Städtische Jugendeinrichtungen öffnen
Endlich wieder zusammen

Greven -

Wochenlang waren sie geschlossen, jetzt dürfen sie wieder. Aber einfach unter Vorgaben die städtischen Jugendeinrichtungen öffnen? Das war den Verantwortlichen zu einfach. „Wir wollen die Jugendlichen in diesen Prozess mit einbinden“, erklärt Georg Dodt, Leiter Jugendarbeit.

Freitag, 15.05.2020, 06:42 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 16:58 Uhr
Anfang der Woche trafen sich die ersten Jugendlichen zusammen mit Sozialarbeiterin Christina Tenger (vorne links) – natürlich mit Abstand – und überlegten, was man wie in Corona-Zeiten zusammen unternehmen kann.
Anfang der Woche trafen sich die ersten Jugendlichen zusammen mit Sozialarbeiterin Christina Tenger (vorne links) – natürlich mit Abstand – und überlegten, was man wie in Corona-Zeiten zusammen unternehmen kann. Foto: Peter Beckmann

Wochenlang waren sie geschlossen, jetzt dürfen sie wieder. Aber einfach unter bestimmten Vorgaben die städtischen Jugendeinrichtungen öffnen? Das war den Verantwortlichen zu einfach. „Wir wollen die Jugendlichen in diesen Prozess mit einbinden“, erklärt Georg Dodt, Leiter des Fachteams Jugendarbeit Greven, das Vorgehen. Anfang der Woche traf sich die erste Clique Jugendliche im Jugendtreff Hansaviertel und machte sich Gedanken.

„Wir sehen dieses Vorgehen auch als Bildungsprozess für die Jugendlichen“, erklärte Dodt. Grundsätzlich gelte: Die Cliquen-Räume werden nicht geöffnet, es gibt vorerst keinen offenen Treff. „Da kämen zu viele Jugendliche auf kleinem Raum zusammen.“

Denn: Klar ist, dass die Vorschriften in Corona-Zeiten eingehalten werden müssen. Welche das sind? Das wissen die Mädels, die sich als erste Gruppe mit der Neueröffnung befassen, ganz genau. „1,5 Meter Abstand, Händewaschen, Mundschutz tragen.“ Da sind alle bestens informiert. Und sie wollen sich auch daran halten. Obwohl: Angst vor dem Corona-Virus haben die Mädels nicht. „Für mich selbst habe ich keine Angst, aber ich habe Angst, dass ich meine Oma anstecken könnte“, erklärt eines der Mädchen.

Und so dreht sich alles darum, was unter Einhaltung der Vorschriften für die Jugendlichen überhaupt machbar ist. „Die Jugendlichen schreien förmlich danach, endlich wieder etwas mit den Freunden zusammen machen zu können“, weiß Dodt aus Gesprächen. Viele Jugendliche seien in den vergangenen Wochen „zu Hause weggeschlafen“. Da müsse sich erst wieder etwas entwickeln. „Aber vielleicht sind in der Zeit ja auch Wünsche und neue Ideen entstanden“, hofft Dodt.

Klar ist: „Die Jugendlichen sollen sich Gedanken über ihre Sicherheit machen und herausfinden, was überhaupt geht und welche Voraussetzungen notwendig sind.“ Man nehme bewusst die Jugendlichen in die Verantwortung. „Wenn es dann nicht funktioniert, sind sie eben auch in der Verantwortung.“ Die Öffnung als Beteiligungsprozess.

Und natürlich gebe es ein von den Sozialarbeitern durchdachtes Konzept, das all dem zugrunde liege. „Die Jugendlichen sollen sich vorwiegend draußen aufhalten, es sollen maximal acht Personen sein, es muss ein Benutzungskonzept für die Toiletten geben, und es müssen Anwesenheitslisten geführt werden“, erklärt Dodt.

Wie gesagt: Nicht die Sozialarbeiter planen Aktivitäten, das sollen die Kids selber tun. Und das tun sie auch. Vorschläge gibt es genug, die auch sofort darauf abgecheckt werden, ob das überhaupt erlaubt ist. „Billard spielen, Eis essen gehen, zusammen einen Film gucken, eine Rad-Tour unternehmen, Inliner fahren, ein Picknick machen . . .“ Wobei letzteres angezweifelt wird. „Ich glaube, das dürfen wir gar nicht“, meint eines der Mädchen.

Was auch bei all dem heraus kommt: Letztendlich müssen natürlich die Jugendarbeiter schauen, ob das alles so geht wie angedacht. Aber trotzdem: Man merkt den Jugendlichen an, dass sie Spaß haben beim planen und vor allem darauf versessen sind, endlich wieder etwas zusammen zu unternehmen.

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