulhof habe man mit Punkten jene Bereiche markiert, in denen sich die Schüler aufhalten dürfen. Zudem achte man darauf, dass die Kinder möglichst zu unterschiedlichen Zeiten auf den Fluren unterwegs sein.

In der Mariengrundschule verzichtet man auf eine Maskenpflicht, empfiehlt aber dringend, eine solche zu tragen, wenn man sich auf dem Flur oder dem Schulhof aufhält. Im Unterricht jedoch sind Masken kein Thema. „Das hält doch kein Kind aus“, sagt Marita Lödde-Wilken. Zumal dort eben durch Aufteilung der Klassen in Lerngruppen gewährleistet sei, dass die geforderten Abstände eingehalten werden können. Im Übrigen habe man sich untereinander abgestimmt, so dass alle Grundschulen nach ähnlichen Muster vorgehen. „Wir verfahren hier einheitlich“, betont Anne Sprakel.

Marita Lödde-Wilken ist zudem wichtig, eines klarzustellen: In Medienberichten habe es zuletzt geheißen, dass die Schulleitungen nun wieder in die Schulen zurückkehrten. „Wir waren die ganze Zeit hier, auch die ganzen Ferien durch.“ Das gelte nicht nur für die Leitungen, sondern auch fürs übrige Kollegium. „Wir haben hier 55 bis 60 Kinder in der Notbetreuung“, sagt Lödde-Wilken. Allein diese Aufgabe zu stemmen erfordere immensen personellem Aufwand. „Und das machen wir gerne“, betont die Schulleiterin. Bislang dürfe eine Gruppe maximal fünf Kinder umfassen. Entsprechend viele Kolleginnen seien nötig, um die Betreuung der 13 Gruppen zu gewährleisten. Hinzu kämen die Versorgung der Klassen mit Aufgaben, Beratung, Organisation und mehr. „Wir ziehen das seit sieben Wochen durch.“ Und das mit Herzblut. Es sei eben auch wichtig, die Kinder in dieser nicht ganz einfachen Phase emotional zu versorgen. Deshalb werde man den Viertklässlern ab heute auch feste Zweier-Teams zur Seite stellen. „Die Kinder haben Unterricht bei Lehrern, die ihnen vertraut sind.“

Auch wenn die Vierer heute in die Schulen zurückkehren: Marita Lödde-Wilken geht nicht davon aus, dass sie bis zu den Ferien fünf Tage pro Woche vor Ort sein werden. Schon allein, weil der Platz und die Lehrerzahl nicht ausreiche, sobald die anderen Klassen zurückkehrten – die dann voraussichtlich ja auch aufgeteilt werden müssen. „Wir gehen davon aus, dass es eine Kombination aus Präsenz in der Schule und Home-Schooling geben wird. Es wird keine Normalität geben, aber ein bisschen mehr Nähe.“

Auch Anne Sprakel geht davon aus, dass der Präsenz-Unterricht künftig „regelmäßig, aber nicht an jedem Tag“ stattfindet – sich also Unterricht in der Schule und Lernen auf Distanz abwechseln werden. Eine komplette Rückkehr zum Normalbetrieb sei sobald noch nicht zu erwarten.

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