Heimatverein löst das Rätsel um ein Porträt von Johann Zink
Kein Amtmann – aber ein grüner Daumen

Greven -

Spannende Spurensuche in der Grevener Geschichte: Wer war der „Amtmann Zink“? Der Heimatverein hat sich an die Arbeit gemacht – und war erfolgreich.

Sonntag, 17.05.2020, 15:20 Uhr aktualisiert: 18.05.2020, 17:09 Uhr
Heimatverein löst das Rätsel um ein Porträt von Johann Zink: Kein Amtmann – aber ein grüner Daumen
Foto: Heimatverein

Das Rätsel ist gelüftet. Vor einiger Zeit hatte der Heimatverein Greven ein Ölgemälde vom Immobilienmakler Jürgen Pröbsting übernommen, welches einen „Amtmann Zink“ darstellen sollte. Erste Recherchen führten aber nicht zum Erfolg; also stellte der Heimatverein das Bild in der Tageszeitung vor und bat die Leserinnen und Leser, um Mithilfe bei der Spurensuche – mit Erfolg.

Beim „Ölgemälde des Amtmann Zink“ handelt es sich um Johann Zink (1873-1951), den es am Ende der vorletzten Jahrhundertwende vom mittelfränkischen Wilhelmsdorf, auf der Wanderschaft über Rheine und Mesum, nach Greven verschlagen hatte.

Zuerst arbeitete und wohnte er in der Gärtnerei Terfloth. Später gab ihm Herr Becker von der Grevener Baumwollspinnerei (GBS) eine Anstellung. Im Sommer sorgte er, ausgestattet mit dem sprichwörtlichen „Grünen Daumen“, für die Grünanlagen der Firma und den Park an der Königsstraße.

Er war auch ein begehrter und vielbeschäftigter Landschaftsgärtner bei Grevens Textilbaronen. Im Winter, wenn die Gärten unter einer Schneedecke lagen, arbeitete er als Lagerarbeiter, später als Pförtner in der GBS.

Das Ölgemälde, übrigens ein echter Wilhelm Palmes, entstand 1946, unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg. Es hing an verschiedenen Stellen, unter anderem auch im Museum in Telgte.

Erworben hatte es der Drogist Heinrich Pröbsting, zuletzt hing es im Hotel Hoeker Hof. Bei Umbauarbeiten ging es dann in den Besitz von Heinrich Pröbstings Sohn Jürgen über.

Bleibt noch zu klären, wie es zum „Amtmann“ kam. Der jüngste Sohn von Johann Zink, Albert Zink (1915- 1999), war bei den Stadtwerken beschäftigt. Unter anderem ging er von Haus zu Haus, um die Stromzähler abzulesen, also von Amts wegen.

Somit war er eine respektierte „Amtsperson“, aus der im Laufe der Jahre ein „Amtmann“ wurde. Und im Laufe der Jahrzehnte verschmolzen Vater, Sohn und Ölgemälde in der Überlieferung schlicht und ergreifend zu einer Person, eben jenem „Amtmann Zink“.

Etliche Enkelkinder leben noch, teils in Greven, teils verstreut über ganz Deutschland. Zwei seiner Enkelkinder, Marianne Wodarczak und Julius Zink, berichteten jetzt dem Heimatverein Greven „aus dem Nähkästchen“ der Familie. Auch das Fachgebiet Familienforschung konnte einige Informationen zur Geschichte der Familie Zink beisteuern.

Der „Amtmann“ mit dem grünen Daumen als Person der Zeitgeschichte bekommt indes seinen verdienten Platz im Grevener Heimathaus in der Alten Post.

Marianne Wodarczak bittet alle Verwandten, deren Ursprung die Familie Johann Zink ist, um Kontaktaufnahme unter buero@wodarczak.de oder  02365/819 46. Sie möchte die bis ins Jahr 1563 zurückgehende Ahnenforschung ihres Vaters weiterführen und aufarbeiten.

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