Bahn hat schon 100 Millionen Euro abgezahlt – mit Ausnahmen
Kein Geld zurück für Sondersparpreis-Ticket

Greven -

Supersparpreise der Bahn sind eine tolle Sache. Aber man kann die Tickets normalerweise nicht zurückgeben. Ausnahme: Corona-Zeiten. Aber die Ausnahme gilt nicht immer.

Freitag, 15.05.2020, 16:58 Uhr aktualisiert: 17.05.2020, 11:37 Uhr
RE7 am Grevener Bahnhof. Bei Reisen mit Spartickets zeigt sich die Bahn derzeit nur bedingt kulant.
RE7 am Grevener Bahnhof. Bei Reisen mit Spartickets zeigt sich die Bahn derzeit nur bedingt kulant. Foto: Gunnar A. Pier

Kulanz kommt aus dem Französischen. Es heißt, „gefällig, entgegenkommend“. Kulant kann man sein, muss man aber nicht. Bodo Kuznik aus Greven musste gerade erleben, dass zumindest die Kulanz der Deutschen Bahn ihre Grenze hat. Nämlich den 4. Mai.

„Meine Frau und ich gehören zur Risikogruppe“, sagt Kuznik. Eigentlich habe er am 30. Mai mit der Bahn in den Urlaub fahren wollen. Am 28. Januar hat er schon Fahrkarten mit dem Supersparpreis besorgt. Doch als er seine Reise jetzt stornieren wollte, blitzte er ab.

Nur, wenn der Reisetermin vor dem 4. Mai gelegen hätte, erfuhr er bei der Bahn, hätte man „aus Kulanz“ den Preis seines Supersparpreistickets erstattet.

„Ältere Menschen scheinen der Bahn egal zu sein“, meint Kuznik, „ein skandalöser Zustand.“

Bahnpressesprecher Dirk Pohlmann verweist darauf, dass normalerweise Supersparpreise von der Erstattung ganz ausgeschlossen sind, darum sind sie ja auch so günstig. Und: „Die Züge fahren ja derzeit, leider ziemlich leer.“

Bis zum 4. Mai habe es eine Regelung gegeben, die wegen Corona auch bei Sonderangeboten zog. Und insgesamt habe das Unternehmen in den letzten Wochen über 100 Millionen Euro zurückzahlen müssen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7411214?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker