Die „Schule an der Ems“ und der Kampf mit dem Internet
„Präsenz-Unterricht ist sehr wichtig“

Greven -

Neben den Präsenz-Unterricht ein mal in der Woche setzt die „Schule an der Ems“ auch auf die digitale Form des Unterrichtes. Das ist aber aufgrund der schlechten Internet-Anbindung nicht so einfach.

Donnerstag, 14.05.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 16:59 Uhr
Volker Knappheide ist Leiter der Schule an der Ems und wird seit Herbst des vergangenen Jahres von der neuen Konrektorin Inga Warburg unterstützt.
Volker Knappheide ist Leiter der Schule an der Ems und wird seit Herbst des vergangenen Jahres von der neuen Konrektorin Inga Warburg unterstützt. Foto: Peter Beckmann

Volker Knappheide ist Leiter der Schule an der Ems, früher auch Johannesschule. Er beschäftigt sich zur Zeit mit fast nichts anderem, er versucht den Schulbetrieb so gut es geht aufrecht zu erhalten. Und: Er ist sich fast sicher, dass das, was zur Zeit als Ausnahmezustand in Corona-Zeiten gilt, auch im neuen Schuljahr erst einmal weiter so bleiben wird. Und deshalb setzt er auch – neben den wichtigen Präsenzstunden – auf die digitale Form des Unterrichts. Wenn – ja wenn da nicht ganz dicke Brocken im Weg lägen, die fast nicht weg zu bekommen sind.

Doch von vorne. Die „Schule an der Ems“ ist eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung in der Sekundarstufe I, Träger ist der Kreis Steinfurt. Derzeit pauken die Schüler des Jahrgangs 10 für die Abschlussprüfung. Die 13 Schüler sind dafür in vier Lerngruppen aufgeteilt.

Parallel dazu werden seit Beginn dieser Woche die einzelnen Klassen der unteren Stufen im rollierenden System ein mal in der Woche in der Schule unterrichtet, streng nach Vorschrift und komplett von den Abschlussschülern getrennt. „Besonders in unserer Schule ist der Präsenz-Unterricht sehr wichtig“, betont Knappheide, der seit Herbst des vergangenen Jahres von der neuen Konrektorin Inga Warburg unterstützt wird.

In den Wochen davor habe man versucht die Schüler digital zu unterrichten. „Viele Kollegen haben die Schüler zu Hause besucht und mit Arbeitsmaterialien versorgt“, verdeutlicht Knappheide und ist dabei voll des Lobes für den Einsatz des Kollegiums. Denn in vielen Fällen war ein digitales Lernen nicht möglich. Zum einen, weil die Schüler und deren Eltern nicht über entsprechende Endgeräte verfügen. Zum anderen hindert der miserable Internetzugang die Lehrer an zu vielen Aktivitäten. „Wir verfügen hier nur über eine 6000er-Leitung, wenn da fünf Lehrer gleichzeitig per Video-Konferenz unterrichten, geht gar nichts mehr.“

Zwar habe der Kreis als Träger schon alles mögliche versucht die Situation zu verbessern. „Zum Teil erreichen wir 18 000 Mbit/s, haben dabei aber ein vorgegebenes Datenvolumen.“ Das ist wiederum schnell verbraucht und sorgt dann wieder für den Internet-Stau.

Abgesehen von diesen Faktoren sei es für die Lehrer ein immenser Aufwand diesen digitalen Unterricht zu organisieren. „Viele Kollegen machen das wegen der besseren Verbindungen von zu Hause aus.“

Und wie gesagt: Viele Schüler haben eben nicht die nötigen Endgeräte – sprich einen Laptop oder ähnliches. „Da kann man Unterstützung beantragen, aber mit den 150 Euro, die da gewährt werden, kommt man natürlich auch nicht weit“, verdeutlicht Knappheide. Deshalb versuche man zur Zeit auch mit Hilfe des Fördervereins Sponsoren zu finden, die die Schule unterstützen.

Klar, man habe sogar einen i-Pod-Koffer mit 20 Geräten. „Gehen drei oder vier Geräte gleichzeitig online, ist das Vergnügen schnell zu Ende.“ Das W-Lan sei zwar eingerichtet, aber es komme eben nichts an.

Aber trotz all der digitalen Möglichkeiten oder auch Unmöglichkeiten sei der Präsenz-Unterricht sehr wichtig. „Es ist für uns noch wichtiger als an anderen Schule Beziehungsarbeit zu praktizieren.“ Und es habe sich auch gezeigt, dass das funktioniert. „Das klappt gut, die Schüler halten sich an die Vorgaben.“

Viele Schüler und Lehrer würden sich freuen, endlich wieder in der Schule zusammen arbeiten zu können. „Wir haben in den ersten Wochen regelmäßig Kontakt zu den Schülern und deren Familien gehabt, wir hatten keine Rückmeldungen über größere Probleme in den Familien“, erklärt Knappheide. Aber dieses Stück Normalität sei für die Schüler jetzt besonders wichtig.

Lehrer und Schulleitung führten sowieso immer wieder Konferenzen durch. „Video-Konferenzen natürlich – und natürlich von zu Hause aus“, sagt Knappheide und merkt ihm an, dass er das irgendwie so gar nicht lustig findet . . .

 

Die Schule hat übrigens zum kommenden Schuljahr noch zwei Bufti-Stellen zu vergeben. Interessenten melden sich unter  02571 / 68 76

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