Aus der 100-jährigen Geschichte
„Dem Dirigenten ist Gehorsam zu leisten“

Gimbte -

Man schrieb Jahr 1920 – da wurde Gimbtes Blasorchester gegründet. Ein Blick in die Geschichte.

Freitag, 15.05.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 17.05.2020, 11:37 Uhr
Der traditionelle Maigang
Der traditionelle Maigang Foto: Martin Weßeling

Das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Gimbte besteht in diesem Jahr seit 100 Jahren – und blickt natürlich auf eine aufregende Geschichte zurück.

Seit fast einem Jahr arbeitete der eigens gewählte Festausschuss mit Elke Bolte, Peter Schulze-Temming, Bernd Flottemesch und Manfred Asche an den Feierlichkeiten, die im Heimatdorf Gimbte angemessen begangen werden sollten. Diese Planungen sind nun auch Geschichte.

Dennoch lohnt sich im Jubiläumsjahr natürlich ein Blick in die Geschichte. Hier ein Originalzitat aus der 100-jährigen Chronik: „Man schrieb das Jahr 1908. Die Freiwillige Feuerwehr des Dorfes Gimbte war im Jahr 1906 zum Leben erweckt worden. Sie gedieh prächtig. Es fehlte nur das, was eine Gemeinschaft harter aber fröhlicher Männer fester aneinander bindet: die Musik! Im Jahr 1908 entschlossen sich die Feuerwehrkameraden einen Tambourzug, bestehend aus Trommeln und Querpfeifen entstehen zu lassen.“

Die seinerzeit unter dem Namen „Harmonie“ gegründete Musikergruppe wurde durch den ersten Weltkrieg zerschlagen, so dass die Verbliebenen nach dem Krieg eine neue Gruppe – jetzt unter dem Mantel der Feuerwehr – ins Leben rief. So fiel das Gründungsjahr der „Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr“ schließlich ins Jahr 1920, und zwar auf den 11. Juli.

„Gründlich wie wir Preußen ja nun einmal sind, wurde auch flugs eine Satzung formuliert, die uns heute gelegentlich schmunzeln lässt“, sagt Manfred Asche, der einen tiefen Blick in das Vereins-Archiv geworfen hat. „Passagen wie: die Feuerwehr hat die Instrumente und Reparaturen zu zahlen, oder: der Dirigent bekommt eine Vergütung von der Feuerwehr, waren doch sehr interessant“ – so Manfred Asche mit einem Lächeln. „Das müssen wir mit der Feuerwehr Greven mal aktuell diskutieren.“ Andere Auszüge, wie: „Die Musiker haben dem Dirigenten strengsten Gehorsam zu leisten“ oder: „der Dirigent ist berechtigt, gespendete alkoholische Getränke zurückzuweisen“, erscheinen dem Festausschuss dagegen überdenkenswert.

Die anlässlich des Jubiläums erstellte Festzeitschrift illustriert viele Ereignisse aus der langen Vereinsgeschichte, die von vielen Traditionen geprägt ist.

Auch ganz aktuell sind die Gimbter mehrmals im Jahr öffentlich vertreten und begleiten diverse Veranstaltungen. Unter anderem bei diversen Schützenfesten, dem Kleinkunstfestival „Sternenzauber“ und Kirchenprozessionen. Höhepunkt ist zweifellos das jährliche Weihnachtskonzert in der Gimbter Kirche.

In diesem Jahr müssen die Gimbter auf einige dieser Höhepunkte verzichten, auch der seit 100 Jahren traditionelle Maigang musste entfallen. Aber Gimbte wäre nicht Gimbte, wenn sich da nicht - natürlich regelkonform – zwei Trompeter früh morgens auf den Weg gemacht hätten, um der Vorsitzenden Elke Bolte die Mailieder vorzutragen.

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