Grevens Wirte bereiten Öffnung vor
Es wird ganz langsam angezapft

Greven -

Wann es genau los geht? Grevens Wirte wussten es gestern noch nicht. Sicher ist eines: Nächstes Woche kann man wieder einkehren.

Freitag, 08.05.2020, 17:02 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 17:08 Uhr
„Tanki“ Christian Schürhaus mit der Desinfektionsflasche hinterm Tresen. Sein Außerhaus-Geschäft lief überraschend gut.
„Tanki“ Christian Schürhaus mit der Desinfektionsflasche hinterm Tresen. Sein Außerhaus-Geschäft lief überraschend gut. Foto: Günter Benning

Bei „Otto forever“ ist die Tür auf – aber davor stehen Stühle. „Es läuft eigentlich erstaunlich gut“, sagt Wirt „Tanki“ Christian Steinhaus. Noch meint er allerdings das Abholgeschäft, das er in der Corona-Zeit angefangen hat. Nächste Woche sollen in NRW die Kneipen wieder geöffnet haben. Aber bis gestern Nachmittag hatten Grevens Wirte noch keine Order von der Stadt dazu. „Vielleicht“, so Schürhaus, „ist das ja auch noch etwas zu früh.“

Kein Wunder, dass jeder Wirt in der Stadt seine eigene Rezeptur mischt. „Einige Kollegen wollen am Mittwoch öffnen“, sagt Robin Zurbrüggen, Vorsitzender der Grevener Wirtevereins, „ich selbst werde erst am Freitag aufmachen.“ Und dann mit einer kleinen Karte, denn niemand wisse ja, wie die Kundschaft reagieren werde.

Hygienevorschriften umsetzen

Aus Mails des Berufsverbandes Dehoga wissen die Wirte immerhin, wie die künftigen Bedingungen aussehen sollen. So ähnlich wie zu Beginn der Corona-Krise: Etwa mit Abständen von 1,50 Meter zwischen den Tischen.

„Aber wir müssen noch sehen, wie wir die Hygienevorschriften umsetzen können“, sagt Robin Zurbrüggen. Die Toiletten müssen desinfiziert werden, die Tische nach Gebrauch. Aber auch die Menükarten? Da gibt es offene Fragen, zumal Virologen bisher auch davon sprechen, dass zwar der direkte Austausch von Mensch zu Mensch zu Corona führen kann. Dass sich aber das Virus sehr schlecht auf glatten Flächen wie Türklinken am Leben hält.

Neustart vorbereiten

Antonio Furnari von der Pizzeria Etna in Reckenfeld, stellvertretender Wirte-Vorsitzender, hat sich schon auf den Neustart vorbereitet: „Bei uns stehen alle Tische parat. Ich habe Handdesinfektionsmittel gekauft.“ Leider wisse er noch nicht, wie weit er Reservierungen annehmen dürfe – und welche Auflagen damit verbunden sind.

Furnari nutzt den Neuanfang aber auch für eine technische Neuerung: „Was der Herr Pinkwart gefordert hat, das Bestellen über QR-Code, ist bei uns ab Mittwoch möglich.“ Dann können die Gäste direkt vom Tisch her Getränke und Speisen ordern. Ohne das vertraute Gespräch mit dem Kellner. „Das hat noch keiner in Greven“, sagt der Wirt, „mal gucken, ob das angenommen wird.“

Betriebsferien müssen ausfallen

Schwierig bleibt die Lage für Wirte wie Zurbrüggen von der Siedlerklause. Er lebt nämlich zu einem Großteil vom Catering-Geschäft. Und das darbt dahin, solange große Veranstaltungen nicht erlaubt sind. Für ihn ist es die Frage, ob es sich da lohne, seinen kompletten Küchenbetrieb wieder hochzufahren.

Für Zurbrüggen bleibt eines klar: Die gewohnten Betriebsferien im Sommer werde er diesmal ausfallen lassen. „Wir müssen erst mal wieder Geld verdienen“, sagt er. Möglich ja auch, dass mancher Gast, der durch Corona um seinen Urlaub gebracht wurde, im Sommer dann mal ganz gerne in der heimischen Gastronomie einkehrt.

Bei der Stadt Greven herrschte gestern noch Rätselraten. Die Ausführungsbestimmungen für die Öffnung wird im Laufe des Wochenendes erwartet. Dann sollen die Wirte offiziell informiert werden.

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